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Rinderfleisch erhöht Darmkrebsrisiko

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Rinderfleisch erhöht Darmkrebsrisiko

04.04.2012, 13:59 Uhr | T-Online, t-online.de

Rinderfleisch erhöht Darmkrebsrisiko. Im roten Fleisch stecken die Krebsviren. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Im roten Fleisch stecken die Krebsviren. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer sein Steak gern blutig oder "medium" isst, lebt gefährlich - so zumindest die Hypothese des Nobelpreisträgers Harald zur Hausen. Viren, die Darmkrebs verursachen können, werden beim scharfen Braten oder Grillen nicht abgetötet, erklärt der Forscher. Wie Sie sich schützen können: So senken Sie Ihr Darmkrebsrisiko.

Zu viel rotes Fleisch erhöht das Darmkrebsrisiko

Den Nobelpreis erhielt Harald zur Hausen für den Nachweis, dass Gebärmutterhalskrebs durch Viren verursacht wird. Nun vermutet der Virologe vom Krebsforschungszentrum Heidelberg, dass auch Viren im Fleisch von Rindern Schuld an Tumoren sein könnten. Gut belegt ist der Zusammenhang zwischen dem Konsum von rotem Fleisch und Darmkrebs im Hinblick auf krebsfördernde Stoffe. Die Auswertung von über 100 Bevölkerungsstudien ergab, dass das Darmkrebsrisiko beim regelmäßigen Verzehr von Rindfleisch um 20 bis 30 Prozent steigt. In Regionen, wo kaum oder gar kein Rindfleisch gegessen wird, wie beispielsweise in Indien, trete daher Darmkrebs deutlich seltener auf.

Viren im Fleisch erst hohen Temperaturen abgetötet

Noch ist nicht klar, um was für ein Virus es sich tatsächlich handeln könnte. Hitzebeständige Viren bleiben bei bestimmten Zubereitungsmethoden des Fleisches erhalten. Ein Steak, das roh oder medium gebraten wird, erreicht im Inneren eine Temperatur von 30 bis 70 Grad, was nicht ausreicht, um das Virus abzutöten. "Denkbar ist diese Hypothese, dass ein Virus vom Wirtskörper des Rindes durch den Fleischverzehr auf den Menschen übergeht, durchaus", bestätigt Prof. Dr. Herbert Pfister vom Kölner Institut für Virologie. "Da sich das Virus im fremden Wirtskörper nicht so schnell vermehren kann, liegt es über Jahre hinweg in den Zellen und kann zu Entartungen wie Tumoren führen."

Ein langer Weg für die Forschung

Ob es sich bei dem Erreger jedoch tatsächlich um einen TT-Virus, wie von zur Hausen vermutet, handelt, muss noch geklärt werden. "Bei den TT-Viren handelt es sich um eine große, heterogene Gruppe, deren Viren bereits 90 Prozent der Menschen weltweit in sich tragen - meist ohne dass sich daraus eine Krankheit entwickelt", so Pfister. Da Unterschiede zwischen den verschiedenen Viren dieser Familie bestehen, gleichen sich beispielsweise die Erreger bei Mensch und Tieren nicht zwangsläufig. "Bis das konkrete Krankheitsbild nicht geklärt ist, gibt es noch keine wissenschaftliche Basis für einen möglichen Impfstoff als Gegenmittel", folgert der Virologe. Wer das Darmkrebsrisiko gering halten möchte, kann bereits jetzt durch eine entsprechende Ernährung gegensteuern. "Umso höher der Konsum, umso höher das Risiko."

Nicht zu dunkel braten

Rotes Fleisch und Wurstprodukte von Rind und Schwein gelten bereits seit längerem als Mitverursacher von Darmkrebs. Das Fleisch zu heiß und zu lange zu braten, kann jedoch auch schädliche Folgen haben. Als besonders ungesund gilt es, das rote Fleisch bei über 220 Grad dunkel anzubraten und anschließend mit dem dabei entstandenen Saft als Soße zu servieren. Denn hierbei entsteht der krebsfördernden Stoff HAA (Heterozyklische Aromatische Amine). Auch das Anbraten von Fleisch auf dem Holzkohlegrill ist nicht empfehlenswert. Hier besteht die Gefahr, dass abtropfendes Fett aus der Kohle als Dampf ins Grillgut aufsteigt und es mit krebserregenden PAK (Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen) verseucht.

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