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Paukenröhrchen: Wie Paukenerguss bei Kindern behandelt wird

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Wann brauchen Kinder Paukenröhrchen?

03.08.2012, 18:38 Uhr | Sabine Caron, t-online.de

Wann brauchen Kinder Paukenröhrchen?. Beim Paukenerguss leidet das Hörvermögen der Kinder. (Quelle: imago)

Beim Paukenerguss leidet das Hörvermögen der Kinder. (Quelle: imago)

Paukenröhrchen zu legen, ist heute für viele HNO-Ärzte ein Routineeingriff bei Kindern mit einem Paukenerguss. Dabei sammelt sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell, die nicht abfließen kann. Das Hörvermögen wird dadurch beeinträchtigt - und damit auch die sprachliche und soziale Entwicklung des Kindes. Wann ist es notwendig, Paukenröhrchen zu legen? Gibt es andere Behandlungsmöglichkeiten? Gibt es nach der OP Einschränkungen, zum Beispiel beim Schwimmen oder bei Flugreisen? Hier finden Sie Antworten.

Wie Paukenergüsse entstehen

Das Mittelohr wird über die sogenannte Tube, die Verbindung zwischen Nasenrachenraum und Mittelohr, belüftet. "Weil Kinder von der Anatomie viel enger sind, und das lymphatische Gewebe in Mund und Rachen viel aktiver ist als bei Erwachsenen, kommt es durch die Enge im Rachenbereich vermehrt zu Entzündungen und zu Druckausgleichsstörungen im Mittelohr", erklärt HNO-Arzt Stefan Schöneich die Krankheitsanfälligkeit von Kindern.

Durch Infekte wie Erkältungskrankheiten, Schnupfen, vergrößerte oder entzündete Rachenmandeln kann die Tube anschwellen und damit die Belüftung des Mittelohrs eingeschränkt werden. Ist das über längere Zeit der Fall, bildet sich eine Flüssigkeit, die nicht mehr abtransportiert werden kann. Ein Paukenerguss oder, in der Vorstufe, ein Tubenkatarrh entsteht. Oftmals entstehen die Ergüsse spontan über Nacht. Bei anderen Kindern ist es ein schleichender Prozess. Zu Beginn ist die Flüssigkeit sehr dünnflüssig. Wenn sie auf Dauer eindickt, kann es zu Verklebungsprozessen mit der Hinterwand des Mittelohrs kommen.

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Einen Paukenerguss erkennen

Der Paukenerguss gehört bei Kindern zu den häufigsten Erkrankungen. Meistens ist ein akuten Paukenerguss die Begleiterscheinung eines Infektes, doch bei einem Viertel der Kinder wird er chronisch. Kinder zwischen zwei und vier Jahren sind besonders oft betroffen, bei Schuleintritt leiden noch fünf Prozent aller Kinder darunter. Eltern erkennen einen Paukenerguss in der Regel daran, dass das Kind schlecht hört, denn die kleinen Patienten nehmen ihre Umwelt dumpf, verzerrt und leise wahr - etwa so wie jemand, der sich die Finger ins Ohr steckt. Dementsprechend reden sie sehr laut, drehen den CD-Player stark auf oder verstehen etwas falsch. Auch wenn Kleinkinder oder Babys nicht auf Geräusche wie das Klingeln an der Tür oder des Telefons reagieren, sollten Eltern aufmerksam werden.

Bei diesen Signalen für ein vermindertes Hörvermögen sollten Eltern umgehend einen Arzt aufsuchen. "Außerdem kann ein chronischer Schnupfen ein Hinweis sein, eine ständige verstopfte Nase, ein 'Sabbern' aus dem Mund sowie ein unruhiger Schlaf mit Schnarchen oder mit Atemaussetzern. Auch wenn Kinder unter einer chronischen Bronchitis leiden, sollten Eltern immer überprüfen lassen, ob chronisch entzündete Rachenmandel im Spiel sind, von denen Schleim heruntertropft", rät der Mainzer Facharzt. Liege eine Sprachentwicklungsverzögerung vor, könne ebenfalls ein chronischer Paukenerguss dahinterstecken.

