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Chronisches Erschöpfungssyndrom: Ein Überblick

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Krankhaft müde  

Chronisches Erschöpfungssyndrom: Ein Überblick

26.02.2016, 12:57 Uhr | uc (CF)

Chronisches Erschöpfungssyndrom: Ein Überblick. Frauen sind vom chronischen Erschöpfungssyndrom häufiger betroffen als Männer. (Quelle: imago/Westend61)

Frauen sind vom chronischen Erschöpfungssyndrom häufiger betroffen als Männer. (Quelle: Westend61/imago)

Ein chronisches Erschöpfungssyndrom ist nicht zu vergleichen mit der Müdigkeit, die wohl jeder nach einem anstrengenden Tag empfindet. Viele andere Aspekte der Erkrankung sind allerdings weniger eindeutig. Lesen Sie, wie sich das Syndrom äußert und wie eine mögliche Behandlung aussehen kann.

Chronisches Erschöpfungssyndrom: Was ist das?

Ein chronisches Erschöpfungssyndrom, auch "Chronic Fatigue Syndrome" oder kurz "CFS" genannt, zeigt oft ein schwer greifbares und kompliziertes Krankheitsbild. Häufig ist die Diagnose kaum möglich: Betroffene fühlen sich über einen längeren Zeitraum erschöpft, die typischen Symptome sind jedoch recht unspezifisch, die Ursache ist oft unklar.

Auch eine genaue Definition für ein chronisches Erschöpfungssyndrom ist schwierig, selbst Experten stimmen hier nicht überein: So setzen einige die Erkrankung mit einer Depression oder einem Burn-out gleich, da die Krankheiten ähnliche Symptome aufweisen. Andere Fachleute wiederum sehen sie als unterschiedliche Erkrankungen. Ein chronisches Erschöpfungssyndrom darf jedoch in keinem Fall mit der sogenannten Fatigue gleichgesetzt werden. Diese beschreibt zwar ähnliche Symptome, die Ursachen sind jedoch andere – sie hängen hier häufig mit einer vorangegangenen schweren Erkrankung zusammen, zum Beispiel Krebs.

Frauen leiden laut dem Gesundheitsportal "NetDoktor" häufiger unter chronischer Erschöpfung als Männer. Insgesamt sind in Deutschland laut Angaben des Bundesverbandes Chronisches Erschöpfungssyndrom etwa 300.000 Menschen betroffen.

Symptome der Erkrankung

Für die mögliche Behandlung eines chronischen Erschöpfungssyndroms ist zunächst eine eindeutige Diagnose notwendig. Da die Symptome des Erschöpfungssyndroms eher unspezifisch sind, setzen Mediziner klare Kriterien an, die für eine Diagnose erfüllt sein müssen:

Betroffene leiden unter einer chronischen Müdigkeit, die seit mindestens sechs Monaten andauert. Die Erschöpfung ist nicht durch besondere Anstrengungen begründet, sie ist neu aufgetreten, der Patient leidet also nicht schon lebenslang darunter. Durch Ruhe und Erholung lässt sie sich nicht lindern. Weiterhin führt die Erschöpfung gemäß den Kriterien zu einer verminderten Leistungsfähigkeit des Patienten und schränkt ihn in seinen Aktivitäten und seinem Alltag ein.

Vor allem in einem frühen Stadium wird das Syndrom aufgrund ähnlicher Symptomatik dabei häufig mit einer Depression verwechselt.

Chronisches Erschöpfungssyndrom: Weitere typische Beschwerden

Zusätzlich sind weitere typische Symptome möglich. Für eine eindeutige Diagnose muss laut dem Gesundheitsportal "NetDoktor" mindestens eines dieser Symptome die oben genannten Beschwerden ergänzen:

Demnach klagen viele Patienten unter Halsschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Lymphknoten unter den Achseln oder am Hals reagieren empfindlich auf Druck. Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sind ebenso möglich wie Kopfschmerzen. Der Schlaf wird häufig als nicht erholsam empfunden. Nach Anstrengungen sind Betroffene unverhältnismäßig stark ermüdet – ein chronisches Erschöpfungssyndrom bedeutet auch, dass dieser Zustand länger als einen Tag lang anhält.

