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Parkinson: Depressionen sind oft Vorboten

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Medizinische Zusammenhänge  

Depressionen sind oft Vorboten von Parkinson

18.08.2014, 13:22 Uhr | ag

Parkinson: Depressionen sind oft Vorboten. Depressionen können der Parkinsonschen Krankheit oft viele Jahre vorausgehen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Depressionen können der Parkinsonschen Krankheit oft viele Jahre vorausgehen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der kürzlich verstorbene Hollywoodstar Robin Williams († 63) litt an Parkinson. Nach Angaben seiner Ehefrau Susan Schneider habe sich die Krankheit noch im Frühstadium befunden, als er starb. Zudem kämpfte Williams jahrelang gegen Depressionen und Angstzustände an. Für Parkinson-Patienten ist dies nicht ungewöhnlich. Wie US-Forscher herausfanden, werden sie doppelt so häufig von dunklen Gedanken gequält als andere Menschen.

Für ihre Studie beobachteten Neurologen der University of Pennsylvania die psychische Entwicklung von 423 neu erkrankten Parkinsonpatienten über den Zeitraum von zwei Jahren. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung wurden im Fachmagazin "Journal of Neurology" veröffentlicht.

Veränderungen im Gehirn als Ursache

Dabei stellten die Forscher fest, dass auftretenden Depressionen nicht allein seelische Ursachen hatten. Studienleiter Professor Daniel Weintraub betont gegegnüber dem britischen Nachrichtensender BBC, dass die Zusammenhänge sehr viel komplexer seine. Depressionen könnten auch durch Veränderungen im Gehirn ausgelöst werden: "Sicherlich gibt es psychologische Gründe, warum Menschen mit einer neuro-degenerativen Krankheit wie Parkinson depressiv werden, doch auch ihre Gehirnbahnen werden von der Krankheit betroffen. Und diese sind eng mit der Stimmung verbunden", so der Neurologe.

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Zusammenhänge wurden bislang unterschätzt

Am Anfang der Studie waren bei 14 Prozent der Testpersonen, die an Parkinson litten, Depressionen festgestellt worden. In der Kontrollgruppe der gesunden Patienten waren hiervon nur 6,6 Prozent - also knapp die Hälfte - betroffen. Im Studienverlauf zeigte sich bei den Parkinsonpatienten ein weiterer Anstieg der Depressionen, während die Fälle bei den gesunden Probanden zurückgingen.

Weintraub betont, dass die Zusammenhänge zwischen Depressionen und Parkinson bislang unterschätzt worden seien. Noch immer würden viele Patienten zu spät mit Antidepressiva behandelt.

Depressionen oft schon Jahre vor dem Parkinson-Ausbruch

Nach Aussage des Parkinson-Experten Professor David Brennen von der Universität in Newcastle gibt es sogar einen zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer Depression und dem Ausbruch von Parkinson. "Es ist bekannt, dass Menschen oft bis zu zehn Jahre, bevor sie Parkinson-Symptome entwickeln, unter Depressionen und Angstzuständen leiden", sagt der Experte gegenüber BBC. Das zeige, dass die Krankheit schon früh im Gehirn beginne.

Parkinson entwickelt sich schleichend

Die Diagnose Parkinson trifft immer mehr Menschen: Deutschlandweit leiden etwa 150.000 bis 200.000 Menschen an der unheilbaren Funktionsstörung des Nervensystems. Von Parkinson spricht man, wenn die Bewegungen verlangsamt sind, zusätzlich ein Zittern (Tremor) im Ruhezustand und Muskelsteifheit auftreten.

Die Krankheit, die meist im Alter von etwa 60 Jahren diagnostiziert wird, entwickelt sich schleichend. Dabei werden Nervenzellen im Gehirn, die Dopamin produzieren, nach und nach zerstört. Fehlt die richtige Menge dieses Neurotransmitters, werden die Bewegungen der Muskeln beeinflusst. Warum es zum Verlust dieser Nervenzellen kommt, ist bislang nicht bekannt.

Typische Symptome: Zittern und verlangsamte Bewegungen

Bei der Erkrankung zerfallen Zellen des Mittelhirns. Sie produzieren dann kein Dopamin mehr, mit dessen Hilfe der Körper normalerweise Bewegungen steuert. Zahlreiche Störungen, die sich mit dem Fortschreiten des Leidens verstärken, sind die Folge. Dazu können auch eine leise und monotone Sprache sowie eine Verlangsamung der Bewegungen gehören. Weitere Symptome sind Schlaflosigkeit, Verstopfungen und eine Störung des Geruchsinns. Häufig leiden Patienten unter Muskelzittern, haben Schwierigkeiten beim Schnürsenkelbinden und Knöpfeschließen. An der Krankheit selbst sterben die wenigsten. Vielmehr sind es Folgeleiden wie eine Lungenentzündung, die für Betroffene tödlich enden.

Medikamente so früh wie möglich nehmen

Das einzige, was Betroffenen nach der Diagnose bleibt, ist die Krankheit zu akzeptieren, körperlich und mental aktiv zu bleiben - und so früh wie möglich Medikamente zu nehmen. Diese können die Krankheit zwar nicht aufhalten, aber den Prozess deutlich verlangsamen.

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