Erkältung, Bakterien und Co.  

Was tun gegen Halsschmerzen?

01.02.2018, 12:18 Uhr | ak (CF), t-online.de, slk

Hausmittel bei Halsschmerzen: Was hilft?. Halsschmerzen Hausmittel (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Zinkevych)

Halswickel und viel Tee helfen gegen lästige Halsschmerzen. (Quelle: Zinkevych/Thinkstock by Getty-Images)

Bei Halsschmerzen ist ein Gang zum Arzt meist nicht notwendig. Diverse Hausmittel und Therapiemaßnahmen können helfen, die Schmerzen selbst in den Griff zu bekommen. Was hilft, wenn der Hals kratzt und welche Ursachen dahinter stecken, erfahren Sie hier.

Hausmittel gegen Halsschmerzen: Halswickel und Tee

Bei Halsschmerzen, Heiserkeit und Schluckbeschwerden gibt es diverse Tipps und Tricks und vor allem altbewährte Hausmittel, die Sie dagegen einsetzen können. Zum Beispiel eignen sich Halswickel, die die Durchblutung fördern und entzündungshemmend wirken. Je nach Art des Leidens entscheiden Sie sich für einen kalten oder warmen Wickel – alternativ dazu können Sie auch einen Wickel aus Kartoffeln oder Zwiebeln machen, am besten zwei bis drei mal am Tag. 

Mehr zum Thema: Halswickel bei Mandelentzündung

Tee und viel Wasser trinken, auch Gurgeln hilft

Ein praktisches Hausmittel gegen Halsschmerzen ist auch Tee, gerade solcher aus Kardamom, Ingwer oder Nelken hilft bei einer Erkältung. Abseits davon gibt Ursula Sellerberg, stellvertretende Sprecherin der Bundesapothekerkammer, den Tipp, auf Getränke mit sogenannten Schleimstoffen zu setzen – dafür eignen sich etwa die Pflanzen Eibisch oder Isländisch Moos. Deren Blätter werden mit kaltem Wasser übergossen und etwa eine halbe Stunde später können Sie das Getränk dann zu sich nehmen.

Linderung versprechen außerdem Gurgellösungen gegen Halsschmerzen, da diese direkt im Rachen angewendet werden. Setzen Sie dabei besonders auf Kamillen- und Salbeitee, da die darin enthaltenen ätherischen Öle gegen Entzündungen von Hals und Mandeln helfen. Auch Salzwasser kann zum Gurgeln benutzt werden, dafür lösen Sie einen Teelöffel Kochsalz in 250 ml warmen Wasser auf. 

Hilfe zur Selbsthilfe: Therapie bei Halsschmerzen

Begleitend zu den Hausmitteln, gibt es zudem verschiedene Maßnahmen die Sie durchführen können, um die Halsschmerzen zu behandeln. Dafür ist ein Gang zum Arzt nicht unbedingt notwendig, in den meisten Fällen können Sie Selbsthilfe leisten:

  • Trockene Schleimhaut vermeiden: Da Halsschmerzen und die damit einhergehenden Schluckbeschwerden oftmals durch trockene Mund- und Rachenschleimhaut ausgelöst werden, sollte die Schleimhaut stets geschützt und feucht gehalten werden. Meiden Sie daher trockene Heizungsluft, Klimaanlagen sowie geringe Luftfeuchtigkeit, die das Austrocknen der Schleimhaut begünstigen. Auch Nikotin und Alkohol können zu Halsschmerzen beitragen, weshalb Sie zumindest für eine gewisse Zeit darauf verzichten sollten. 
  • Stimmbänder schonen: Reizen Sie außerdem ihre Stimmbänder nicht aus und schonen Sie diese – lange Gespräche sind daher Tabu. Sollte Ihnen das aus beruflichen oder anderen dringenden Gründen nicht möglich sein, können Sie kurzfristig auf Lutschpastillen zurückgreifen, die in der Apotheke erhältlich sind. 
  • Säurehaltige Getränke meiden: Die Säure in Fruchtsäften und Softdrinks trocknet den Hals aus und reizt ihn zusätzlich zu den Halsschmerzen. 
  • Immunsystem stärken: Außerdem ist es wichtig, auf ein gesundes Immunsystem zu achten. Sind Ihre Abwehrkräfte geschwächt, sind Sie nämlich anfälliger für bakterielle Infektionen, die zu Halsschmerzen führen können. Achten Sie deshalb auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und halten Sie sich stets warm. Außerdem sollten Sie regelmäßig Ihre Hände waschen, damit  Bakterien und Viren erst keine Chance haben, in Ihren Körper zu dringen. Auch Stress kann Ihr Immunsystem schwächen und sollte daher dringend gemieden werden.

