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    Baby: Die größten Schreckmomente für frischgebackene Eltern

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    Von Hexenmilch bis Kindspech  

    Das sind die größten Schreckmomente für frischgebackene Eltern

    11.12.2015, 19:39 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

    Baby: Die größten Schreckmomente für frischgebackene Eltern. Baby: Neugeborene können ihren Eltern Schrecken einjagen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

    Geht es meinem Baby wirklich gut? Eltern von Neugeborenen sind oft unsicher. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

    Wir erklären Phänomene beim Baby, die für unerfahrene Eltern ungewöhnlich wirken, aber ganz natürlich sind.

    "Kleine Kinder, kleine Sorgen. Große Kinder, große Sorgen," sagt der Volksmund. Wenn man aber gerade ein Baby auf die Welt gebracht hat, dann sieht man das anders. Bei jedem zweiten Baby gilt es zunächst, die Diagnose Gelbsucht zu verdauen. Kaum ist die überstanden, gibt es genug anderes, das Eltern den Schlaf raubt.

    Die meisten Neugeborenen werden leichter

    In seinen ersten Lebenstagen wird das Baby von der Hebamme regelmäßig gewogen. Und dann kommt der erschreckende Moment, in dem es plötzlich an Gewicht verliert.

    UMFRAGE
    Wo haben Sie oder Ihre Partnerin Ihr Kind zur Welt gebracht?

    Die Natur hat sich etwas dabei gedacht: Das Kleine sollte erst einmal von seinen Reserven leben können, bis das Stillen in Gang kommt. Bei diesem Vorgang reinigt sich der Körper sozusagen selbst und stellt sich um. Diese Umstellung kann übrigens auch die Haut betreffen. Etwa jedes fünfte Baby bekommt Neugeborenenakne. Sie ist vorübergehend, hormonell bedingt und völlig harmlos.

    Ausgehend vom Geburtsgewicht darf das Kind bis zu zehn Prozent Gewicht verlieren, dann erst warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung vor drohender Gefahr. Man sollte sich aber nicht verrückt machen lassen. "Die Eltern sind die besten Intensivschwestern! Niemand beobachtet und spürt ohne jedes Überwachungsinstrument den Gesundheitszustand des Neugeborenen so gut wie frischgebackene Eltern", zitiert die Hebamme Ingeborg Stadelmann in ihrem Buch "Die Hebammensprechstunde" einen ihr bekannten Kinderarzt.

    In manchen Kliniken wird auch heute noch schnell zum Zufüttern geraten - eine zweite Meinung der Hebamme schadet in dem Fall sicher nicht.

    Der Inhalt der Windel kann Eltern nervös machen

    Der erste Stuhlgang eines Babys wird als Kindspech bezeichnet und auch er hat eine reinigende Funktion. Der Name kommt von der extrem klebrigen und zähen Konsistenz und der sehr dunklen Farbe. Die Farbvielfalt des kindlichen Stuhls ist für Erstlingseltern ein häufiger Grund zur Besorgnis, reicht sie doch von spinatgrün bis zu ockergelb.

    Auch die Festigkeit variiert stark. Babys, die allein von Muttermilch ernährt werden, stecken nicht selten bis zum Hals im Endprodukt. Wenn dieses auch noch kleine, feste Körnchen aufweist, handelt es sich um nichts anderes als um unverdaute Eiweißbestandteile. Kinder, die eher nur zum Sattwerden trinken oder gerade viel zum Wachsen brauchen, haben oft tagelang gar keinen Stuhlgang. Auch das ist in den meisten Fällen völlig normal. Die Hauptsache ist, dass das Baby genug uriniert und das Gewicht stimmt.

    Blut in der Windel?

    Alarmierend für Baby-Eltern ist auch vermeintliches Blut in der Windel. Keine Sorge, es ist bloß Ziegelmehlurin: ein hellroter Fleck in der Windel, der sowohl bei Mädchen, häufiger aber bei Jungs auftritt. 

    Er signalisiert, dass Nieren und Blase entschlacken und der Bedarf an Milch größer wird. 

