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Gutartige Wucherung  

Endometriose: Symptome, Diagnose, Therapie

17.05.2016, 12:07 Uhr | rk (CF)

Endometriose: Symptome, Diagnose, Therapie. Endometriose-Symptome werden häufig mit Regelschmerzen verwechselt und bleiben daher oft unerkannt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Endometriose-Symptome werden häufig mit Regelschmerzen verwechselt und bleiben daher oft unerkannt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Endometriose gehört zu den recht verbreiteten Frauenleiden: Die Wucherungen des Gewebes der Gebärmutterschleimhaut sind zwar grundsätzlich gutartig, können jedoch auch Probleme bereiten. Wissenswertes zu Symptomen, Diagnose und Behandlung finden Sie im Folgenden.

Endometriose-Symptome begleiten die Menstruation

Zu den besonders gängigen Endometriose-Symptomen gehören krampfartige Schmerzen im Bereich des Rückens und des Bauches. Diese treten in der Regel während des Menstruationszyklus auf – es handelt sich also um Regelschmerzen. Der Grund hierfür: Während die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) heranwächst, wachsen auch die Endometrioseherde und führen zu den Wucherungen des Gewebes. Je nachdem, wo diese Herde liegen, können auch die Schmerzen variieren: So sind beispielsweise bei Herden im Bereich der Bauchfellhöhle zwischen Darm und Gebärmutter Kreuzschmerzen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr mögliche Begleiterscheinungen.

Auch weitere Menstruationsbeschwerden gehören zu den gängigen Symptomen einer Endometriose, typische Beispiele für diese Zyklusstörungen sind etwa Schmier- und Zwischenblutungen. Möglicherweise kann die Regelblutung auch besonders stark oder lang anhaltend sein.

Da die Symptome der Endometriose an den Zyklus der Frau gekoppelt sind, verschwinden die Beschwerden laut dem Gesundheitsportal "Onmeda" üblicherweise mit den Wechseljahren. Auch Schwangere weisen im Normalfall keinerlei Symptome auf. "Onmeda" zufolge ist andererseits rund die Hälfte aller betroffenen Frauen grundsätzlich beschwerdefrei.

Chronische Beschwerden durch die Wucherungen

Die Schmerzen, sofern vorhanden, können unter Umständen chronisch werden, sodass sie sich über einen längeren Zeitraum hinziehen und entsprechend unabhängig von der Menstruation auftreten. Möglich sind hier chronische Unterbauchschmerzen, die aufgrund von Verwachsungen zwischen den einzelnen Organen in diesem Bereich entstehen.

Zu den eher seltenen Begleiterscheinungen der Endometriose gehören Probleme beim Wasserlassen, Blut im Stuhl sowie Blut im Urin. Dies ist dann der Fall, wenn die Wucherungen des Gewebes den Bereich um den Darm, den Harnleiter oder die Blase betreffen. Auch Durchfall sowie ein dauerhaftes Völlegefühl sind dann möglich.

Zusätzlich zu den erwähnten körperlichen Beschwerden leiden viele betroffene Frauen laut der Endometriose-Vereinigung Deutschland unter Erschöpfung und Müdigkeit, einer erhöhten Infektanfälligkeit sowie unter Allergien und weiteren Autoimmunerkrankungen.

Schwangerschaft trotz Endometriose?

Grundsätzlich ist eine Schwangerschaft für Frauen, die unter Endometriose leiden, problematisch: So ist laut der Europäischen Endometriose Liga mehr als die Hälfte der Betroffenen unfruchtbar. Genauso kann ein unerfüllter Kinderwunsch auch erst auf die Krankheit hinweisen: Mehr als 50 Prozent aller Frauen, die ungewollt kinderlos bleiben, haben Endometriose. Je nachdem, in welchem Bereich die Endometrioseherde liegen, kann sich dies unterschiedlich negativ auf die Familienplanung auswirken: So bedeuten Zysten in den Eierstöcken etwa meist eine Behinderung der Eizellreifung. Knoten im Bereich der Scheide führen dagegen zu schmerzhaftem Geschlechtsverkehr. Hat die betroffene Frau entsprechend seltener Geschlechtsverkehr, setzt dies die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft herab.

Der Weg zur Diagnose

Üblicherweise wird eine Endometriose erst spät diagnostiziert. Laut dem Gesundheitsportal "Netdoktor" dauert es durchschnittlich rund sechs Jahre, bis Ärzte die Beschwerden den Wucherungen zuordnen können. Ein wesentlicher Grund: Viele Frauen halten Probleme mit der Menstruation für so gängig, dass sie meist über einen längeren Zeitraum keinen Arzt aufsuchen. Die Diagnose stellt der Frauenarzt nach einem ausführlichen Gespräch üblicherweise durch eine Tast- oder Ultraschalluntersuchung. Im Rahmen der Ultraschalluntersuchung können grundsätzlich zwar Zysten erkannt werden. Allerdings muss laut dem Portal "Frauenärzte im Netz" im Anschluss eine Bauchspiegelung erfolgen, anhand derer eine eindeutige Diagnose erst möglich wird. Die Spiegelung erfolgt in Vollnarkose. Anschließend wertet der Arzt die entnommenen Gewebeproben aus.