Wann zum Arzt? Untersuchung und Diagnose

Die meisten Halsentzündungen lassen sich in Eigenleistung mithilfe der oben genannten Hausmittel und Selbsthilfe-Maßnahmen in ein bis drei Tagen auskurieren. Wenn das Halsweh nach drei Tagen aber immer noch nicht verschwunden ist und dann auch noch hohes Fieber sowie Schluckbeschwerden hinzukommen, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen. Auch bei starken Schmerzen, Rötungen im Rachen, geschwollenen Gaumenmandeln oder Lymphknoten ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich.

Mediziner unterscheiden im Rahmen der Lokalisierung zwischen drei Arten der Entzündung, je nach Lage: 

  • Mandelentzündung (Angina tonsillaris oder Tonsillitis)
  • Stimmband- /Kehlkopfentzündung
  • Rachenschleimhautentzündung (Pharyngitis)

Handelt es sich um eine der Infektionen, muss mit Antibiotika behandelt werden, damit sich die Bakterien nicht weiter im Körper bis zum Herz ausbreiten.

Ursachen von Halsschmerzen

In der Regel wird eine Halsentzündung durch Viren oder Bakterien ausgelöst. Vereinzelt sind die Schmerzen auch auf eine Pilzinfektion zurückzuführen. Die Erreger befinden sich eigentlich immer in unserem Mund, kommen jedoch gegen ein gesundes Immunsystem nicht an. Ist dieses dagegen geschwächt, starten sie ihren Angriff und befallen die Schleimhäute im Halsbereich. So entsteht die Entzündungsreaktion.

Die häufigsten Ursachen von Halsschmerzen im Überblick:

  • Erkältung (grippaler Infekt)
  • Grippe (Influenza)
  • Mandelentzündung 
  • Kehlkopfentzündung
  • Rachenentzündung
  • Schilddrüsenentzündung
  • Erkrankung in der Speiseröhre
  • Pfeiffersches Drüsenfieber

Halsschmerzen bei Kindern

halsschmerzen kinder (Quelle: imago/Jochen Tack )Wenn Kinder Halsschmerzen haben, sind häufig Streptokokken die Ursache. (Quelle: Jochen Tack /imago)

Leiden Kinder im Spätwinter oder Frühjahr plötzlich unter Fieber mit Halsschmerzen und Belägen auf Mandeln und Zunge, sind häufig Streptokokken die Ursache. Streptokokken sind Bakterien, die Kinderkrankheiten wie Scharlach, sowie Rachen- und Mandelentzündungen auslösen. Sie sind außerdem für etwa ein Viertel der Halsentzündungen bei Kindern zwischen fünf und elf Jahren verantwortlich. Von einer klassischen Erkältung unterscheiden sie sich dadurch, dass Symptome wie Husten oder Schnupfen ausbleiben.

Durch einen Rachenabstrich stellt der Kinderarzt fest, ob das Kind an Streptokokken leidet – ist das Resultat positiv, sollte das Kind so schnell wie möglich mit einem Antibiotikum behandelt werden, damit die Bakterien keine langfristigen Schäden am Herz und an den Nieren hinterlassen. 

Halsschmerzen in der Schwangerschaft

Bei Halsschmerzen während der Schwangerschaft wird ganz besonders dazu geraten, zu Hausmitteln statt zu chemischen Medikamenten zu greifen. Allgemein sollten Schwangere vor der Einnahme von Medikamenten immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten – denn alles, was die Mutter isst und trinkt, kommt auch beim Kind an. 

Doch auch bei so manchen Hausmitteln wird zur Vorsicht geraten: Einigen Heilkräutern sagt man zum Beispiel nach, eine wehenauslösende Wirkung zu erzeugen. Dazu gehört unter anderem Salbei, das in übermäßigen Portionen die Gebärmutter und Hormone stimulieren und somit unerwünschte und in seltenen Fällen sogar schädliche Nebenwirkungen mit sich bringen soll.

Mehr zum Thema: Halsschmerzen in der Schwangerschaft

Quellen und weiterführende Informationen:
- dpa
- Homepage des deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte e.V.
- Apotheken-Umschau
- Onmeda

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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