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Kinderwunsch: Melina Rost bittet um Spenden für künstliche Befruchtung

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Unerfüllter Kinderwunsch  

"Lebenstraum Baby": Berlinerin bittet um Spenden für künstliche Befruchtung

10.04.2015, 16:28 Uhr | Tanja Zech, t-online.de

Kinderwunsch: Melina Rost bittet um Spenden für künstliche Befruchtung. Künstliche Befruchtung per Crowdfunding: Schauspielerin Melina Rost wünscht sich sehnlichst ein Baby.  (Quelle: Anja Barthen)

Schauspielerin Melina Rost wünscht sich sehnlichst ein Baby. (Quelle: Anja Barthen)

ar-schwangerschaftstests-funktionsweise-juli-2016-textbrokerEs ist ihre letzte Chance, ein Kind zu bekommen. Für ihren "Lebenstraum Baby" sammelt Melina Rost aus Berlin auf einer Crowdfunding-Plattform im Internet Spenden für eine künstliche Befruchtung. Eine ungewöhnliche Aktion, hinter der ein lang gehegter Kinderwunsch steckt, dem mehrmals das Schicksal in die Quere kam.

Nicht nur die biologische Uhr tickt. In zwei Wochen endet die Frist für den Spendenaufruf auf caremaker.com. 5400 Euro wird eine weitere Kinderwunschbehandlung kosten. Derzeit zeigt das Spendenbarometer 3225 Euro an, knapp 60 Prozent des Zielwertes. "Ich habe Angst, dass das Geld nicht zusammenkommt," sagt Melina Rost. Was das für sie bedeutet, darüber mag die 39-jährige noch nicht nachdenken. "Ich breche dann jedesmal in Tränen aus," sagt sie in einem Telefoninterview mit t-online.de. Deshalb klammert sie sich an den letzten Strohhalm, dass es doch noch mit dem Wunschbaby klappt.

Krankenkassen unterstützen nur Paare mit Trauschein

Schon 19.000 Euro hat sie in mehrere Kinderwunschbehandlungen gesteckt. Jeden Versuch hat sie aus eigener Tasche bezahlt, weil Krankenkassen die Kosten für eine künstliche Befruchtung nur bei verheirateten Paaren übernehmen. Von anderen betroffenen Frauen habe sie erfahren, dass es auch manche Ärzte in Deutschland ablehnen, bei Frauen ohne Trauschein oder feste Partnerschaft eine künstliche Befruchtung vorzunehmen, sagt die Berlinerin. "Ich finde es heftig, dass in diesem Punkt die Ehe immer noch so hoch gehalten wird." Bei ihr ist nicht nur der fehlende Partner ein Problem, sondern dass sie auf natürlichem Weg nicht schwanger werden konnte.

Eine weitere Behandlung könne sie nicht aus eigener Kraft finanzieren, sagt sie. Deshalb wagt sei einen letzten Versuch mit Crowdfunding. Das Prinzip ist, dass viele Menschen mit kleineren Spendenbeiträgen helfen, ein Projekt zu verwirklichen. Manche sammeln für krebskranke Kinder, andere brauchen einen Treppenlift für die kranke Oma oder Zuschüsse für eine horrende Tierarztrechnung. Für Melina Rost geht es um den "Lebenstraum Baby". "Wenn die Menschen es gut mit mir meinen, habe ich vielleicht noch eine Chance."

Eine Krankheit kommt der Familiengründung in die Quere

Schon als junge Frau war eine Familie ihr Lebensziel. Anfang 30 schien der perfekte Moment gekommen zu sein, beruflich und privat lief alles rund: Melina Rost hatte ein Studium und eine Ausbildung zur Schauspielerin und Moderatorin absolviert. Schnell fasste sie als Freiberuflerin Fuß und bekam erste Rollen in TV-Serien und an Theaterbühnen. Sie lebte in einer stabilen Beziehung mit einem Mann, der auch unbedingt Kinder wollte.

Dann platzte eine folgenschwere Erkrankung in die Familienplanung. Der erste Verdacht auf Lymphdrüsenkrebs bewahrheitete sich glücklicherweise nicht. Als der Krebsverdacht im Raum noch stand und damit die Wahrscheinlichkeit schwand, Kinder bekommen zu können, ging die Beziehung in die Brüche.

Später stellen die Ärzte die Diagnose Sakoidose, eine Autoimmunkrankheit, die einen wochenlangen Klinikaufenthalt mit Cortisontherapie und eine langwierige Regenerationsphase nach sich zog. Als sich der Körper von Melina Rost so weit erholt hatte, dass eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg wieder möglich war, hatte sie keinen Partner mehr.

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Künstliche Befruchtung mit Spendersamen

Drei Jahre vergingen bis ein neuer Mann in ihr Leben trat und das Wunschbaby wieder in greifbare Nähe rückte. Weil die Mittdreißigerin aber nicht schwanger wurde, verwies ein Arzt sie an ein Kinderwunschzentrum. Doch der Partner zögerte diesen Schritt hinaus und wollte sich nicht auf die nötigen Untersuchungen einlassen. Auch diese Beziehung zerbrach am Kinderwunsch. Schließlich entschied sich Melina Rost für eine künstliche Befruchtung mit Sperma eines anonymen Samenspenders.

