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Fersensporn: Behandlung und Ursache schmerzender Fersen

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Frauen häufiger betroffen  

Ein Fersensporn schmerzt auf Schritt und Tritt

03.07.2016, 09:33 Uhr | Andreas Heimann, dpa-tmn

Fersensporn: Behandlung und Ursache schmerzender Fersen. Ein Fersensporn kann höllisch wehtun. (Quelle: dpa/tmn)

Von außen ist nichts zu sehen, aber ein Fersensporn kann höllisch wehtun. (Quelle: dpa/tmn)

Wenn der Fuß beim Auftreten unerwartet schmerzt, liegt es womöglich an einem Fersensporn. Frauen sind von dieser Volkskrankheit häufiger betroffen als Männer, Ältere häufiger als Jüngere. Eine Orthopädin erklärt, welche Ursachen und Behandlungen es gibt, und wann der Fersensporn operiert werden muss.

Man muss sich den Fersensporn wie einen zusätzlichen kleinen Knochen vorstellen, der sich am Fuß nachträglich gebildet hat, sagt Renée Fuhrmann, Orthopädin und Chefärztin der Klinik für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie an einem Krankenhaus in Bad Neustadt.

Die Verknöcherung selbst kommt häufig vor und macht keine Probleme. Nur im Fall einer Plantarfasziitis, einer Entzündung der Plantarsehne an der Fußsohle, kann es ziemlich übel werden. 

Wie weit verbreitet ist der Fersensporn?

Fast jeder dritte Mensch hat einen Fersensporn. Bei Älteren über 50 nimmt die Häufigkeit noch zu. Mediziner unterscheiden zwei Varianten, den oberen Fersensporn an der Hacke und den unteren unter der Fußsohle - letzterer kommt deutlich öfter vor.

Was sind die Symptome für einen Fersensporn?

Es kann sein, dass man überhaupt nichts vom Fersensporn merkt. Auch wenn er im Röntgenbild zu sehen ist, hat man nicht unbedingt Schmerzen. Wenn er beim Röntgen zu erkennen ist, besteht die Erkrankung außerdem schon lange. Sie ist ein Zeichen dafür, dass es dort mal eine entzündliche Veränderung am Muskel-Sehnen-Ansatz gegeben hat.

Wer hat ein besonderes Risiko?

Bei Frauen kommt der Fersensporn häufiger vor als bei Männern. Patienten mit Rheuma bekommen ihn überdurchschnittlich oft, genau wie Menschen mit Senk- oder Plattfuß. Übergewicht ist ein weiterer Risikofaktor. Aber es gibt auch einen äußeren Risikofaktor: die Schuhmode. Riskant sind vor allem hohe Absätze. Sie befördern die Verkürzung der Wadenmuskulatur. Dadurch steigt die Gefahr einer Plantarfasziitis.

Welche Behandlung hilft gegen Fersensporn?

Das Beste ist eine Dehnungsbehandlung der Wadenmuskulatur durch einem Physiotherapeuten. Dabei werden die Wadenmuskeln trainiert. Die Dehnübungen bringen in der Regel schon kurzfristig eine Besserung. Bis die Patienten beschwerdefrei sind, müssen sie aber über mehrere Monate ausgeführt werden. Viele Orthopäden stellen dafür allerdings kein Rezept aus. Eine Alternative kann sein, sich auf eigene Kosten vom Physiotherapeuten zeigen zu lassen, welche Übungen sinnvoll sind.

Wann ist eine Operation des Fersensporns nötig?

Eine operative Behandlung ist sehr selten. Dabei löst man die Sehnen vom Knochen ab. Aber das ist nur ein Szenario für den Extremfall. Häufiger wird Kortison gespritzt, das gegen die Entzündung hilft. Eine andere Möglichkeit ist eine Elektrotherapie.

Muss man die Füße gegen Druck schützen? 

Häufig verordnen Orthopäden Einlagen mit sogenannten Softspots für die Schuhe. Das ist wie Wellness für den Fuß, hilft aber nicht bei der Heilung. Eine Einlage ändert nichts am Krankheitsbild.

Wie lange hält die Entzündung an?

Man muss schon in Monaten kalkulieren. Realistisch ist ein halbes bis ein Dreiviertel Jahr. Es gibt bei Plantarfasziitis aber eine Selbstheilungstendenz, üblicherweise klingen die Symptome wieder ab. 

Müssen Patienten sich mit Plantarfasziitis schonen?

Sie können alles machen wie sonst auch, besonders gut sind Aktivitäten, die die Wadenmuskulatur trainieren. Einschränkungen beim Sport sind üblicherweise nicht nötig, auch Joggen ist möglich.

Was ist der Grund, wenn der Schmerz unerwartet lange anhält?

Wenn die Beschwerden nach Monaten noch nicht abklingen, kann ein Nervenkompressionssyndrom die Ursache sein. Das ist so speziell, dass es auch nicht jeder Orthopäde gleich erkennt. In dem Fall ist eine Operation notwendig.

Warum schmerzt der Fuß morgens besonders?

Es ist typisch für den Fersensporn, dass die ersten Schritte nach dem Aufstehen besonders schmerzen. Nachts waren die Füße in einer Beugestellung, morgens dehnt sich die Wadenmuskulatur dann - und im Fall einer Entzündung der Plantarsehne tut das weh.

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