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Bierbauch lässt das Hirn schrumpfen

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Bierbauch  

Macht der Bierbauch dumm?

10.08.2011, 12:18 Uhr | ag

Bierbauch lässt das Hirn schrumpfen. Bierbauch: Tiefliegendes Bauchfett lässt über die Jahre die Hirnmasse schrumpfen.. (Foto: imago)

Tiefliegendes Bauchfett lässt über die Jahre die Hirnmasse schrumpfen.. (Foto: imago)

Wenn der Bauch wächst, schrumpft das Hirn. Das ist, kurz gefasst, das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftler an der Universität Boston. Sie wiesen nach, dass bei Menschen mit viel Bauchfett das Gehirnvolumen schwindet. Von den 733 Testpersonen hatten jene mit besonders dicken Bäuchen weniger Hirnmasse als schlankere Teilnehmer. Außerdem erkennten die Forscher einen Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und dem Risiko von Demenzerkrankungen.


Dicker Bauch und Hirnmasse

Studienleiterin Dr. Sudha Seshadri holte sich die Probanden für diese aktuelle Fragestellung aus der Framingham Herzstudie, die seit 1948 erforscht, wie Herzerkrankungen entstehen. 733 Testpersonen wurden auf ihrem geistigen Zustand und ihre Gewichtsentwicklung untersucht. Faktoren waren BMI, Umfang von Bauch und Taille sowie Messsungen der Fettansammlungen im Bauchbereich. Die Ergebnisse setzten die Wissenschaftler in einen Zusammenhang mit dem Hirnvolumen und der Dichte der weißen Gehirnmasse, in der die Nerven verlaufen. "Wir haben klar gesehen, dass es einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Anteil an tiefliegendem Bauchfett und einem kleineren Gehirn besteht", resümiert Sudha Seshadri in den "Annals of Neurologiy". Ein kleineres Gehirn verfüge über weniger kognitive Möglichkeiten und trage damit ein größeres Risiko in sich, Demenz zu entwickeln.

Bauchfett ist ein Gesundheitsrisiko

Dickbäuchige leben erwiesenermaßen gefährlicher als Menschen mit weniger Fett um die Hüfte. "Zuviel Fettgewebe in der Bauchhöhle erhöht das Risiko für Diabetes, Herzinfarkt und Arteriosklerose deutlich", sagt Harald Klein, Internist an der Ruhr-Universität Bochum. Der Grund: "Das Fettgewebe in der Bauchhöhle produziert verschiedene Entzündungsstoffe, die die Gefäße schädigen". Dem nicht genug: Bauchfett zieht gesundheitsgefährdende Stoffe sogar noch an.

Fettgewebe und Hormonproduktion

Wissenschaftlich erwiesen ist bereits, dass das Fettgewebe schädliche Botenstoffe und Hormone produziert. Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass die Fettzellen zudem Stoffe abgeben, die so genannte "Entzündungszellen" anziehen. Diese Zellen geben dann zusätzlich Entzündungsstoffe ab, wie Klein erklärt. Die Menge des Fettgewebes und die Konzentration der Entzündungsstoffe stehen in direktem Zusammenhang mit dem Arteriosklerose-, Herzinfarkt- und Diabetesrisiko.

Das Metabolische Syndrom

Ein erhöhter Taillenumfang steigert das Risiko, in den nächsten fünf Jahren das so genannte Metabolische Syndrom (MTS) zu entwickeln, um bis zu 46 Prozent. Darauf verweist Philipp Stawowy vom Deutschen Herzzentrum Berlin. An MTS - der Kombination aus Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und "stammbetontem" Übergewicht, also einem dicken Bauch, leiden derzeit etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrieländern. Die Folgen können beispielsweise ein Herzinfarkt oder Schlaganfall sein.

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