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Multiple Sklerose: Ursachen, Symptome, Verlauf und Therapie

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Alles über die Nervenerkrankung  

Multiple Sklerose: Symptome, Verlauf und Therapiemöglichkeiten

25.08.2017, 16:24 Uhr | af , t-online.de, LT

Multiple Sklerose: Ursachen, Symptome, Verlauf und Therapie. Kopfschmerzen und Schwindel sind unspezifische Symptome die eine Diagnose von MS schwer machen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kopfschmerzen und Schwindel sind unspezifische Symptome die eine Diagnose von MS schwer machen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die auftretenden Symptome können ganz unterschiedlich sein – je nachdem, welche Areale von der chronischen Entzündung betroffen sind. Die Anzeichen, den Verlauf und die Therapiemöglichkeiten für die Krankheit haben wir für Sie zusammengefasst.

Erste Symptome von Multipler Sklerose

Statistisch gesehen beginnt Multiple Sklerose am häufigsten mit Empfindungsstörungen an Armen und Beinen. Machen sich bei Ihnen beispielsweise taube Füße oder Kribbeln in den Händen bemerkbar, kann dies ein erstes Indiz für den Beginn der entzündlichen Nervenerkrankung sein.

Ähnlich häufig kommt es zu Beginn der Multiplen Sklerose zu: 

  • Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen
  • schwankendem Gang und Stolpern
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Erbrechen

Anfangsstadium: Lähmungserscheinungen und Sehstörungen

Auch Störungen der Muskelfunktion sind im frühen Stadium möglich, die Sie an Symptomen wie Kraftlosigkeit, Lähmungserscheinungen oder Muskelsteifigkeit erkennen können.

Weitere Anzeichen sind Sehstörungen: Im Zentrum des Blickfeldes eines Auges kann es zu einem Sehausfall kommen oder der Blick wird nur getrübt, wie bei leichtem Nebel vor einem Auge. Auch Doppelbilder zählen zur Symptomatik. Seltener treten bei Multiple Sklerose am Anfang Blasenentleerungsstörungen oder eine undeutliche Sprache auf. 

Weitere Anzeichen der Nervenerkrankung

Bei Multipler Sklerose sprechen Experten auch von sogenannten "unsichtbaren" Symptomen, die auftreten können. Dazu gehören sexuelle Störungen wie verminderte Empfindungsfähigkeiten und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Sie können das Nervenleiden auch an einer unnatürlichen Überempfindlichkeit an verschiedenen Körperstellen erkennen. Des Weiteren treten auch schwere und anhaltende Müdigkeit oder Depressionen auf.

Ist Multiple Sklerose vererbbar?

Im Gegensatz zu einer klassischen Erbkrankheit, die auf Veränderungen eines oder mehrerer bestimmter Gene zurückzuführen sind, zählt Multiple Sklerose zu den multifaktoriellen Erkrankungen. Sie entstehen durch genetische Veränderungen im Zusammenspiel mit Umwelteinflüssen sowie der Lebensführung.

Allerdings berichtet in der medizinischen Praxis ungefähr jeder fünfte MS-Betroffene von blutsverwandten Angehörigen, die ebenfalls an Multipler Sklerose erkrankt waren oder sind. Die genetischen Ursachen dafür sind nicht eindeutig geklärt. Das relative Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken, ist bei Kindern eines MS erkrankten Elternteils – im Vergleich zur regionalen Bevölkerung – nur geringfügig erhöht.

Krankheitsverlauf der Multiplen Sklerose

Multiple Sklerose ist eine Erkrankung, die häufig schubförmig verläuft. Dabei können sich neu auftretende Symptome wieder vollständig zurückbilden. Andererseits ist es aber auch möglich, dass sich die Beschwerden immer weiter verschlimmern, bis die entzündliche Nervenerkrankung zu einer zunehmenden Behinderung führt.

Mögliche Anzeichen eines späteren Stadiums der MS sind: 

  • Gangstörungen unterschiedlichen Grades (Spastiken)
  • komplette Lähmung von Gliedmaßen
  • Sehstörungen
  • vorübergehende Blindheit

Zwar werden auch die kognitiven Funktionen von der Krankheit beeinflusst, dennoch sind die meisten Patienten trotz schwerer körperlicher Behinderungen geistig für lange Zeit kaum beeinträchtigt. 

Therapiemöglichkeiten bei MS 

Multiple Sklerose ist nicht heilbar. Durch verschiedene Therapieansätze ist es aber möglich, die Lebensqualität der betroffenen Person zu verlängern und die Selbstständigkeit zu erhalten. Natürlich muss die Behandlungsform je nach Krankheitsgeschichte angepasst und individualisiert werden, denn MS tritt in verschiedensten Verlaufsformen auf.

Da MS in Schüben auftritt, gibt es für genau diese Schübe Akutbehandlungen. Um die Symptome zu lindern werden Kortisonpräparate verschrieben, wodurch das Immunsystem unterstützt wird. Durch die hohe Dosierung der Kortisonpräparate kann es zu Nebenwirkungen kommen, die meist schon durch vorbeugende Medikamente eingedämmt werden können. Eine Langzeittherapie sollte trotzdem ins Auge gefasst werden. Je früher mit Untersuchungen und Behandlungen begonnen wird, desto wahrscheinlicher können Langzeitfolgen verringert werden.

Langzeittherapie bei Multipler Sklerose

Eine Möglichkeit zur Langzeitbehandlung bieten Interferon-beta-Präparate. Sie gelten als immunmodulierende Medikamente, die dazu führen sollen, das erkrankte Immunsystem zu normalisieren. Mit Hilfe dieser Präparate kann die Schubhäufigkeit verringert werden, ebenso wie die Stärke der Schübe. Für den Patienten bedeutet das eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität.

Das Mittel Interferon wird gespritzt. Natürlich kann es auch zu Nebenwirkungen kommen: Fieber ist hierbei nicht unüblich. Für die Langzeittherapie gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, die in Absprache mit einem Arzt an den jeweiligen Krankheitsverlauf angepasst werden müssen.

Symptomatische Therapiemöglichkeiten

Die Vielfältigkeit der Symptome bei Multipler Sklerose bedarf auch vielfältiger Behandlungsansätze. Besonders häufige Symptome sind neben Schmerzen auch Spastiken, Depressionen und Blasenfunktionsstörungen. Um beispielsweise die Schmerzen erträglicher zu gestalten, bieten sich Schmerzmittel an, die nicht freiverkäuflich sind. Auch hierbei ist es wie bei sämtlicher medikamentöser Einstellung wichtig, durch den Arzt genau feststellen zu lassen, was am Besten zum individuellen Krankheitsbild passt.

Um die Spastiken zu lockern, bieten sich verschiedene Medikamente an, sogenannte Muskelrelaxanzien. Zusätzlich dazu ist eine Physiotherapie ratsam, um die Muskeln zu lockern und zu entspannen.

Es empfiehlt sich, bei chronischen Krankheiten psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Viele Multiple-Sklerose-Patienten haben mit Depressionen zu kämpfen, die durch Antidepressiva und regelmäßige Therapiestunden behandelt werden können.

Blasenfunktionsstörungen sind von dem Problem behaftet, oft geheim gehalten zu werden. Betroffene schämen sich und verheimlichen die Symptome. Dabei ist es sehr wichtig für den behandelnden Arzt, die Symptome zu kennen, um Linderung zu schaffen.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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