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Gicht durch zu viel Harnsäure: Alles über Symptome und Behandlung

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Ursachen, Symptome und Behandlung  

Gicht entsteht durch zu viel Harnsäure

08.08.2015, 12:04 Uhr | ade, t-online.de

Gicht durch zu viel Harnsäure: Alles über Symptome und Behandlung. Gicht gilt als Wohlstandskrankheit. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gicht gilt als Wohlstandskrankheit. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sie leiden plötzlich unter schmerzhaften, geschwollenen und heißen Gelenken? Dann könnte es sich um Gicht handeln. Die Krankheit entsteht durch Harnsäurekristalle, die an Gelenken zu Entzündungen führen. Besonders häufig trifft es Männer über 40 Jahre. Als Ursache spielen Ernährung und erbliche Faktoren eine große Rolle. Wir klären auf, was es mit der Gicht auf sich hat:

Ursachen
Was ist Gicht?

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung bei der sich Harnsäurekristalle an Gelenken und Organen ablagern. Dort reizen die scharfkantigen Kristalle das Gewebe und führen zu Entzündungen. Doch woher kommt die Harnsäure?
Harnsäure ist ein Abbauprodukt des Stoffwechsels – genauer gesagt: des Zellstoffwechsels. Sowohl in Nahrungsmitteln als auch in körpereigenen Zellen sind Zellkerne, die sogenannten Purine, enthalten. Baut unser Körper diese Stoffe ab, entsteht Harnsäure, die über den Urin ausgeschieden wird. Fällt sie in zu großen Mengen an, steigt die Harnsäure-Konzentration im Blut (= Hyperurikämie) - ein akuter Gichtanfall droht.

Harnsäure erhöht
Wie entsteht die sogenannte Hyperurikämie?

Ein erhöhter Harnsäurewert im Blut lässt sich häufig auf einseitige Ernährungsweise zurückführen. So gelten fettes Fleisch, Wurst und Alkohol als typische Harnsäure-Bomben. Nahrungsgewohnheiten,die typisch für hochindustrialisierte Staaten sind - nicht umsonst wird die Gicht auch als „Wohlstandskrankheit“ bezeichnet.

Neben den Ernährungsgewohnheiten können auch Erkrankungen der Nieren, Diabetes Mellitus oder andere Stoffwechselerkrankungen Ursachen einer Hyperurikämie sein. Chemotherapie-Patienten, Fastende oder Menschen, die sich einer Radikaldiät unterziehen, sind ebenfalls gefährdet, einen akuten Gichtanfall zu erleiden. Denn bei ihnen zerfallen körpereigene Zellen besonders schnell und lassen die Harnsäure rasch ansteigen. Gicht kommt in manchen Familien gehäuft vor. Mediziner sprechen bei erblich bedingten Faktoren von einer sogenannten genetischen Disposition. Da die Krankheit mehr Männer betrifft, vermuten Forscher dass Frauen durch das weibliche Hormon Östrogen geschützt sind.

Ausführlich:
Welcher Harnsäurespiegel ist gesund?
Was sind Purine?

Akuter Gichtanfall
Heftige Schmerzen beginnen meist in der Nacht

Ein akuter Gichtanfall reißt die Betroffenen förmlich aus dem Schlaf. Typischerweise beginnen die Schmerzen in der Nacht und am großen Zeh. Das Gelenk fühlt sich geschwollen, gerötet und heiß an. Auffallend ist eine extreme Berührungsempflindlichkeit. Betroffene können oft nicht einmal die Bettdecke auf der schmerzenden Stelle ertragen. Ein akuter Gichtanfall kann sich über Stunden oder gar Tage hinziehen. Auslöser der Schmerzattacke ist nicht selten üppiges Essen oder reichlicher Alkoholgenuss am Abend zuor.

Symptome
Gichtanfall: Anzeichen auf einen Blick

  • Plötzlich auftretende, heftige Schmerzen, häufig nachts
  • Gerötetes oder bläulich verfärbtes Gelenk
  • Schwellung
  • Haut fühlt sich heiß an
  • Extrem berührungs- und bewegungsempfindlich
  • Fieber
  • Typischerweise ist das Großzehengrundgelenk betroffen
  • Oft zu finden an Mittelfußgelenken, Sprung- und Kniegelenken sowie die Daumengrundgelenken
  • Der Schmerzattacke geht oft Völlerei oder Alkoholkonsum voraus

Behandlung
Therapie eines akuten Gichtanfalles

Während eines akuten Gichtanfalls helfen Schmerzmittel und kühlende Umschläge. Sind Fuß oder Hand betroffen, wird das Hochlagern häufig als angenehm empfunden. Wenden Sie sich an einen Arzt, der Ihnen verschreibungspflichtige Medikamente wie Colchicin oder Cortison rezeptiert.

