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Homöopathie: Wie funktioniert das Heilen mit Globuli?

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Heilen mit Globuli: Wie wirkt die Homöopathie?

30.05.2016, 12:37 Uhr | Angela Paganini

Homöopathie: Wie funktioniert das Heilen mit Globuli?. Die Angaben hinter dem Wirkstoff geben die Potenz des Heilmittels an. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Angaben hinter dem Wirkstoff geben die Potenz des Heilmittels an (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Immer mehr Menschen bestücken ihre Hausapotheke mit homöopathischen Mitteln. Das hat seinen Grund: Die Heilmethode zeigt kaum Nebenwirkungen, doch oft gute Ergebnisse. Wissenschaftler vermuten, dass die Homöopathie einen Reiz setzt, der die Selbstheilungskräfte aktiviert. Kritiker bemängeln den kaum mehr vorhandenen Wirkstoff und stellen generell die Wirksamkeit in Frage.

Wirkungsweise nach dem Ähnlichkeitsprinzip

Homöopathie beruht auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Was besagt es? Die Symptome einer Krankheit werden mit einem Arzneimittel behandelt, das ähnliche Symptome beim Gesunden auslösen würde. Der Arzt Samuel Hahnemann (1755 -1843) entdeckte dieses Wirkprinzip und begründete damit die Homöopathie. Der Begriff leitet sich vom griechischen „homoios pathos“ ab, was so viel bedeutet wie „ähnliches Leiden.“ Im Unterschied zur konventionellen Medizin bekämpft die Homöopathie somit Krankheiten nicht mit einem gegensätzlichen Wirkstoff.

Bei einem grippalen Infekt würde der Homöopath nun ein Arzneimittel auswählen, welches den Krankheitsanzeichen am ehesten entspricht. Das können zum Beispiel stechende Kopfschmerzen und Niesattacken, ein trockener, bellender Husten und eine verstopfte Nase sein. Ein Mittel, das beim gesunden Menschen diese Symptome auslösen würde, kommt zum Einsatz. 

Der homöopathische Wirkstoff kommt dabei in stark verdünnter Form zur Anwendung. Dies geschieht in unterschiedlichen Verdünnungsgraden – den sogenannten Potenzen. Homöopathische Mittel werden meist in Form von Globuli, also kleinen Kügelchen, verabreicht aber auch Tropfen, Tabletten oder Pulver sind erhältlich. 

Ganzheitliche Behandlung im Mittelpunkt

Die Homöopathie bezieht den ganzen Menschen in das Behandlungskonzept mit ein. Anders als die Schulmedizin therapiert sie nicht eine spezielle Krankheit, sondern die vielfältigen körperlichen und psychischen Symptome des Menschen. „Das kann bedeuten, dass zwei Patienten mit der gleichen Erkrankung unterschiedliche homöopathische Mittel verschrieben werden“, sagt Dr. phil. Birgit Weyel vom VKHD (Verband klassischer Homöopathen Deutschlands) e. V. dazu. 

Um sich ein genaues Bild von den individuellen Besonderheiten machen zu können, „geht jeder homöopathischen Behandlung ein ausführliches Anamnesegespräch voran“, so Dr. Weyel. Die Kunst besteht nun darin, ein homöopathisches Mittel zu finden, das den Krankheitssymptomen am nächsten kommt. Grundlage der Verschreibung ist immer das Ähnlichkeitsprinzip.

Kann die Wirkung nachgewiesen werden?

„Die genaue Wirkungsweise der Homöopathie kann bisher noch nicht abschließend erklärt werden. Wir gehen davon aus, dass die Homöopathie die Selbstheilungskräfte aktiviert“, so Dr. Weyel.

Wissenschaftler zählen die Homöopathie deshalb zu den Reiz- und Regulationstherapien. Sie gehen davon aus, dass das verwendete Mittel einen Reiz setzt, der die Heilung in Gang bringt. Anders als bei Antibiotika, die Erreger bekämpfen, regen homöopathische Mittel vermutlich den Körper an, selbst mit der Krankheit fertig zu werden.

Patient gesund, Wirkung bestätigt

Die gute Nachricht zuerst: Geht es dem Kranken nach der Behandlung besser, war sie erfolgreich. Die unbefriedigende Nachricht folgt: Wie die Heilung zustande kam, lässt sich nicht eindeutig klären.