Das Gehirn der Betroffenen ist verändert

Betroffene weisen zudem verschiedene Veränderungen am Gehirn auf: So ist die Menge an weißer Substanz, die aus myelinhaltigen Nervenfasern besteht, verringert. Die graue Hirnsubstanz hingegen ist dicker als bei gesunden Menschen.

Eine dritte Veränderung lässt sich dagegen nur bei betroffenen Rechtshändern beobachten: Wissenschaftler haben dem Magazin "Focus" zufolge herausgefunden, dass der Nervenstrang, der Schläfenlappen und Stirnlappen verbindet, bei diesen Patienten Auffälligkeiten zeigt.

Mögliche Ursachen: Faktoren im Vorfeld der Erkrankung

Noch gibt es keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wie genau ein chronisches Erschöpfungssyndrom verursacht wird. Experten haben aber einige Faktoren definiert, die eine Erkrankung eventuell begünstigen oder aufrechterhalten. Keine der genannten Möglichkeiten führt jedoch unweigerlich zu CFS.

Mögliche sogenannte prädisponierende Faktoren sind demnach in der Persönlichkeit des Einzelnen begründet. So sollen introvertierte Menschen eher ein chronisches Erschöpfungssyndrom entwickeln als extrovertierte. Auch Perfektionismus oder eine besonders stark ausgeprägte Gewissenhaftigkeit sind Charaktereigenschaften, die CFS eventuell wahrscheinlicher machen.

Doch auch der Lebensstil kann Faktoren beinhalten, welche die Entwicklung des "Chronic Fatigue Syndrome" begünstigen können. Wer sich beispielsweise in der Kindheit wenig bewegt, erhöht eventuell das Risiko einer Erkrankung.

Eventuelle Auslöser des Syndroms

Verschiedene Virusinfektionen, zum Beispiel Pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) oder Lyme-Borreliose gelten als mögliche Auslöser für ein chronisches Erschöpfungssyndrom. Doch auch psychische Belastung oder Stress können den Ausbruch verursachen.

Mögliche Gründe für das Anhalten von CFS

Mehrere Faktoren können außerdem dazu führen, dass die Erkrankung über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt und die Symptome nicht gelindert werden. Viele Patienten geraten beispielsweise in den Teufelskreis, dass sie sich aufgrund ihrer Müdigkeit tagsüber vermehrt ausruhen. Die fehlende körperliche Aktivität kann dann nachts erneut Schlafprobleme auslösen.

Chronisches Erschöpfungssyndrom: Behandlung

Ob das Syndrom heilbar ist oder nicht, kann von Einzelfall zu Einzelfall stark variieren, auch der Verlauf ist schwer vorauszusehen. Mediziner sind sich uneins, wie genau CFS behandelt werden sollte, es gibt entsprechend keine standardisierten Behandlungen. Üblicherweise konzentrieren sich die behandelnden Ärzte bei der Therapie auf die Symptome, welche die Betroffenen am stärksten belasten und im Alltag behindern.

So bieten sich beispielsweise Entspannungsverfahren an, die Betroffenen beispielsweise bei akuten Schlafproblemen helfen können. Schmerzlindernde Medikamente können dagegen Beschwerden im Bereich der Gelenke oder Kopfschmerzen lindern. Auch eine kognitive Verhaltenstherapie kann den Zustand der Patienten verbessern. Betroffene werden meist dazu angehalten, sich ihre Kraft im Alltag gut einzuteilen, auch Ruhephasen werden empfohlen. Häufig müssen Patienten außerdem ihre Aktivitäten der Erkrankung anpassen, diese also gegebenenfalls einschränken.

Spezifische Medikamente für die Zukunft?

Bisher (Stand Januar 2016) gibt es keine Medikamente, die speziell für CFS vorgesehen und zugelassen sind. Möglicherweise könnte sich das in Zukunft jedoch ändern: Eine norwegische Studie zeigte laut dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" bei der Mehrheit der Probanden eine deutliche Verbesserung ihres Zustandes. Die Nebenwirkungen seien jedoch teilweise schwer gewesen, heißt es. 2017 soll eine größer angelegte Untersuchung in diesem Zusammenhang abgeschlossen sein und möglicherweise nähere Erkenntnisse bringen.

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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