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Mikrozephalie: Das sollten Schwangere wissen

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Zika-Virus kann Babys schädigen  

Das sollten Schwangere über Mikrozephalie wissen

29.01.2016, 16:06 Uhr | AFP, dpa, tze

Mikrozephalie: Das sollten Schwangere wissen. Zika-Virus: Das Baby Milena kam im Januar im brasilainischen Recife mit Mikrozephalie zur Welt. (Quelle: Reuters)

Das Baby Milena kam im Januar im brasilainischen Recife mit Mikrozephalie zur Welt. (Quelle: Reuters)

Für viele Menschen dürfte Mikrozephalie ein rätselhaftes Fremdwort gewesen sein, bevor das Zika-Virus weltweit Schlagzeilen machte und in den TV-Nachrichten Babys mit winzigen Köpfen zu sehen waren. Wir erklären, was es mit der Fehlbildung auf sich hat und was Schwangere über das Infektionsrisiko auf Reisen wissen müssen.

In mehr als 20 Ländern Süd- und Mittelamerikas hat sich das von Mücken übertragene Zika-Virus bereits ausgebreitet. Für gesunde Menschen ist es kaum gefährlich. Aber Schwangere können es auf ihre ungeborenen Kinder übertragen, bei denen es Fehlbildungen auslösen kann. Allein in Brasilien wurde in den vergangenen Monaten bei 3700 Babys eine Mikrozephalie diagnostiziert.

Was ist Mikrozephalie?

Mikrozephalie ist sehr seltene Fehlbildung. Experten rechnen statistisch mit 1,6 Fällen bei 1000 Geburten. Betroffene Kinder kommen mit einem auffällig kleinen Kopf zur Welt, der Umfang liegt deutlich unter 32 Zentimetern. Manchmal ist das Köpfchen kaum größer als eine Apfelsine. Noch deutlicher zeigt sich die Entwicklungsstörung, wenn das Kind älter wird, aber der Kopf nicht mitwächst. Auch das Gehirn ist nicht richtig entwickelt.

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Was sind die Folgen für das Kind?

Kinder mit Mikrozephalie haben oft geistige Behinderungen in unterschiedlich starker Ausprägung sowie neurologische Störungen wie Lähmungen oder Krämpfe. Ihr Denken ist verlangsamt, Sprachentwicklung und Motorik sind beeinträchtigt. Erschwerend kommt hinzu, dass viele betroffene Kinder wegen Schluckstörungen schlecht Nahrung zu sich nehmen können und daher oft auch körperlich unterentwickelt sind.

In schweren Fällen sterben die Babys kurz nach der Geburt oder noch im Mutterleib.

Welche Ursachen hat Mikrozephalie?

Es gibt verschiedene Ursachen für die Schädelfehlbildung: Ein Gendefekt, Viren und äußere Ursachen wie Alkohol- und Drogenmissbrauch in der Schwangerschaft oder erhöhte radioaktive Strahlung. 

Fest steht, dass bestimmte Virusinfektionen Mikrozephalie auslösen können, darunter Toxoplasmose, Zytomegalie und Röteln während der Schwangerschaft. Eine Rötelinfektion schädigt das Ungeborene über die Plazenta der Mutter. Vor allem in den ersten Schwangerschaftsmonaten können schwere Schäden an Herz, Augen, Ohren und eben auch eine Mikrozephalie entstehen. 

Führt eine Zika-Infektion immer zu Fehlbildungen?

Dass auch das Zika-Virus Mikrozephalie auslöst, ist wissenschaftlich noch nicht erwiesen. Aber die Wahrscheinlichkeit drängt sich auf. In Brasilien ist die Zahl der Fehlbildungen parallel zu den Zika-Infektionen in die Höhe geschnellt.

In einigen Fällen wurde das Virus bei Föten mit Mikrozephalie und im Fruchtwasser nachgewiesen. Die Fehlbildungen entstehen vor allem im ersten Trimester der Schwangerschaft.

Der Bonner Virologe Christian Drosten warnt gleichwohl vor voreiligen Rückschlüssen. Nicht bei jedem Kind, dessen Mutter eine Infektion durchgemacht hat, komme es zwangsläufig zu Fehlbildungen. Auch von früheren Zika-Ausbrüchen sei dieses Phänomen so nicht bekannt, werde aber im Nachhinein untersucht.

Was ist der Forschungsstand?

Wissenschaftler wollen besser verstehen, wie das Virus auf Föten wirkt. Es laufen mehrere Studien, zum Beispiel in Französisch Polynesien, wo es Ende 2013 einen Zika-Ausbruch gab. Das Problem dabei ist, dass Infizierte in der Regel kaum oder keine Symptome zeigen. Eine schwangere Frau kann infiziert sein ohne es zu wissen.

Wo gibt es derzeit die meisten Fälle von Mikrozephalie?

Brasilien hat fast 4000 Fälle von Mikrozephalie an die WHO gemeldet. Das ist 30-mal mehr als im Jahr 2010 und entspricht ein bis zwei Prozent aller Neugeborenen im besonders stark betroffenen Bundesstaat Pernambuco.

Da sich das Virus von Brasilien auf andere Länder in Süd- und Nordamerika ausbreite, würden wohl auch andere Staaten bald Fälle solcher Missbildungen melden, vermutet ein hochrangiger WHO-Mitarbeiter.

Was müssen Schwangere jetzt beachten?

"Für Deutschland ist die Gefahr als gering einzuschätzen, da die Tigermücke bislang nur sporadisch gefunden wurde. Ein Ausbruch wie in Brasilien ist nicht zu erwarten", sagt Professor Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der Virusdiagnostik am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.

Allerdings sind Schwangere bei Reisen in tropische Länder gefährdet. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) und das Auswärtige Amt raten Schwangeren von Reisen in Länder ab, in denen aktuell Zika-Infektionen auftreten. Besonders betroffen sind Brasilien und Kolumbien, einige Regionen in Afrika sowie Mikronesien, Französisch Polynesien, Neu-Kaledonien, die Cook-Inseln und die Osterinsel.

Hier gibt es eine Karte mit aktuell vom Zika-Virus betroffenen Ländern.

Wie kann man sich schützen?

Für Schwangere, die Reisen in Risikogebiete nicht vermeiden können, gibt es nur einen banalen Rat: Mückenschutz. In betroffenen Ländern sollten sie Orte meiden, an denen sich besonders viele Mücken tummeln. Obligatorisch sind lange Kleidung und Strümpfe, Insektenschutzmitel, Fliegengitter und Moskitonetze.

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