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Demenz: Neuer Therapieansatz entdeckt

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Blutwäsche lindert Demenzsymptome

22.06.2012, 09:49 Uhr | dapd

Demenz: Neuer Therapieansatz entdeckt. Demenz: Kann Blutwäsche Demenz heilen? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kann Blutwäsche Demenz heilen? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Demenz wird in einigen Fällen offenbar durch Immunreaktionen gegen körpereigene Nervenzellen hervorgerufen. Die betroffenen Patienten können durch diese Erkenntnis auf neue Therapiemöglichkeiten hoffen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Berliner Charité in Zusammenarbeit mit US-Kollegen. Die neuen Erkenntnisse wurden Ende Mai in der Fachzeitschrift "Neurology" veröffentlicht. 


Immunsystem schuld an Gedächtnisstörungen

Die Forscher um Harald Prüß von der Klinik für Neurologie an der Charité konnten nachweisen, dass Demenzerkrankungen auch durch das Immunsystem hervorgerufen werden können. Dieser Ansatz wurde bei den bisherigen Diagnosekriterien übersehen. Die 24 Teilnehmer der Studie litten an voranschreitenden Gedächtnisstörungen. Von den untersuchten Patienten hatten sieben eine Immunabwehr mit Antikörpern entwickelt. Dies führte zu charakteristischen Funktionsstörungen der Nerven und zum Verlust von Synapsen. Diese dienen als Verbindung zwischen Nervenzellen und anderen Zellen oder zwischen Nervenzellen untereinander. Die Betroffenen zeigten Gedächtnisstörungen und Auffälligkeiten von Stimmung und Affekt. Die Forscher schließen daraus, dass sich die Demenz in diesem Fall durch Behandlungen der Autoimmunerkrankung therapieren lässt.

Blutwäsche gegen Demenzsymptome

Mittels einer Blutwäsche konnten die Antikörper bei den Patienten unschädlich gemacht werden. Der Hirnstoffwechsel im Bereich des Hippocampus, der für Gedächtnisleistungen besonders relevant und bei Demenzerkrankungen vorrangig betroffen ist, verbesserte sich daraufhin signifikant. Die Symptome wie Gedächtnisstörungen und Auffälligkeiten in Stimmung und Affekt gingen signifikant zurück.

Neue Perspektiven in der Demenzbehandlung 

"Durch die Ergebnisse dieser Studie kann sich möglicherweise eine ganz neue diagnostische Herangehensweise an Demenzerkrankungen ergeben. Derzeit arbeiten wir an Folgestudien mit größeren Untersuchungsgruppen, um unseren Ansatz weiter verifizieren zu können", erläutert Harald Prüß und ergänzt: "Das verheißungsvolle Potenzial dieses neuen Ansatzes besteht darin, dass sich für eine ganze Gruppe von Demenzkranken, für die bislang keine spezifische therapeutische Option bestand, völlig neue Perspektiven ergeben könnten".

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