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Seltene Autoimmunerkrankung  

Lupus erythematodes: Ursachen, Symptome und Behandlung

04.08.2017, 13:29 Uhr | hm (CF)

Lupus erythematodes: Ursachen, Symptome und Behandlung. Systemischer Lupus Erythematodes kann mit einem Bluttest festgestellt werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Systemischer Lupus Erythematodes kann mit einem Bluttest festgestellt werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Lupus, in der Fachsprache auch als Lupus erythematodes bezeichnet, ist eine seltene Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem identifiziert gesunde Zellen und Gewebe im Körper fälschlicherweise als fremdartig und greift sie an. Welche Ursachen Lupus hat, welche Symptome sich zeigen und wie die Erkrankung diagnostiziert und behandelt wird, lesen Sie hier.

Lupus erythematodes: Formen der Autoimmunerkrankung

Lupus erythematodes ist keine einheitliche Erkrankung. Sie verläuft schubartig und kann verschiedene Formen annehmen. Der kutane Lupus erythematodes (CLE) etwa ist auf die Haut und das Unterhautfettgewebe begrenzt. Als chronisch diskoiden Lupus (CDLE) bezeichnet man eine schwächere Unterform, die sich ebenfalls auf Hautveränderungen beschränkt und laut "lupus-selbsthilfe.de" am häufigsten vorliegt.

Bei systemischem Lupus erythematodes (SLE) können zusätzlich zur Haut auch zahlreiche Organe im Körper beschädigt werden. Gemein haben diese Formen, dass sie vor allem im jüngeren bis mittleren Erwachsenenalter auftreten und Frauen häufiger betroffen sind. Laut "Apotheken Umschau" erkranken achtmal so viele Frauen an systemischem Lupus wie Männer. Dennoch ist Lupus eine seltene Erkrankung, an der in den Industrieländern laut dem Gesundheitsportal "NetDoktor" etwa 12 bis 50 von 100.000 Menschen leiden.

Ursachen für den Krankheitsausbruch

Bis heute sind die genauen Ursachen, die für den Ausbruch von Lupus erythematodes verantwortlich sind, nicht eindeutig geklärt. Laut "Apotheken Umschau" könnte der Immunerkrankung eine erbliche, sprich genetische Veranlagung zugrunde liegen. Darüber hinaus scheinen jedoch auch Umweltfaktoren wie beispielsweise das UV-Licht oder hormonelle Einflüsse den Ausbruch der Krankheit zu begünstigen. Gewisse Medikamente, beispielsweise gegen Bluthochdruck oder Epilepsie, verursachen zuweilen lupusähnliche Symptome, die jedoch nach Absetzen in der Regel wieder abklingen.

Vielfältige Symptome bei Lupus

Lupus löst eine Vielzahl an verschiedenen Symptomen und Beschwerden aus. Deshalb wird er in Fachkreisen oft auch als das Chamäleon der Medizin bezeichnet. Ein klassisches Symptom der kutanen Erkrankungsform ist beispielsweise das sogenannte "Schmetterlingserythem". Hierbei treten Rötungen im Gesicht auf, die in ihrer Form den Fluginsekten ähneln. Auch in anderen Körperregionen können sich jedoch kleine tiefrote Flecken bilden. Sie sind symmetrisch angeordnet und schuppig. Dabei können sie sich auf bis zu vier Zentimeter Durchmesser vergrößern und in der Mitte schließlich verblassen. Heilen die Wunden ab, hinterlassen sie nicht selten stark eingesunkene weißliche Narben mit einem bräunlichen Rand und bleiben haarlos. Darüber hinaus treten oft schmerzhafte und offene Stellen an der Mundschleimhaut vor.

Noch vielfältiger sind die Symptome beim systemischen Lupus. Je nach Organ, das von der Autoimmunerkrankung betroffen ist, treten unterschiedliche Beschwerden auf. Die ersten Lupus-Symptome sind dabei oft allgemeine und nicht spezifizierbare Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsabfall, Fieber und Gewichtsverlust. Hinzu kommen möglicherweise Lymphknotenschwellungen. Im weiteren Verlauf zeigen sich auch bei dieser Form die typischen Hautveränderungen. Außerdem können sich Gefäßverkrampfungen einstellen: Ein Symptom hiervon ist beispielsweise, dass sich die Finger bei Kälte weiß oder blau färben. Aber auch die Gefäße am Augenhintergrund können in Mitleidenschaft gezogen werden. Betroffene klagen über Gesichtsfeldausfälle und Schleiersehen.

