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Darmkrebs: Wie kann ich merken, dass ich Darmkrebs habe?

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Stuhltest kann helfen  

Kann ich merken, dass ich Darmkrebs habe?

04.05.2017, 10:48 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Darmkrebs: Wie kann ich merken, dass ich Darmkrebs habe?. Aus Polypen kann sich Darmkrebs entwickeln. Sie werden bei einer Darmspiegelung entfernt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Aus Polypen kann sich Darmkrebs entwickeln. Sie werden bei einer Darmspiegelung entfernt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Darmkrebs wächst langsam und verursacht im Frühstadium keine Beschwerden. Im fortgeschrittenen Verlauf gibt es allerdings Symptome, die auf einen bösartigen Tumor im Darm hinweisen können. Darauf zu hoffen, diese zuverlässig selbst zu erkennen, sollte man aber nicht.

Bei den meisten Betroffenen verursacht Darmkrebs lange keine Beschwerden. Frühe Stadien werden oftmals zufällig entdeckt, beispielsweise bei einer Untersuchung aus ganz anderem Anlass. Die ersten Warnzeichen, die ein bösartiger Tumor verursachen kann, sind so untypisch, dass sie meist nicht mit der Erkrankung in Zusammenhang gebracht werden. Dazu zählen etwa eine verminderte Leistungsfähigkeit, häufige Müdigkeit, wiederholt leichtes Fieber oder Nachtschweiß.

Probleme mit dem Stuhlgang immer abklären

Auch veränderte Stuhlgewohnheiten gehören zu den möglichen Warnzeichen. Laut dem Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg (DKFZ) gehören dazu beispielsweise besonders häufiger Stuhldrang, aber auch wiederholte Verstopfung. Ein ständiger Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall sollte ebenfalls aufmerksam machen.

Darmkrebs: Blut im Stuhl ist ein ernstes Warnsymptom

Auch sichtbares Blut im Stuhl kann auf Darmkrebs hindeuten. Ebenfalls aufmerksam sollte man bei Schleimabsonderungen werden. Wie der KID berichtet, erzählen manche Betroffenen zudem von besonders übel riechendem Stuhl, ohne dass sich dies durch bestimmte Lebensmittel erklären ließe. Führt ein wachsender Tumor zu Verengungen im Darm, kann der Stuhl bei manchen Patienten außerdem bleistiftdünn geformt sein.

Auch häufige, starke Blähungen – mit möglichem Stuhlabgang – sowie Völlegefühle, obwohl man nicht viel gegessen hat, sollte man ernst nehmen. Möglich ist zudem, dass ein Darmtumor Schmerzen beim Stuhlgang auslöst oder zu krampfartigen Bauchschmerzen führt.

Darmkrebs entwickelt sich still

Die meisten der genannten Symptome treten allerdings erst im späten Verlauf der Erkrankung auf. Patienten, die mit diesen Beschwerden zum Arzt kommen, können daher viel seltener geheilt werden als Patienten, bei denen der Darmkrebs in Zuge einer Früherkennungsuntersuchung festgestellt wurde.

Hinter Verdauungsproblemen können viele Erkrankungen stecken

Da andere Magen-Darm-Erkrankung ähnliche Warnsignale aussenden, ist es wichtig, die Beschwerden schnell abklären zu lassen. So führt zum Beispiel eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ebenfalls zu Verdauungsbeschwerden. Hinter Blutungen können auch Hämorriden stecken.

Stuhltest und Darmspiegelung: die zuverlässigsten Erkennungsmaßnahmen

In einem sehr frühen Stadium Darmkrebs zu erkennen, ist nur im Zuge der Vorsorge möglich. Wer die Darmspiegelung nach Abwägung aller Vor- und Nachteile ablehnt, kann alternativ einen Stuhltest machen.

Seit April bezahlen die Krankenkassen Patienten ab 50 Jahren einmal jährlich einen Stuhltest zur Darmkrebsvorsorge. Diesen sogenannten immunologischen Okkultbluttest bekommt man beispielsweise beim Hausarzt, kann ihn dann selbst zu Hause durchführen und die Proben beim Arzt abgeben. Über das Ergebnis informiert ein Brief.

Nicht jeder Tumor blutet

Ist der Befund positiv, sollte der Betroffene unbedingt gleich mit seinem Arzt sprechen, erklärt die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dagmar Mainz. Ein positives Ergebnis bedeutet nicht, dass der Patient Krebs hat. Blut im Stuhl kann auch andere Ursachen haben. Um das zu klären, sei bei positivem Befund aber eine Darmspiegelung nötig. Ab 55 Jahren gehört auch die Darmspiegelung (Koloskopie) zu den Vorsorgeleistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

"Die Darmspiegelung ist die zuverlässigste Untersuchung zur Darmkrebserkennung und kann die Heilungschancen deutlich erhöhen", erklärt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes. "Im Rahmen der Kontrolle wird dem Patienten ein Endoskop in den Darm eingeführt, welches mit einer kleinen Zange ausgestattet ist. Findet der Arzt einen Polypen, aus dem sich Darmkrebs entwickeln könnte, trennt er diesen von der Schleimhaut des Dickdarms ab."

Erhöhtes Darmkrebs-Risiko: Vorsorge schon früher möglich

Menschen mit einem erhöhten Krebsrisiko können mit den Früherkennungsmaßnahmen bereits früher beginnen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn in der Familie bereits Darmkrebsfälle bekannt sind oder Darmkrebsvorstufen entdeckt wurden. Auch Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, etwa Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, können die Untersuchungen zeitiger wahrnehmen. Am besten bespricht man mit seinem Hausarzt, wann es sinnvoll ist, mit der Früherkennung zu beginnen.

Früherkennung keine hundertprozentige Garantie

Auch wenn die Früherkennungsuntersuchungen heute eine hohe Qualität haben: "Einen hundertprozentigen Schutz können sie nicht bieten. Es lässt sich nie ganz ausschließen, dass Menschen, obwohl sie regelmäßig zur Kontrolle gegangen sind und gesund gelebt haben, an Darmkrebs erkranken", sagt Weg-Remers. Fehler im genetischen Code würden oft rein zufällig entstehen. Die Diagnose einer Darmkrebserkrankung bedeute nicht, etwas falsch gemacht oder übersehen zu haben oder gar "Schuld" an der Erkrankung zu tragen.

Darmkrebsprävention: Jeder kann etwas für sich tun

Trotzdem kann man mit einem gesunden Lebensstil dazu beitragen, sein persönliches Erkrankungsrisiko zu senken. Wichtig ist, dass man sich ausreichend bewegt und Übergewicht vermeidet. Ballaststoffe, wie sie etwa in Vollkornprodukten, Gemüse und Hülsenfrüchten enthalten sind, tun dem Darm gut. Fleisch sollte nur in Maßen auf dem Speiseplan stehen, Alkohol nur selten und in kleinen Mengen konsumiert werden. Auf Zigaretten verzichtet man am besten ganz.

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