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Bundesinstitut warnt vor Durchfallbakterien Campylobacter

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Hohes Fieber, Schmerzen, Krämpfe  

Warnung vor Durchfallbakterien: Darauf sollten Sie achten

09.03.2017, 16:43 Uhr | MHa, dpa

Bundesinstitut warnt vor Durchfallbakterien Campylobacter. Nach einer Infektion mit Campylobacter-Bakterien können schmerzhafte Symptome auftreten. Aber Sie können sich schützen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/LuckyBusiness)

Nach einer Infektion mit Campylobacter-Bakterien können schmerzhafte Symptome auftreten. Aber Sie können sich schützen (Quelle: LuckyBusiness/Thinkstock by Getty-Images)

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor einer starken Zunahme von Campylobacter-Bakterien. Die Erreger lösen ansteckende Durchfall-Erkrankungen aus, häufig erfolgt die Übertragung über Geflügelfleisch. Lesen Sie hier, warum Hygiene so wichtig ist, wie Sie sich vor einer Infektion schützen können und wie Sie Lebensmittel richtig lagern.

Was sind Campylobacter-Bakterien?

Neben Salmonellen sind diese Bakterien die häufigste Ursache für bakterielle Darmentzündungen. Die Keime werden über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und verbreiten sich anschließend in der Darmwand. Dort produzieren sie ein Gift, welches folgende Symptome auslöst:

  • Fieber (bis zu 40 Grad) und Gliederschmerzen
  • Bauchschmerzen beziehungsweise Bauchkrämpfe
  • Heftiger Durchfall und schmerzhafter Stuhlgang
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Allgemeines Krankheitsgefühl

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Oftmals werden Sie, wenn Sie sich infiziert haben, innerhalb von sieben bis 14 Tagen von alleine wieder gesund. Eine Behandlung mit Antibiotika ist in der Regel deshalb unnötig. Wenn die Symptome aber zu stark sind, gehen Sie dennoch zum Arzt.

Dieser kann Ihnen dann fiebersenkende Medikamente und Schmerzmittel gegen die Symptome verschreiben. Ansonsten sollten Sie viel trinken, etwa drei Liter am Tag, sodass der Mineralstoff- und Flüssigkeitsverlust durch den Durchfall wieder ausgeglichen wird.

Trinken Sie am besten:

  • Stilles Mineralwasser
  • Tee
  • Fleisch- oder Gemüsebrühe

Wer ist gefährdet?

"Deutschland verzeichnet pro Jahr 70.000 bis 75.000 klinische Fälle, die durch die Campylobacter-Bakterien verursacht werden", sagte BfR-Präsident Andreas Hensel den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Die Campylobacter-Bakterien sind stark im Kommen." Die meisten, die daran erkrankten, seien junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren.

Hygiene wird vernachlässigt

Als einen Grund für die Erkrankungen nannte Hensel fehlendes Wissen über den Umgang mit Nahrungsmitteln. "Wir müssen uns mehr um die Küchenhygiene kümmern", sagte der BfR-Präsident. "In unserer Welt der Einzelhaushalte wird das Kochen gar nicht erst erlernt."

Es helfe überhaupt nicht, "dem Fernsehkoch zuzugucken", sagte Hensel. "Wo sind die Fernsehköche, die am Anfang jeder Sendung sagen: "Zuerst wasche ich meine Hände." Das sei aber das erste, was der Profi mache und was man auch seinen Kindern in der Küche beibringen müsse.

Ein weiteres Beispiel: "Eine Gruppe junger Leute trifft sich zum Grillen. Da fasst einer den rohen Hühnerschenkel an und nimmt dann mit der gleichen Hand das fertige Würstchen vom Grill. Wer das isst, nimmt genügend Bakterien für fünf Tage Durchfall auf."

Was verursacht die Lebensmittelvergiftung?

Hensel erläuterte: "Schätzungsweise eine Million Deutsche erleiden pro Jahr mindestens eine Lebensmittelvergiftung. Gerade in den Sommermonaten ist die Gefahr einer Ansteckung groß. Schuld daran sind:

  • Viren
  • Bakterien
  • Parasiten
  • bakterielle Gifte

Diese stecken häufig in ganz bekannten Produkten:

  • rohes Fleisch (vor allem Geflügel)
  • Rohmilchprodukte
  • rohe Eier
  • infizierte Haustiere
  • verunreinigtes Trinkwasser

Es gibt sogar echte "Risiko"-Gerichte, die derzeit "hip" sind, wie Enten-Carpaccio." Wer anfällig für Infektionskrankheiten sei, sollte sie meiden.

Wie kann man sich schützen?

Besonders in der warmen Jahreszeit sollten Sie kein rohes Fleisch zu sich nehmen und zudem auf die von Hensel hingewiesene Hygiene (häufiges Händewaschen) achten. Wenn Sie verreisen wollen, vermeiden Sie das Trinken von Leitungswasser.

Wie lagert man Lebensmittel richtig?

Zur Hygiene gehört auch ein richtig eingeräumter Kühlschrank. Dessen Temperatur liegt am besten zwischen vier und acht Grad Celsius. "Weil warme Luft aufsteigt und kalte Luft sinkt, ist es oben immer etwas wärmer als im unteren Bereich", erklärt Ute Gomm vom aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

So befüllen Sie Ihren Kühlschrank richtig:

  1. Auf die oberste Ablage gehören Marmelade und Soßen, sagt Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik (VFED).
  2. Auf dem zweiten Kühlregal von oben werden Milchprodukte gelagert.
  3. Auf dem dritten lagern Sie fertige Speisen.
  4. Unten, wo es am kühlsten ist, sollten Wurst, Fleisch und Fisch aufbewahrt werden.
  5. Ganz unten ist das Fach für Obst und Gemüse.

Wichtig ist auch, den Kühlschrank regelmäßig zu reinigen. "Etwa alle vier Wochen sollten die Ablagen und Fächer mit warmem Wasser, etwas mildem Allzweckreiniger und einem Tuch gesäubert werden", erklärt Gomm.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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