Deutlich häufiger sind Gelenkbeschwerden. Insbesondere am Morgen schmerzen die Gelenke und es können Schwellungen auftreten. Etwa die Hälfte aller Patienten entwickelt im Laufe der Erkrankung eine Nierenentzündung. Verspüren die Betroffenen einen deutlichen Anstieg des Blutdrucks oder abendliche Flüssigkeitseinlagerungen in den Beinen, sollten sie den Weg zum Arzt antreten. Wenn dieser eine Behandlung in die Wege leitet, muss sie häufig dauerhaft fortgesetzt werden. Sind die Lunge oder das Herz von der Lupuserkrankung betroffen, entwickeln laut "NetDoktor" drei von vier Patienten eine Rippenfell- oder Brustfellentzündung, auch Pleuritis genannt. Sie empfinden dabei Schmerzen bei der Atmung.

Wie erwähnt variieren die Symptome stark – je nachdem, welches Organ betroffen ist. Eine eindeutige Symptomatik, die auf eine Lupus-Erkrankung hindeutet, lässt sich entsprechend nicht beschreiben.

Autoimmunerkrankung Lupus: Untersuchung und Diagnose

Besteht der Verdacht auf eine Lupuserkrankung, bittet der Arzt seinen Patienten vorerst zu einem ausführlichen Gespräch über die Krankheitsgeschichte. Dabei klärt er die Symptome der Betroffenen ab und befragt sie zur Einnahme von Medikamenten. Danach betrachtet der behandelnde Mediziner die Haut und entnimmt gegebenenfalls Hautproben. Finden sich keine geröteten Stellen auf der Haut, versucht der Arzt unter Umständen, sie mit einem Photoprovokationstest hervorzurufen. Dabei belichtet er an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils drei Testregionen am Körper des Patienten mit UVA- und UVB-Licht. Anschließend werden einen Monat lang wöchentlich die Areale betrachtet, um festzustellen, ob sich die typischen Symptome auf der Haut zeigen. Reichen die Befunde nicht aus, leitet der Arzt im Regelfall eine Blutuntersuchung in die Wege, mit der neben dem Nachweis typischer Antikörper auch der Zustand der Organe beurteilt werden kann, sofern der Patient vom systemischen Lupus betroffen ist.

Therapiemöglichkeiten und Behandlung

Leidet der Patient an der kutanen Form von Lupus, sollte er beginnen, direktes Sonnenlicht zu meiden, um Krankheitsschüben vorzubeugen. Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor gegen UVA- und UVB-Strahlung sind unerlässlich. Darüber hinaus werden entstandene Hautveränderungen gezielt mit kortisonhaltigen Medikamenten behandelt, beispielsweise Salben. In einigen Fällen wird ergänzend ein Präparat verschrieben, das entzündungshemmend wirkt und die Immunreaktion verändert.

Liegt ein systemischer Lupus erythematodes vor, kann der Arzt ein Antimalariamittel einsetzen, um das Abwehrsystem zu beeinflussen. Stärkere Ausprägungen erfordern eine Behandlung mit Immunsuppressiva. Vor der ersten Einnahme kontrolliert er die Leber- und Nierenwerte und veranlasst eine augenärztliche Untersuchung, um Nebenwirkungen zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Medikamente gut vertragen werden. Diese Kontrolluntersuchungen setzt er im Laufe der Einnahme fort. Laut "Apotheken Umschau" bessern sich die Beschwerden häufig nach sechs- bis achtwöchiger Einnahme. Sind die Hautveränderungen abgeheilt und die weiteren Symptome gelindert, kann das Medikament im folgenden Winter abgesetzt werden.

Auswirkungen auf die Gesundheit: Prognose

Beschränkt sich die Lupuserkrankung auf die Haut, ist die Prognose gut. Jahre oder Jahrzehnte später kann die Krankheit zum Stillstand kommen und keine weiteren Symptome hervorrufen. Entwickelt sich jedoch zusätzlich ein systemischer Lupus erythematodes, hängt die Prognose davon ab, wie stark die Organe betroffen sind. Sind Herz, Nieren und Lunge betroffen, kann die Lebenserwartung mitunter sinken. Dem Portal "NetDoktor" zufolge nimmt der Krankheitsverlauf in Einzelfällen so schwere Ausmaße an, dass Lupus tödlich enden kann. Treten die zuvor genannten Symptome auf, empfiehlt es sich also, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen.

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