Wie ein Paukenerguss behandelt wird

Bevor eine Operation erwogen wird, probieren Ärzte andere anderen physikalische oder medikamentöse Therapien aus. In der Regel ist dies zunächst eine konservative Therapie mit abschwellenden Nasentropfen oder in stärkeren Fällen mit einem Antibiotikum. Auch Nasenluftballons kämen bei etwas größeren Kindern zum Einsatz, allerdings nur bei Paukenergüssen ohne entzündlichen Prozess im Rachenraum, weil sonst die Bakterien aus dem Rachenraum in das Mittelohr wandern könnten, wie der HNO-Spezialist erklärt. Das Aufpusten ist nicht ganz einfach, aber sehr hilfreich, wenn es gelingt. Ob diese Therapien versucht werden, hänge natürlich auch damit zusammen, in welchem Krankheitsstadium ein Kind dem Arzt vorgestellt wird. Ist der Befund sehr stark, die Flüssigkeit eingedickt oder liegt eine Sprachentwicklungsverzögerung vor, könne auch eine sofortige Operation notwendig sein.

Was bei der Operation geschieht

Hat ein Kind keine Hörprobleme, wartet ein Arzt zwei bis drei Monate ab, ob sich die Symptome durch die konservative, nicht operative Behandlung zurückbilden. Bleibt der Behandlungserfolg aus, ist die Therapie der Wahl zunächst die operative Entfernung der Rachenmandeln in Vollnarkose, umgangssprachlich wird auch von "Polypen" oder "Wucherungen" gesprochen. "Liegt zusätzlich ein Paukenerguss vor, entscheidet man nach Befund. Wenn die Flüssigkeit sehr dick ist oder wenn die Mittelohrschleimhaut schon sehr verschwollen ist, dann setzt man zusätzlich Röhrchen ein, damit die Belüftung des Mittelohrs von beiden Seiten erfolgt", erläutert Schöneich sein Vorgehen.

Paukenröhrchen gewährleisten die Belüftung des Mittelohrs

Manchmal wird die Operation aber auch durchgeführt, wenn der Hörbefund in Ordnung ist, aber sehr häufige Mittelohrentzündungen auftreten, weil diese auf Dauer zu Hörschäden durch Vernarbung führen können. Bei der Operation wird zunächst ein Trommelfellschnitt von ein bis zwei Millimeter Größe gemacht und der Schleim so weit wie möglich abgesaugt. Dann wird ein Paukenröhrchen eingesetzt, um die Belüftung des Mittelohres zu gewährleisten. Die Operation wird ambulant durchgeführt, dauert in der Regel 20 bis 25 Minuten und schon nach wenigen Stunden können Eltern und Kind das Krankenhaus verlassen. Nach etwa sechs bis achtzehn Monaten stoßen sich die Röhrchen von selber ab. Nur in seltenen Fällen, so Schöneich, würden Dauerröhrchen eingesetzt, die man erst wieder rausziehe, wenn das Kind weitgehend infektfrei sei, also ungefähr mit sechs bis neun Jahren.

Was nach der OP zu beachten ist

Einige Ärzte raten nach der OP zur Vorsicht beim Baden in Seifenwasser. So solle man vor dem Haarewaschen Watte mit Creme ins Röhrchen tun. Seifenwasser kann gut ins Ohr eindringen, weil die Zusätze die Spannkraft des Wassers reduzieren. Viele Eltern fragen sich, ob ihre Kinder mit Paukenröhrchen ins Schwimmbad dürfen. "Das Problem beim Schwimmen im Schwimmbad ist nicht das Wasser", erklärt HNO-Arzt Schöneich, "sondern die Bakterien im Wasser, die über die Röhrchen ins Mittelohr gelangen können." Um das zu verhindern, empfehlen viele Ärzte, extra dafür hergestellte Stöpsel auf die Paukenröhrchen im Gehörgang zu setzen. Flugreisen mit Paukenröhrchen sind unproblematisch, da ein permanenter Druckausgleich erfolgt.

 
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