Nach dem ersten Gichtanfall dauert es oft Monate oder sogar Jahre, bis eine erneute Attacke auftritt. Dennoch sollte man die Beschwerden nicht auf die leichte Schulter nehmen. Bleibt der Harnsäurespiegel hoch, können die Beschwerden auf andere Gelenke übergreifen. Dauerhafte Verformungen der Gelenke drohen. Unter der Haut - vor allem an Ellenbogen, Händen und Füßen können sich Knoten, die sogenannten Gicht-Tophi bilden. Die Gichtknoten sind Einlagerungen aus Harnsäurekristallen. In ihrer gefährlichsten Form entstehen die Knoten in der Niere. Dort können sie zu Nierenbeeinträchtiungen bis hin zu Nierenversagen führen.

Ausführlich: Gicht richtig behandeln

Ernährung
Finger weg von „Purin-Bomben“

Wer Probleme mit Gicht hat oder einem Gichtanfall vorbeugen will, sollte Lebensmittel mit hohem Puringehalt meiden. Fleisch, Innereien, bestimmte Fischsorten – aber auch Hülsenfrüchte und Alkohol sind für Menschen mit einem erhöhten Harnsäurespiegel ungünstig. Experten raten daher, nicht jeden Tag Fleisch zu essen.. Insgesamt sollten der Verzehr unter 600 Gramm Fleisch pro Woche liegen, so die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Doch nicht nur Fleisch, sondern auch Hülsenfrüchte, Schalen- und Krustentiere sowie Innereien enthalten viel Purin und sollten deshalb nur in Maßen verzehrt werden. Purinarme Lebensmittel sind Kaffee, Milch, Reis, frisches Obst oder Getreideprodukte.
Zudem sollten Sie auf Alkohol verzichten. Insbesondere Bier und Schnaps verstärken das Gicht-Leiden. Studien ergaben zudem, dass Softdrinks durch ihren großen Gehalt an Fruchtzucker das Gichtrisiko ebenfalls steigern. Stattdessen ist es sinnvoll, viel Wasser oder Tee zu trinken. Mindestens zwei Liter sollten es pro Tag sein.
Eine mineralstoffreiche Ernährung hilft ebenfalls, den Säure-Basen-Haushalt auszugleichen und überschüssige Säure zu neutralisieren. Regelmäßige Bewegung und ein normales Körpergewicht wirken der Gicht entgegen, denn mit steigendem Gewicht steigt auch der Harnsäurespiegel.

Ausführlich:
Die richtige Ernährung bei Gicht
Tabelle entlarvt Purin-Bomben

Medikamente gegen Gicht

Lässt sich Ihr Harnsäurewert nicht auf natürliche Weise senken, kann der Arzt entsprechende Medikamente verordnen. Als besonders hilfreich haben sich die Wirkstoffe Allopurinol oder Febuxostat erwiesen. Sie vermindern die Konzentration der Harnsäure im Blut und stellen den Normalzustand wieder her.

Harnsäurewert beim Arzt prüfen lassen

Menschen mit einer erblichen Veranlagung für Gicht können ihren Harnsäurewert beim Arzt bestimmen lassen. Die Harnsäure wird über Nieren, Darm, Schweiß und Speichel ausgeschieden. Mit einer Blutentnahme stellt der Arzt den Harnsäurewert fest. Dieser sollte sich bei Frauen dauerhaft zwischen 2,3 und 6,1 Milligramm pro Deziliter einpendeln. Bei Männern liegt die Untergrenze bei 3,6 und die Obergrenze bei 8,2 Milligramm pro Deziliter, so der Berufsverband Deutscher Internisten e. V. Ein zu niedriger Wert kann auf Lebererkrankungen oder eine Störung im Purinstoffwechsel hindeuten.
Mehr zum Thema: Welcher Harnsäurewert ist gesund?

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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