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Sprachentwicklung: Mit Babys nicht nur Babysprache reden

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Normale Sätze statt Babysprache  

Babys nicht mit "Dutzidutzi" verdummen

11.11.2014, 08:21 Uhr | Lauran Neergaard, AP

Sprachentwicklung: Mit Babys nicht nur Babysprache reden. Sprachentwicklung: Je mehr Wörter Babys im Alltag hören, desto besser entwickelt sich später ihre Sprachfähigkeit. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Je mehr Wörter Babys im Alltag hören, desto besser entwickelt sich später ihre Sprachfähigkeit. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Dutzidutzi", "Heiaheia" und "Bubu machen" reicht nicht: Wenn Eltern sehr wenig mit ihrem Baby reden oder nur Babysprache verwenden, schaden sie damit der Sprachentwicklung. Einige Kinder hören schon im ersten und zweiten Lebensjahr täglich mehr als 10.000 Wörter von ihren Eltern. Bei anderen sind es nur knapp 700. Der Unterschied hat später drastische Auswirkungen.

Wissenschaftler raten dazu, schon mit Babys und Kleinkindern in langen und komplexen Sätzen zu reden, so wie mit einem Erwachsenen. "Sie bauen über Sprache Intelligenz auf", sagt Anne Fernald, Psychologieprofessorin an der Stanford University.

Neue Studien legen nahe, dass es eine entscheidende Rolle für die künftige Entwicklung spielt, wie viel und wie gewählt Eltern mit ihren Kleinkindern reden. Entsprechende Ergebnisse wurden am Mitte Februar bei einer Tagung der American Association for the Advancement of Science vorgelegt. Sie werfen auch die Frage auf, ob sich eine noch frühere Sprachförderung für benachteiligte Kinder lohnen könnte.

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Worte und Gegenstände in klare Zusammenhänge bringen

Je früher Eltern beginnen, ihren Kindern die Welt zu erklären, desto besser, raten die Wissenschaftler. Das bedeute nicht, dass Mütter und Väter nun mit einem gezielten Lernprogramm auf die Krabbelkinder losgehen müssen, frei nach dem Motto: "Hier ist eine Orange. Und das ist eine Schüssel." Es gehe darum, Worte und ihre Bedeutung in einen Zusammenhang zu stellen, damit die Kinder im Gehirn entsprechende Verbindungen speichern. Zum Beispiel so: "Komm, wir tun die Orange in die Schüssel mit der Banane und dem Apfel und den Trauben."

Kinder aus der Unterschicht hören weniger Wörter

Was naheliegend klingt, wird im Alltag keineswegs immer umgesetzt. So haben Kinder aus Familien mit mittlerem oder höherem Einkommen bis zum Vorschulalter in der gesamten Kommunikation oft mehrere Millionen Wörter mehr gehört als ihre Altersgenossen aus ärmeren Familien.

Fernald stattete Kleinkinder mit Aufnahmegeräten aus, um zu dokumentieren, was sie tagsüber hörten. Bei einem der Kinder registrierte die Wissenschaftlerin mehr als 12.000 Wörter der direkten Ansprache - im Unterschied zu allgemeinem Hintergrundrauschen wie Fernsehen oder Gespräche von Erwachsenen. Bei einem anderen Kind waren es nur 670 Wörter direkter Ansprache.

Damit gingen nicht nur in der Sprachentwicklung, sondern auch in der Lerngeschwindigkeit große Unterschiede einher. Fünfjährige aus armen Familien könnten bessergestellten Altersgenossen in der Entwicklung bis zu zwei Jahre hinterherhinken, berichtet Fernald.

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Soziale Unterschiede zeigen sich im Gehirn

Laut Kimberly Noble von der Columbia University lässt sich das auch durch Hirnuntersuchungen bestätigen. Bei Kindern aus wohlhabenderen Familien seien die Sprachzentren im Gehirn stärker ausgeprägt. Die Kluft öffne sich schon ab dem Alter von 18 Monaten, ergänzt Fernald. Kinder aus ärmeren Verhältnissen erreichten ihrer Studie zufolge erst mit zwei Jahren ein Sprachverständnis, das bessergestellte Jungen und Mädchen schon sechs Monate früher hatten.

Wortschatz wächst im Schneeballsystem

Wie groß der Wortschatz ist, kann für das Hinzulernen entscheidend sein. Beim Satz "Das Kätzchen liegt auf der Bank" können sich Kinder, die das Wort Kätzchen schon kennen, auch das bislang unbekannte Wort Bank aus dem Zusammenhang erschließen. Fehlt der zentrale Begriff, rauscht auch der Rest des Satzes an den Kleinen vorbei, ohne dass sie etwas dazu lernen können.

Neue Debatte über Frühförderung

Experten debattieren deshalb, ob professionelle Frühförderung schon mit drei statt mit vier Jahren beginnen sollte, wie man die Qualität von Kitas verbessert und ob Erziehungsprogramme für die Eltern nach dem Motto "Redet mehr" sinnvoll sein könnten.

Letztere dürften schwierig umzusetzen sein, wenn die Eltern selbst nicht gut lesen können oder den Sinn der Programme nicht erkennen. Viele Mütter und Väter haben auch schlicht zu wenig Zeit, vor allem, wenn sie gleich mehrere niedrig bezahlte Jobs haben, um über die Runden zu kommen.

Dennoch könnten sich solche Erziehungsmaßnahmen für die Eltern lohnen, meinen Wissenschaftler nach vorläufigen Forschungsergebnissen. Fernald etwa beobachtet ein Programm namens "Habla Conmigo" für spanischsprachige Mütter mit geringen Einkommen im kalifornischen San Jose und hat mit 32 Familien gesprochen. Dabei fand sie heraus, dass die Kinder nicht viel von dem mitnehmen, was ihre Eltern oder andere Bezugspersonen untereinander sprechen. Echtes Lernen stellte sich ein, wenn sie direkt angesprochen wurden.

Die Mütter besuchten einen achtwöchigen Kurs, in dem sie lernten, mehr mit ihren Kindern im Krabbelalter zu reden und sich gewählter auszudrücken. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe hätten die Kinder der Kursteilnehmerinnen im Alter von zwei Jahren einen größeren Wortschatz gehabt und schneller gelernt, berichtete Fernald.

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