    Wenn das Baby "Hexenmilch" absondert

    Besonders erschreckend ist es für viele frischgebackene Eltern, wenn sie bemerken, dass ihrem Baby, egal ob männlich oder weiblich, ein Busen zu wachsen scheint. Ein Phänomen, das seinen Ursprung ebenfalls in den Hormonen hat und das sogar dazu führen kann, dass das Kind Milch absondert. Man spricht hier von der Hexenmilch.

    Obwohl es harmlos ist, sollte die Nachsorgehebamme lieber einen Blick darauf werfen. Unter ungünstigen Umständen kann sich eine schmerzhafte Brustentzündung (Mastitis) beim Baby entwickeln, die gelindert werden muss. Die Hexenmilch sollte man nie ausdrücken, denn das tut dem Baby nicht nur weh, sondern begünstigt eine Mastitis.

    Ist mein Baby blind?

    Kinderärzte müssen häufig junge Eltern beruhigen, die befürchten, ihr Kind sei nahezu blind. Der Grund ist der etwas benommene Blick eines Neugeborenen, der an der anfangs noch mangelnden Sehschärfe liegt. Sie entwickelt sich erst im Laufe der Jahre vollständig. Ein Neugeborenes sieht nicht mehr, als es sehen muss: Von Mamas Arm beziehungsweise deren Brust bis zu ihrem Gesicht. "Das Baby erkennt die vertrauten Gesichtszüge seiner Eltern, wenn diese es auf ihrem Arm halten", erklärt der Meckenheimer Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Martin Beck.

    In den ersten drei Lebensmonaten können sich dann auch schon mal die Pupillen in zwei verschiedene Richtungen bewegen. In 95 Prozent aller Fälle hat das Baby lediglich vorübergehend Schwierigkeiten beim Scharfstellen.

    Bei rund 30 Prozent der Kleinen kommen noch verklebte Augen hinzu. Schuld ist die sogenannte Hasner-Klappe, eine Schleimhautfalte vor der Einmündung des Tränennasengangs, die bei diesen Kindern noch nicht geöffnet ist. Was automatisch zu einem Tränenstau führt. Da dies ein optimaler Ort für die Vermehrung von Bakterien ist, sollte man mit einem Schmierauge, vor allem, wenn das Sekret eitrig aussieht, lieber mal zum Arzt.

    Atempausen im Schlaf

    Neugeborene schlafen bis zu 17 Stunden am Tag und machen damit bisweilen ihre Eltern nervös. Aber sie sind erholungsbedürftig und müssen all die Eindrücke, die auf sie einströmen, erst einmal verarbeiten. Und das tun sie – wie wir auch – im Schlaf.

    Dabei scheint manchmal die Atmung auszusetzen. "Diese Atempausen, die bis zu 20 Sekunden dauern können, sind meist völlig normal. Man nennt das periodische Atmung", beruhigt Martin Beck. In seinem Buch "Schreien stärkt die Lungen" beschäftigt er sich mit gängigen Eltern-Irrtümern. Solange das Kind nicht blau anläuft, auffällig blass ist oder fleckig aussieht, besteht seiner Ansicht nach auch hier kein Grund zur Besorgnis.

    Schief gelegen

    Aufgrund der Vermutung, dass eine Bauchlage beim Schlafen den plötzlichen Kindstod hervorrufen kann, achten die meisten Eltern darauf, dass ihr Baby auf dem Rücken schläft. Immerhin ist so die Anzahl der Kinder, die an SIDS gestorben sind, um mehr als fünfzig Prozent gesunken. Da der Kopf aber noch sehr weich ist, kann es so schnell zu einer Verformung des Schädels kommen. Letztendlich handelt es sich hier um einen Schönheitsfehler, der mit ein paar einfachen Gegenmaßnahmen vor allem im ersten Lebensjahr leicht behoben werden kann.

    Allgemein gilt, dass Eltern bei jedem unguten Gefühl das Gespräch mit der Nachsorgehebamme beziehungsweise dem Kinderarzt suchen sollten. Lieber einmal zu oft als einmal zu selten. So ist man auf der sicheren Seite und kann beruhigt schlafen - wenn man mal dazu kommt.

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