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So bekommen Sie den Reizdarm in den Griff

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Ein langer Leidensweg  

So bekommen Sie den Reizdarm in den Griff

10.02.2017, 14:29 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

So bekommen Sie den Reizdarm in den Griff. Das Reizdarmsyndrom verursacht häufig auch Magenkrämpfe.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Reizdarmsyndrom verursacht häufig auch Magenkrämpfe. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall: Bei Reizdarm-Patienten spielt die Verdauung verrückt. Viele haben eine Odyssee an Arztbesuchen hinter sich. Denn die funktionelle Darmstörung hat keine erkennbare organische Ursache, was die Behandlung erschwert. Wie Betroffene die Beschwerden dennoch lindern können.

In Deutschland leiden etwa 15 Prozent der Bevölkerung unter einem Reizdarmsyndrom, schätzt die Deutsche Reizdarmselbsthilfe. Besonders häufig ist die Erkrankung im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Vor allem Frauen leiden unter der Funktionsstörung des Darms.

Reizdarm: Leiden ohne körperliche Ursache

Für die Betroffenen beginnt oft ein langer Leidensweg. Eine ursächliche Therapie des Reizdarms gibt es nicht, da bei ärztlichen Untersuchungen meist keine organische Ursache zu erkennen ist. Einzig die Symptome lassen sich lindern. Krampf- und schmerzlindernde Medikamente sowie eine Ernährungsumstellung sind die wichtigsten Helfer im Kampf gegen die Symptome. Viele Patienten profitieren zudem von einer Psychotherapie.

Empfindliche Nerven im Darm sorgen für Beschwerden

Was genau das Reizdarmsyndrom auslöst, ist noch nicht abschließend geklärt. In der Medizin werden zahlreiche Faktoren diskutiert, die das Krankheitsbild begünstigen. So ist bei den betroffenen Patienten die Darmbewegung gestört und der Darm ist höchst sensibel. Das darmeigene Nervensystem reagiert bei ihnen deutlich schneller und intensiver auf Nahrungsreize als bei anderen Menschen.

Manche Betroffene verspüren bereits bei einem minimalen Dehnungsreiz, der durch Luftansammlungen ausgelöst werden kann, starke Schmerzen. Andere klagen schon bei einer geringen Füllung des Dickdarms über massive Beschwerden. Schuld sind die überaktiven Nervenenden in der Darmschleimhaut.

Chronische Entzündung als Ursprung diskutiert

Laut Gastro-Liga gehen Experten zudem davon aus, dass eine leicht chronische Entzündung des Darms der Erkrankung vorausgeht. Bei manchen Betroffenen tritt das Reizdarmsyndrom plötzlich auf, andere litten zuvor an einer Magen-Darm-Infektion. Anhaltende psychische Einflüsse wie Stress, Angst, Ärger, Frust oder Nervosität können das Reizdarmsyndrom begünstigen und Beschwerden verstärken.

Wie sich die jeweiligen Symptome ausprägen, ist von Patient zu Patient verschieden. Während die einen von Durchfällen geplagt werden, leiden andere hauptsächlich unter Verstopfung und Völlegefühl. Heftige Bauchschmerzen und das Gefühl der unvollständigen Entleerung des Stuhls zeigen sich beim Reizdarm ebenfalls häufig.

Mehrere kleine Mahlzeiten entlasten den Darm

Um zu verhindern, dass der Darm ständig überreagiert, sind Anpassungen der Ernährungsgewohnheiten unumgänglich. So kann der empfindliche Darm kleinere Mahlzeiten deutlich leichter verarbeiten als große. Viele Betroffene essen daher statt drei großen Portionen fünf oder sechs kleine über den Tag verteilt.

Wichtig ist auch, sich Zeit zum Essen zu nehmen. Denn Stress setzt dem Darm zu. Wer langsam isst, kaut besser und unterstützt so die Verdauung. Außerdem läuft man weniger Gefahr Luft zu schlucken, was zu unangenehmen Dehnungsreizen führt.

Alkohol lähmt den Darm

Da Alkohol die Eigenbewegung des Darms beeinflusst, sollten Reizdarm-Patienten darauf besser verzichten. Auch Kaffee und Milch verursachen häufig Beschwerden. Wasser und ungezuckertes Kräutertees hingegen unterstützen den Darm bei seiner Tätigkeit und können Blähungen vorbeugen.

Obst und Gemüse macht so mancher Verdauung zu schaffen

Welche Mengen an Obst und Gemüse vertragen werden, müssen die Betroffenen für sich herausfinden. Während manche gut mit den enthaltenen Ballaststoffen zurechtkommen, führt bei anderen schon eine halbe Paprika zu Beschwerden. Auch Vollkornprodukte werden nicht von jedem Reizdarm akzeptiert, da auch sie für die Verdauung eine kleine Herausforderung darstellen.

Bei Zwiebeln, Kohl, Lauch und Hülsenfrüchte ist ebenfalls Vorsicht geboten. Das Gleiche gilt für Fruchtzucker und Süßstoffe sowie fettreiche und scharfe Speisen. Am besten isst man nur kleine Mengen und tastet sich langsam an die gut verträgliche Portionsgröße heran.

Ernährungsberatung kann eine wertvolle Unterstützung sein

Die meisten Reizdarm-Patienten merken schnell, welche Lebensmittel und Portionsgrößen sie gut vertragen. Dabei kann ein Ernährungstagebuch eine wertvolle Unterstützung sein. Betroffene sollten aber in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, damit ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen werden können.

Stress besser vermeiden

Doch nicht nur die Ernährung hat Einfluss auf die Symptome. Viele Patienten merken sofort, wenn sie viel Stress haben. Denn ein Reizdarm reagiert prompt auf die Zusatzbelastung. Daher sind Erholungspausen wichtig. Wie sich das im Arbeitsalltag effektiv umsetzen lässt, kann man in Entspannungskursen lernen. Sie werden auch von vielen Krankenkassen bezuschusst. 

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