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Fettleibigkeit: Letzter Ausweg Magenverkleinerung

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Fettleibigkeit  

Letzter Ausweg Magenverkleinerung

29.10.2015, 07:59 Uhr | T-Online/ dpa/mm, t-online.de, dpa

Immer mehr übergewichtige Patienten, vor allem Frauen, entscheiden sich für eine Magenverkleinerung. Viele hoffen auf eine schnelle Gewichtsreduktion und blenden mögliche Risiken aus. Wir erklären Ihnen, wann eine Magen-Operation sein muss und unter welchen Umständen Ärzte davon abraten.

400 Prozent mehr Eingriffe

Die Magenverkleinerung ist ein drastischer Schritt, um Gewicht zu reduzieren. Immer mehr Deutsche entscheiden sich jedoch für diese Maßnahme, nach der es nicht mehr möglich ist, die gleiche Menge an Nahrung aufzunehmen. Nach Angaben der Krankenkasse DAK hat sich die Anzahl der Eingriffe in den letzten zwei Jahren verdoppelt, wobei acht von zehn Operierten Frauen seien. Die Barmer GEK verzeichnet seit 2006 einen Anstieg auf mehr als 400 Prozent.

Magenverkleinerung bei einem BMI über 40

Bei krankhafter Fettleibigkeit und einem Body-Mass-Index über 40 fällt den Betroffenen das Abnehmen oft schwer. Besonders dann, wenn sie bereits unter Folgeerkrankungen wie Diabetes, chronischen Gelenkschmerzen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Doch die Entscheidung für eine OP sollte von den Betroffenen nicht leichtfertig gefällt werden. Aus medizinischer Sicht kann der Eingriff bei extrem Übergewichtigen jedoch sinnvoll sein und die Lebenserwartung deutlich verlängern. Wer nachweisen kann, dass über einen längeren Zeitraum verschiedene Therapieformen keinen Erfolg gezeigt haben, kann die Operation unter Umständen von der Krankenkasse finanziert bekommen. Dazu muss auch nachgewiesen werden, dass die Verkleinerung die Folgeerkrankungen verringert.

Nur noch wenig Magenvolumen

Die Magenband-Methode sieht vor, dass ein Teil des Magens mit einem verstellbaren Silikonband umschlungen wird. Auch beim Magenbypass wird ein Vormagen geformt. Der Magenausgang wird dann verlegt und direkt an den Dünndarm angeschlossen. Die Nahrung passiert nicht mehr den Zwölffingerdarm, sondern kommt direkt in den Dünndarm und wird nicht komplett verdaut. Mit beiden Methoden wird erreicht, dass der Magen nur noch einen Teil des ursprünglichen Volumens fasst. Ähnlich funktioniert auch der Magenballon, der bereits einen Großteil des Magens füllt. Die Patienten können zwangsläufig weniger essen.

Nach Magen-OP muss sich das Essverhalten ändern

Eine Magen-OP zur Gewichtsreduktion löst jedoch nicht alle Probleme. Für viele übergewichtige Menschen dienen Fressattacken aber zum Frustabbau, für den nach einer OP ein anderer Weg gesucht werden muss. Nach der Operation müssen die Patienten viel Disziplin aufbringen und ein Leben lang bestimmte Essenspläne einhalten. Ansonsten kann es zu Komplikationen kommen und weitere Operationen folgen. Trotzdem unterschätzten viele Patienten die psychischen Folgen, die eine Magen-Operation mit sich bringen könne, so der Endokrinologe Jens Aberle: "Die haben im Sinn, dass sie 50 Kilo abnehmen wollen. Die Problematik, dass sie weniger essen können, sehen sie nicht so richtig auf sich zukommen." Einer Studie zufolge sei die Suizidrate bei Patienten mit einem Magenband oder Magenbypass zehnmal so hoch wie bei nicht operierten Menschen mit ähnlichem Gewicht. Psychische Probleme nach einem solchen Eingriff seien aber nicht die Regel.

Psychologisches Urteil über Magenverkleinerung

Was in Deutschland häufig schon Pflicht ist, sollte grundsätzlich zur Voraussetzung bei Magenoperationen gemacht werden, fordert Aberle: "Alle Patienten sollten vor der OP von einem Experten gesehen und die Qualifikation zur Operation aus psychologischer Sicht beurteilt werden". Ungefähr 20 Prozent der Patienten werde in diesem Gespräch empfohlen, sich nach dem Eingriff psychotherapeutisch begleiten zu lassen. Bei einigen Menschen werde ein Operation auch komplett abgelehnt, weil sie zu instabil seien.

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