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Mozilla zieht Firefox OS für Smartphones den Stecker

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Hersteller gesteht Niederlage  

Mozilla zieht Firefox OS den Stecker

09.12.2015, 15:54 Uhr | t-online.de, dpa

Mozilla zieht Firefox OS für Smartphones den Stecker. Günstige Firefox-Smartphones wie das Alcatel One Touch Fire konnten nur wenige Käufer locken. (Quelle: dpa)

Günstige Firefox-Smartphones wie das Alcatel One Touch Fire konnten nur wenige Käufer locken. (Quelle: dpa)

Browser-Hersteller Mozilla hat das Ende seines Smartphone-Betriebssystems Firefox OS bekanntgegeben. Die Alternative zu Android oder iOS setzte auf günstige Smartphones und offene Web-Techniken. Das Konzept ging aus mehreren Gründen nicht auf.

Die Mozilla Foundation ist vor allem für ihren Browser Firefox bekannt. 2013 brachte die Stiftung auch ein eigenes Betriebssystem für Smartphones heraus, das vollständig mit Techniken des World Wide Web arbeitet. Apps für Firefox OS sollten so auf allen Betriebssystemen Verbreitung finden und einen Gegenpol zu den sauber getrennten Ökosystemen von Apple und Google bilden. Nun zieht Mozilla angesichts der Android-Dominanz den Stecker.

Das Betriebssystem habe zwar die Flexibilität des Internets bewiesen, sagte Mozilla-Manager Ari Jaaksi dem amerikanischen Technik-Blog "TechCrunch".  "Allerdings konnten wir nicht die bestmögliche Benutzerfreundlichkeit erzeugen", räumte Jaaksi das Scheitern seines hauseigenen Smartphone-Betriebssystems ein. Telefone mit Firefox OS sollen nicht mehr über Mobilfunk-Anbieter vertrieben werden. In der Zukunft solle es aber "neue Experimente" mit vernetzten Geräten geben.

Kein Erfolg mit günstigen Smartphones 

Mozilla hatte Firefox OS im Jahr 2013 vorgestellt. Die Telefone waren als günstige Smartphones zunächst vor allem für Entwicklungs- und Schwellenländer gedacht. Sie wurden unter anderem in Lateinamerika, in Afrika und in Europa zum Beispiel in Polen oder Spanien auf den Markt gebracht.

Allerdings wurden auch Smartphones mit dem dominierenden Google-System Android immer günstiger, was Firefox OS schnell den Wind aus den Segeln nahm. Der Anteil am Smartphone-Geschäft blieb mikroskopisch. Zugleich laufen aber auch vernetzte Fernseher von Panasonic mit Firefox OS.

Technikchef kehrte Firefox OS den Rücken

Noch im Juni hatte Mozilla-Chef Chris Beard für die neue Version von Firefox OS "Ignite" neue Ziele vorgegeben. Die Idee eines 25-Dollar-Smartphones war vom Tisch. Das System solle nicht mehr vor allem auf Billig-Smartphones zielen und auch auf anderen vernetzten Geräten laufen, hieß es.

Doch schon damals zeichneten sich Schwierigkeiten bei der Weiterentwicklung ab. So hatte der für die Firefox-OS-Entwicklung zuständige Technikchef Andreas Gal, ein ungarisch-deutscher Informatiker, die Organisation in Richtung eines Start-ups verlassen.

Marktanteile von Android weiterhin gewaltig 

Bei den Smartphone-Verkäufen dominiert Android mit einem Marktanteil von über 80 Prozent. Apple kommt mit seinem iPhone auf rund 15 Prozent, sichert sich aber den Großteil der Gewinne in der Branche, weil der Konzern auf günstige Geräte mit geringen Verkaufsmargen verzichtet. Andere Betriebssysteme haben es schwer. Microsoft mit seinem Windows Phone kam in der jüngsten Rangliste des IT-Marktforschers IDC gerade einmal auf 2,2 Prozent, Besserung ist nicht in Sicht.

Firefox OS kam bei IDC zusammen mit weiteren Systemen in die Rubrik "Andere" mit einem gemeinsamen Marktanteil von 0,8 Prozent. Die kleinen Anbieter kämpfen mit massiven Problemen. Der Smartphone-Pionier Blackberry schwenkte vom eigenen System auf Android um. Hersteller Jolla, der aus ehemaligen Nokia-Mitarbeitern besteht und Geräte mit dem System Sailfish OS vermarktet, will sich in einer Insolvenz sanieren.

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