Ob ein Mittel  geeignet ist, stellen Therapeuten an bestimmten Heilungsstufen fest. So kann es zum Beispiel nach der Verschreibung eines gut gewählten homöopathischen Arzneimittels manchmal zu einer Erstreaktion oder Erstverschlimmerung kommen. Diese hält aber in der Regel nur kurz an und die Beschwerden bessern sich danach kontinuierlich. Daran lässt sich gut beobachten, dass der richtige Anfangsreiz gesetzt wurde. Verbessern sich die Beschwerden weiter, gehen Homöopathen von einer positiven Wirkung aus.

D 6 oder C 30? Wie Potenzen wirken

Potenzen entstehen, wenn der homöopathische Ausgangsstoff in einem bestimmten Verhältnis verdünnt und verarbeitet wird. Nach der Lehre der Homöopathie lässt sich die Wirkung des Mittels auf diese Weise um ein Vielfaches steigern.

„D“ steht dabei für Dezimal und eine Verdünnung im Verhältnis 1:10. „C“ wie Centesimal heißt eine Potenz, wenn sie 1:100 mit Wasser oder Alkohol vermischt wurde. Nehmen Sie beispielsweise „Arnica C 30.“ Hier wird Arnica 30 mal im Verhältnis 1:100 verdünnt. 

Homöopathen haben die Erfahrung gemacht, dass sich die homöopathische Wirkung verstärkt, je mehr der Ausgangsstoff verdünnt wurde. Hochverdünnte Stoffe heißen Hochpotenzen. Sie greifen stärker in das Krankheitsgeschehen ein als Tiefpotenzen. Dr. Weyel erklärt: „Hohe Potenzen – ab D 30 oder C 30 –  wirken in der Regel tief und langanhaltend. Sie gehören deshalb in die Hand erfahrener Therapeuten.“

Kritische Stimmen zur Homöopathie

Es gibt viele Naturwissenschaftler, die Homöopathie ablehnen. Das liegt daran, dass ihre Wirkungsweise sich bisher nicht auf konventionelle Art nachweisen lässt. Zudem liegen den homöopathischen Arzneimittelprüfungen nicht die gleichen wissenschaftlichen Standards zugrunde wie bei schulmedizinischen Medikamenten.

Kritiker werfen der Heilmethode auch vor, dass vom eigentlichen Wirkstoff oft nichts mehr in der Arznei nachweisbar ist – deshalb könne sie nicht wirken. Der Wissenschaftsjournalist Christian Weymayr lässt nur Arzneimittel gelten, die Krankheiten nachweislich bekämpfen. Je schwerer die Symptome der Krankheit, desto höher müsse dosiert werden. Das umgekehrte Prinzip, den Wirkstoff wie in der Homöopathie zu verringern, hält Weymayr für unwissenschaftlich. In seinem Buch „Die Homöopathie-Lüge“ warnt er sogar vor der Gefahr der Heilmethode, da sie dazu verleitet, wirksame Therapien zu vernachlässigen oder gar zu unterlassen.

Gibt es Nebenwirkungen?                                              

Die alternative Heilmethode zeigt keine Nebenwirkungen wie sie bei herkömmlichen Arzneimitteln üblich sind. Dennoch sollten homöopathische Heilmittel immer in Absprache mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker eingenommen werden. Hintergrund: Wird ein Mittel zu häufig oder ohne einen professionellen Blick darauf eingenommen, kann es zu unerwünschten Reaktionen kommen.

Was beeinflusst die Wirkung?

Manchmal kommt es vor, dass ein Patient nicht alle Symptome nennt, da er sie nicht für wesentlich hält. In diesem Fall wählt der Homöopath möglicherweise ein unpassendes Mittel. Für Patienten ist es deshalb wichtig, Details oder Krankheitsanzeichen so genau wie möglich zu schildern.

Auch verschiedene Substanzen können die Wirkung der Mittel aufheben. Dazu gehören starke ätherische Öle, Kaffee, Essig, bestimmte Kräutertees und Alkohol. Welche Stoffe Sie meiden sollten, erfahren Sie von Ihrem Homöopathen. Auch ein psychischer Schock, ein Unfall oder ähnliches kann die Selbstheilungskräfte beeinträchtigen. 

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