"Die Hormonbehandlung macht einen ganz anderen Menschen aus einem"

Inzwischen ist sie 39 Jahre alt und hat seit Januar 2014 schon sieben Kinderwunschbehandlungen hinter sich - sechs Mal enttäuschte Hoffnung, einmal kurzes Glück mit tragischem Ende.

"Am Anfang geht man das relativ freudig an, fast enthusiastisch. Aber vielleicht war ich auch naiv." Eine Kinderwunschbehandlung ist für jede Frau eine Tortur, die sich nur durch die Hoffnung auf ein Baby ertragen lässt. "Ich habe im Kinderwunschzentrum viele Frauen getroffen, die psychisch und finanziell am Ende waren", erzählt Melina Rost.

Während des Zyklus sind täglich zehn bis zwölf Hormonspritzen nötig, um die Eierstöcke zur Produktion von Eizellen stimulieren. "Mir die Spritzen selbst zu setzen, war erstmal der Horror. Und die Hormonbehandlung macht einen ganz anderen Menschen aus einem. Beim kleinsten Anlass fließen Tränen, es fühlt sich an wie eine kleine Depression."

In dieser Phase stehen wöchentlich mehrere Untersuchungen an, bei denen der Arzt unter anderem die Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut überprüft. Schließlich werden unter Vollnarkose per Punktion Eier entnommen und im Reagenzglas mit Spermien befruchtet. Wenn dies erfolgreich war, werden ein oder zwei befruchtete Eizellen einige Tage später in die Gebärmutter eingesetzt. Weitere Kontrolluntersuchungen folgen. "Dann wartet man zwölf Tage auf den Schwangerschaftstest. Die letzten drei Tage sind die Hölle, man interpretiert jedes noch so kleine körperliche Anzeichen, kann an nichts anderes mehr denken, nur hoffen, hoffen, hoffen."

Baby im vierten Monat verloren

Nach dem vierten Versuch wird sie schwanger und ist außer sich vor Glück. Bis der Arzt bei einer Vorsorgeuntersuchung im vierten Monat die offene Schädeldecke des Fötus entdeckt. So ist ein Kind nicht lebensfähig. Die Ärzte versichern, dass die Fehlbildung weder mit der künstlichen Befruchtung, noch mit dem Alter der Mutter zusammenhänge.

Melina Rost bekommt ein Wehenmittel gespritzt, um die Schwangerschaft abzubrechen. Sie durchleidet eine schmerzhafte "Geburt" ohne Hoffnung. Erst bei der Beerdigung ihres Sternenkindes habe sie den Verlust des ungeborenen Babys mit voller Wucht begriffen, erzählt sie. Therapieangebote lehnt sie ab, will alleine mit ihrem Schicksal klarkommen. Trotzdem gibt sie den Kinderwunsch nicht auf, denn "ich hatte ja den Beweis, dass ich schwanger werden kann."

Eine längere Auszeit in dieser körperlich und seelisch belastenden Phase kommt für die Freiberuflerin nicht in Frage, schließlich muss sie Geld verdienen und kann nicht riskieren, Aufträge zu verlieren. Auf der Bühne vor dem Publikum muss sie professionell ihren Job machen und lächeln, "auch wenn innerlich alles zusammenbricht." Andererseits gibt die Arbeit Halt und lenkt vom Kummer ab.

"Ich möchte mir doch nur meinen Lebenstraum erfüllen"

Bevor sie 40 wird, möchte sie es noch einmal versuchen. Sie weiß, dass die Qualität der Eizellen mit zunehmendem Alter schlechter wird und die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Befruchtung rapide sinkt. Die Adoption eines Kindes für sie als alleinstehende Frau mit fast 40 Jahren nahezu aussichtslos.

Auf ihrer Seite auf der Spendenplattform (www.caremaker.com/melina) und auf ihrer Facebook-Seite bekommt Melina Rost nicht nur viele aufmunternde Zuschriften und seitenlange Mails von anderen Betroffenen, sondern auch Kritik, die manchmal sehr giftig ausfällt. Das ist der Preis dafür, dass sie öffentlich um Unterstützung bittet. Manche werfen ihr Bettelei vor, obwohl sie doch als Schauspielerin und Moderatorin gar nicht bettelarm sein könne.

Man merkt Melina Rost an der Stimme an, dass sie solche Vorwürfe mehr treffen, als sie zugeben möchte. Sie habe pausenlos hart gearbeitet, um Geld für die bisherigen Kinderwunschbehandlungen zu sparen, betont sie. Schließlich müsse man ein Vielfaches sparen, um vom Lebensunterhalt 5400 Euro für die Behandlung abzweigen zu können. "Bei caremaker.com geht es darum, Wünsche zu verwirklichen. Nur deshalb habe ich mich dort angemeldet, es geht doch um meinen Lebenstraum."

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