Endometriose-Therapie: Medikamente

Wie genau die Endometriose nach der Diagnose behandelt wird, ist individuell verschieden und vom Ausmaß der Beschwerden abhängig, welche die Erkrankung mit sich bringt. Zufällig entdeckte Wucherungen, die keinerlei Symptome verursachen, müssen nicht zwingend behandelt werden. Andernfalls bestehen unterschiedliche Therapieansätze.

Eine konservative Behandlung sieht die Verabreichung von Hormonen vor. Gestagene verringern die Hormonproduktion in den Eierstöcken – was wiederum zu einer Rückbildung der Endometrioseherde führen kann. Auch eine ärztlich abgestimmte Schmerztherapie ist denkbar. Die Patientin kann hier Medikamente mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure einnehmen. Ein weiterer Vorteil dieser Medikamente ist laut "Frauenärzte im Netz" ihre entzündungshemmende Wirkung. Bei rund 70 Prozent der Betroffenen bildet sich die Endometriose laut "NetDoktor" im Zuge einer solchen konservativen Behandlungsmethode zurück.

Eine Operation kann notwendig sein

Besteht ein Kinderwunsch oder sind die Beschwerden sehr stark, kann dagegen eine Operation notwendig werden. Grundsätzlich sind die Heilungschancen laut "Frauenärzte im Netz" bei einem operativen Eingriff am besten: Die Mehrzahl der Frauen kann anschließend schwanger werden. Bei der Operation werden die Wucherungen mithilfe von Laser, Strom oder auch Skalpell während einer Bauchspiegelung entfernt. Ist die Erkrankung sehr ausgeprägt, ist es gelegentlich erforderlich, Teile des Eileiters oder des Eierstocks zu entfernen. Ein Bauchschnitt ist dagegen beim operativen Eingriff laut "Onmeda" nur dann erforderlich, wenn die Herde sehr ungünstig liegen oder die Wucherungen sehr ausgebreitet sind. Im Rahmen einer Nachbehandlung ist häufig die Einnahme von Hormonen über einen Zeitraum von rund drei bis sechs Monaten notwendig. Zudem wird meist eine Anschlussbehandlung mit Rehabilitation empfohlen. Diese kann eine psychosomatische Therapie beinhalten, um Schmerzerfahrungen der Patientin zu lindern.

Endometriose: Kombinationstherapie zur Behandlung der Wucherungen

Auch eine sogenannte Dreistufentherapie kann eine sinnvolle Behandlung von Endometriose darstellen – insbesondere dann, wenn die Krankheit stark ausgeprägt ist. Diese Form der Therapie beginnt meist mit einer Bauchspiegelung. Anschließend erhält die Patientin über einen Zeitraum von mehreren Monaten Medikamente, welche die Erkrankung lindern sollen. Abschließend erfolgt eine weitere Bauchspiegelung, während der einerseits der Erfolg der Therapie untersucht wird und andererseits eventuell verbleibende Herde entdeckt und operativ entfernt werden können.

Ernährung bei Endometriose: Tipps und Hinweise

Wer an einer Endometriose leidet, kann zusätzlich zu den genannten Behandlungsmöglichkeiten auf die eigene Ernährung achten und so den körperlichen Zustand zum Positiven verbessern. So wird Betroffenen empfohlen, regelmäßig grünes Blattgemüse wie Mangold, Feldsalat oder auch Spinat zu sich zu nehmen. Auch Brokkoli oder diverse Kohlsorten gelten als gesundheitsförderlich. Darüber hinaus sollten Patientinnen auch Hülsenfrüchte, Leinsamen sowie Grüntee in den Speiseplan integrieren.

Daneben gibt es diverse Lebensmittel, die vielen Patientinnen zusätzliche Beschwerden bereiten. Betroffene sollten entsprechend auf Wurstwaren und rotes Fleisch, auf Koffein, Alkohol sowie Zucker verzichten. Auch Fertiggerichte und alle Formen von prozessierten Lebensmitteln können sich negativ auf den allgemeinen Gesundheitszustand auswirken. Zudem weisen viele Frauen, die an Endometriose leiden, eine Glutenunverträglichkeit auf. Entsprechend wird dieser Gruppe empfohlen, auf glutenhaltige Lebensmittel möglichst zu verzichten.

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