Sie sind hier: Home > Gesundheit >

HPV ist weit verbreitet

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Nicht nur beim Sex ein Risiko  

Händedruck kann HPV übertragen

31.10.2014, 10:04 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

HPV ist weit verbreitet. Selbst bei einem Händedruck können HP-Viren übertragen werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Selbst bei einem Händedruck können HP-Viren übertragen werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit humanen Papillomviren (HPV). Sie lauern fast überall und eine Übertragung ist sogar per Händedruck möglich. Wer sich infiziert, muss nicht nur mit Haut- und Genitalwarzen rechnen, auch das Krebsrisiko steigt. Wie Sie sich am besten schützen.

Mehr als 150 verschiedene HPV-Typen sind mittlerweile bekannt. Ihnen auszuweichen ist kaum möglich: "Die meisten Erwachsenen kommen während ihres Lebens mit HPV in Kontakt. Das betrifft Frauen gleichermaßen wie Männer“, weiß Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).

Nicht jeder, der infiziert ist, erkrankt

Doch das heißt nicht, dass eine Infektion mit humanen Papillomviren immer auch eine Erkrankung nach sich zieht. In den meisten Fällen ist das Immunsystem stark genug, das Virus erfolgreich zu bekämpfen. Die Infektion heilt ohne Symptome wieder aus, der Betroffene merkt nichts davon. Selbst dann, wenn krebsfördernde Viren beteiligt waren. Doch bei einem Teil der Infizierten sind die Keime stärker. Abhängig vom jeweiligen Virustyp, drohen neben Haut- und Genitalwarzen auch bösartige Zellveränderungen in der Intimregion sowie im Mundraum.

HPV-Übertragung durch Händedruck

Die Übertragungswege, über die die HP-Viren in unseren Körper gelangen können, sind unterschiedlich. So werden die Erreger, die harmlose Hautwarzen im Gesicht sowie an Händen und Füßen auslösen können, über Hautkontakt und verunreinigte Flächen weitergetragen. Daher sollte man in Schwimmbädern und Saunen immer Badeschuhe tragen und Handtücher und Waschlappen von Betroffenen nicht mitbenutzen. Nach dem Kontakt mit einer Hautwarze sollten die Hände gründlich gewaschen und desinfiziert werden.

Genitalwarzen: Meist sind zwei HPV-Typen schuld

Doch nicht nur an den Händen können sich Warzen bilden. Auch die Intimregion kann betroffen sein. Besonders die Papillomviren Typ 6 und 11 sind für die Warzen im Genitalbereich verantwortlich. Genitalwarzen, auch Feigwarzen genannt, sind zwar hochansteckend, aber gutartig. Sie werden über Geschlechtsverkehr übertragen. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. "Es wird geschätzt, dass von 100 Personen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren eine bis zwei sichtbare Genitalwarzen aufweisen“, erklärt Weg-Remers. "Untersuchungen der letzten Jahre zeigen, dass die Häufigkeit weiter steigt.“ Doch Vorsicht: Auch wenn die Warzen abgeheilt sind, kann es sein, dass die HP-Viren am Infektionsort verbleiben. Die Ansteckungsgefahr bleibt bestehen.

Mütter können ihre Kinder bei der Geburt infizieren

Auch eine Übertragung von der Mutter auf ihr Neugeborenes bei der Geburt ist möglich, da das Kind mit den Schleimhäuten der Mutter in Kontakt kommt. Von 1000 Neugeborenen, deren Mutter bei der Geburt Genitalwarzen hatte, lösen die Viren bei etwa sieben Kindern gutartige Wucherungen am Kehlkopf aus, teilt der KID mit.

Eine Ansteckung mit Genitalwarzen ohne Schleimhautkontakt scheint dagegen nicht möglich zu sein: Die Viren würden bei Infizierten weder ins Blut oder in den Speichel noch in die Muttermilch oder das Sperma übergehen, so der KID. Normales Küssen, Blutspenden oder das Stillen eines Kindes seien nach heutigem Kenntnisstand ungefährlich.

Ob die Genitalwarzen-Erreger beim Kontakt der Schleimhäute mit verunreinigten Gegenständen wie Toiletten, Handtüchern oder Seifen weitergegeben werden können, ist bisher noch unklar. Ganz ausgeschlossen werden, könne es nicht, so der KID.

Hochrisikotypen 16 und 18 besonders gefährlich

Neben den harmlosen Papillomviren, die Haut- und Genitalwarzen auslösen können,  gibt es zwölf sogenannte Hochrisikotypen, bei denen die Gefahr einer bösartigen Zellentartung besonders hoch ist. Dazu zählen unter anderem die Typen 16 und 18. Die am häufigsten durch HPV hervorgerufene Krebserkrankung ist Gebärmutterhalskrebs. Doch die Viren können neben der weiblichen Intimregion auch die männlichen Geschlechtsorgane befallen. Auch der After kann betroffen sein. Diese Hochrisikotypen werden ebenfalls über Geschlechtsverkehr übertragen.

Auch Oralverkehr birgt Risiken

Oralverkehr birgt ebenfalls Risiken. Gelangen Hochrisikoviren in den Mundraum, steigt das Risiko, an Mund-, Rachen- oder Kehlkopfkrebs zu erkranken. "Je größer die Zahl der Sexualpartner ist, desto höher ist das Risiko für einen Infekt und somit auch für eine Erkrankung“, erklärt Weg-Remers. "Und auch wenn das Immunsystem die HP-Viren erfolgreich zurückdrängen konnte, kann man sich jederzeit wieder neu infizieren – wieder mit dem Risiko, dass die Infektion nicht vollständig ausheilt und dann in seltenen Fällen zu Krebs führen kann.“

Kondome senken das Ansteckungsrisiko

Um sich vor den gefährlichen Formen der humanen Papillomviren zu schützen, gibt es neben Sex mit Kondom noch die Möglichkeit einer Impfung:  "Zum einen gibt es den Zweifachimpfstoff Cervarix, der vor den Hochrisikotypen 16 und 18 schützen soll. Zum anderen gibt es den Vierfachimpfstoff Gardasil, dessen Ziel das Vorbeugen einer Infektion mit den HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 ist“, erklärt die Expertin. Eine 100-prozentige Schutz-Garantie gebe eine Impfung aber nicht. Zudem müsse die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen.

"Ebenso bietet Sex mit Kondom bei wechselnden Sexualpartnern keinen sicheren Schutz“, erklärt Weg-Remers. Dies liege daran, dass eine HPV-Infektion keine klassische Geschlechtskrankheit sei, sondern eine Kontaktinfektion. Dadurch könnten auch Körperstellen als Infektionsquelle dienen, die außerhalb des durch das Kondom geschützten Bereichs liegen. "Dennoch scheint bei konsequenten Kondomträgern seltener eine Infektion aufzutreten.“

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Shopping
Zaubern Sie die Zeichen der Zeit einfach weg
Bye-bye Falten mit Youthlift von asambeauty
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Meistgesuchte Themen A bis Z

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017