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Schwangerschaft: Gibt es ein richtiges Alter für ein Kind?

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Schwangerschaft

Schwanger mit 20, 30, 40 - gibt es das richtige Alter?

03.09.2014, 15:14 Uhr | iri, rw, t-online.de

Schwanger mit 20, 30, 40 - gibt es das richtige Alter?. Mit 20, 30 oder 40: Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Baby? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit 20, 30 oder 40: Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Baby? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

 

Was ist das optimale Alter, um Kinder zu bekommen? Welche Vor- und Nachteile hat eine frühe Schwangerschaft mit 20 oder späte mit 40? Wir betrachten Pro und Contra einer Schwangerschaft in verschiedenen Lebensabschnitten.

"Du bist zu jung, fast selbst noch ein Kind" und "Mach erstmal deine Ausbildung fertig!" Diese Sätze kriegen Frauen zu hören, die mit Anfang 20 Mutter werden möchten. Denjenigen, die erst mit 40 schwanger werden, wird hingegen oft vorgeworfen, dass sie zu egoistisch und zu alt wären, da sie ja schon fast Großeltern sein könnten. Demnach müsste das perfekte Alter zum Kinderkriegen 30 sein und tatsächlich hat mehr als die Hälfte aller Kinder, die heute geboren werden, Mütter Mitte 30.

Das perfekte Alter: Das sagen die t-online.de-Leser

Wir wollten auch von unseren Lesern wissen, was ihrer Ansicht nach für Frauen das perfekte Alter zum Kinderkriegen ist. Insgesamt haben 22.569 Nutzer an der Umfrage teilgenommen. So haben sie abgestimmt:

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Unter 20 Jahre

1,3 Prozent

20 bis 25 Jahre

22,8 Prozent

25 bis 30 Jahre

47,3 Prozent
30 bis 35 Jahre16,2 Prozent

35 bis 40 Jahre

3,3 Prozent

Über 40 Jahre

1,0 Prozent

Das Alter ist egal, solange das Kind geliebt wird

8,1 Prozent


Wie alt sind Frauen bei der Geburt ihrer Kinder?

Die meisten der Leser halten also den Zeitraum zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr für das ideale Alter, um als Frau der erste Kind zu bekommen. Das entspricht dem tatsächlichen Durchschnittsalter, in dem Frauen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2012 zum ersten Mal Mutter wurden. Die folgende Tabelle zeigt das Durchschnittsalter von Frauen bei der Geburt ihres ersten, zweiten, dritten und vierten beziehungsweise jedes weiteren Kindes:

1. Kind2. Kind3. Kind4. und weitere Kinder
Deutschland29,231,633,034,2
Westdeutschland29,431,733,034,4
Ostdeutschland27,930,932,633,6


Die persönliche Reife ist ausschlaggebend

Wichtig für die Frage, wann man sich für ein Baby entscheiden sollte, ist nicht nur das Alter - was auch viele Kommentare der t-online.de-Leser bestätigen. Mindestens ebenso entscheidend ist, wie ausgeprägt der Kinderwunsch ist. Bei allen Problemen ist eine reifere Mutter voller Liebe für ein Kind sicher besser, als eine zwar besonders fruchtbare, aber noch ziemlich unreife 20-Jährige, die für ein nicht geplantes Kind ihre Ausbildung abbricht und dem Nachwuchs unterbewusst dafür ein Leben lang Vorwürfe macht. Neben dem Alter spielen also noch viele andere Faktoren ein Rolle, wenn es darum geht, den richtigen Zeitpunkt für eine Schwangerschaft abzupassen. Die persönliche Reife ist hier sicher ebenso zu nennen wie die Festigkeit der Beziehung zum Partner und vieles weitere mehr. Ob sie persönlich schon bereit sind für ein Baby, können Sie mit unserem Quiz testen - egal, wie alt Sie sind.

Mit 20 ist die Frau am fruchtbarsten

Biologisch betrachtet, ist 20 bis 29 das beste Alter zum Schwangerwerden. Die Fruchtbarkeit ist jetzt am höchsten. Das Bindegewebe ist sehr elastisch und der Körper ist meist relativ schnell nach der Geburt wieder in Form. Die Gefahr einer Fehlbildung des Babys ist in dieser Zeit am niedrigsten. Junge Mütter sind oft unbeschwerter und integrieren die Kinder oft flexibler in den Alltag.

Allerdings haben viele Frauen mit Anfang 20 noch nicht den passenden Partner gefunden, beziehungsweise die Partnerschaften sind oft noch nicht so stabil und lösen sich häufig. Meist ist es den Anfang 20-Jährigen wichtig, zunächst ihre Ausbildung zu beenden und ein paar Jahre zu arbeiten, bevor sie sich für Kinder entscheiden, schlechte Betreuungsangebote und negative Bedingungen beziehungsweise wenig Verständnis in der Arbeitswelt erschweren die Entscheidung noch zusätzlich.

Mit 30 charakterlich gefestigt

Mit Anfang/Mitte 30 ist die Berufsfindung meist abgeschlossen, die Frauen sind relaxter und selbstbewusster. Sie wissen in der Regel genau, was sie wollen und auch die Partnerschaft ist überwiegend gefestigt. Die Phase der Selbsterfahrung und des Ausprobierens ist abgeschlossen. Es fällt leichter, auf bestimmte Dinge wie zum Beispiel Ausgehen und große Urlaube zu verzichten.

Bei den über 30-Jährigen sinkt allerdings schon die Fruchtbarkeit, mit 35 liegt sie nur noch bei 25 Prozent. Das Risiko für Fehlbildungen beim ungeborenen Kind steigt, etwa jedes 250. Kind weist Missbildungen auf. Das Bindegewebe wird schwächer, Krampfadern, Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes und -vergiftungen treten häufiger auf.

Mit 40: Kinderwunsch aus allertiefstem Herzen

Frauen, die mit 40 oder älter schwanger werden, sind gelassener und entspannter, sie haben viel Lebens- und Berufserfahrung und konzentrieren sich mehr auf ihr Kind. Das Gefühl, etwas zu verpassen beziehungsweise auf etwas verzichten müssen, stellt sich bei den "späten" Müttern seltener ein. Sie entscheiden sich in den meisten Fällen aus Überzeugung für ein Kind und sind oft dankbarer für das Kinderglück als junge Mütter. Die finanzielle Situation sowie die Partnerschaft ist gesichert. Über 40-Jährige achten oft mehr auf gesunde Ernährung und körperliche Fitness, sie leben bewusster.

Allerdings liegt die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Schwangerschaft in dieser Altersgruppe unter 20 Prozent. Die Risiken für Fehlbildungen sind sehr hoch, ab 45 weist jedes 30. Kind eine Missbildung auf. Das Risiko einer Fehlgeburt ist mit 40 Jahren fast doppelt so hoch wie mit 30. Auch Schwangerschaftsdiabetes und -vergiftung treten wesentlich häufiger auf als bei 30-Jährigen. Insgesamt sind "späte" Mütter empfindlicher, sie stecken zum Beispiel schlaflose Nächte schlechter weg als 20-Jährige.

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