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Panikraum: schuss-sicherer "Schutzbunker" im eigenen Zuhause

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Der Panikraum: "Schutzbunker" im eigenen Zuhause

30.05.2012, 16:43 Uhr | Karin Henjes, zuhause.de

Panikraum: schuss-sicherer "Schutzbunker" im eigenen Zuhause. Ein Panikraum ist die allerletzte Zuflucht, wenn sich Eindringlinge im Haus befinden. (Quelle: Foto: Thinkstock/tresorbau-guembel.de/Montage: zuhause.de)

Ein Panikraum ist die allerletzte Zuflucht, wenn sich Eindringlinge im Haus befinden. (Quelle: Foto: Thinkstock/tresorbau-guembel.de/Montage: zuhause.de)

Einen Panikraum dürften die meisten Menschen wohl nur aus dem Kino kennen. In dem Blockbuster "Panic Room" mit Jodie Foster suchen eine Mutter und deren Tochter in einem solchen Schutzraum Zuflucht vor zwei Einbrechern. Zuhause.de hat mit einem Experten für häusliche Sicherheitstechnik gesprochen und sich die wichtigsten Eigenschaft eines realen Panikraums erklären lassen. Nur: Wer braucht überhaupt so einen Panikraum? Wie funktioniert er und was kostet dieses Mehr an Sicherheit? Unsere Foto-Show zeigt, wie ein moderner Panikraum aufgebaut ist.

Erst seit rund zehn Jahren, also seit der Ausstrahlung des Kinofilms, werden in Deutschland Panikräume – aufgrund ihrer amerikanischen Herkunft auch als "Panic Room" oder "Safe Room" bezeichnet – in nennenswertem Umfang installiert. Diese Wohneinheiten befinden sich im Inneren eines Gebäudes und bieten den Bewohnern Schutz, wenn Einbrecher im Haus sind.

Im Deutschland ist der Panikraum eher selten

Wie Olaf Vogel, Geschäftsführer der Selecto UG in Thale, berichtet, hinken die Deutschen allerdings stark hinter den USA, Frankreich oder auch Österreich hinterher, wenn es um vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen geht. "Das Thema wird hier in Deutschland sehr stiefmütterlich behandelt", beklagt der Fachmann, der viele Jahre für einen Security-Dienst gearbeitet hat. Vogel selbst hat inzwischen zwölf Panikräume in Häuser und Wohnungen eingebaut und gehört damit zu den erfahreneren deutschen Experten auf diesem Gebiet.

Für wen eignet sich ein Panikraum?

Auf die Frage, wer sich denn überhaupt so einen Schutzbunker in sein Zuhause einbauen lasse, reagiert der Sicherheitsexperte zurückhaltend. Namen verbieten sich natürlich. "In der Regel handelt es sich hierbei um Personen, die nicht gerade am Hungertuch nagen und meist auch in der Öffentlichkeit stehen", lässt Vogel verlauten.

Dabei sei es eher selten, dass der Panikraum schon in der Bauphase eines Hauses eingeplant wurde. "Meist ergibt sich die Notwendigkeit erst, wenn man bereits im Leben fortgeschritten ist und sich einen Namen gemacht hat", so Vogel. Sofern man freie Fläche zur Verfügung habe, sei die Nachrüstung mit einem Sicherheitsraum aber nirgends ein Problem.

So ist ein Panikraum ausgestattet

Der Panikraum ist dabei nur ein Bestandteil des gesamten Sicherheitskonzepts und ergänzt übrige Vorkehrungen wie Videoüberwachung oder Alarmanlage. In ihm sollen die Hausbewohner Schutz finden, wenn sich Einbrecher, Entführer oder andere Eindringlinge Zugang ins Haus verschafft haben.

Im Schutzraum selbst bestimmt Sicherheitstechnik das Bild. Manch ein Panikraum misst gerade einmal fünf Quadratmeter und beinhaltet eine Sitzfläche, Bildschirme von der Alarmanlage und eventuell noch ein separates Telefon. In der Regel dauert der Aufenthalt im Panikraum – anders als im Film – nur fünf bis zehn Minuten.

In fast hundert Prozent der Fälle ist das sichere Zimmer nämlich mit einer Alarmanlage gekoppelt, durch die automatisch die Polizei verständigt und der Einbrecher aufgeschreckt wird. Selbst wenn man erst im Panikraum den Notfallknopf drückt, wird der Eindringling in aller Regel schleunigst das Anwesen verlassen. Dies ist zumindest die Standardsituation, von der ein Sicherheitstechniker in deutschen Landen ausgeht.

Dementsprechend wählen Olaf Vogel und Kollegen in der Regel die schuss-resistente Sicherheitsstufe 3, wenn sie einen Panikraum installieren. Auf Kundenwunsch können diese aber auch auf die höchste Stufe 6 hochgerüstet werden und schützen dann sogar vor Sprengstoff.

Woraus besteht ein Panikraum?

Wurden Panikräume früher aufwändig in Metall ausgegossen, so gibt es heute praktischere Varianten in Paneel-Bauweise. Hier werden die einzelnen Paneele zusammen gesteckt und dann miteinander verschweißt. Wie genau sich das Material der metallhaltigen Paneele zusammen setzt, wird aus Sicherheitsgründen geheim gehalten.

Betreten werden kann der Raum durch eine Art Tresortür aus 14 Zentimeter dickem Stahl. Meist sieht der Eingang von außen wie eine ganz normale Zimmertür aus. Sobald jemand im Raum Schutz sucht, kann die Tür von Außen nicht mehr geöffnet werden. Wie erwähnt, kann der Raum auf Wunsch mit einer separaten Telefonkommunikation ausgestattet werden und ist über Kabel oder Funk mit der hauseigenen Alarmanlage verbunden.

Eine Frischluftversorgung mittels Sauerstoffflasche kann zwar auf Wunsch eingebaut werden, ist laut Olaf Vogel aber in aller Regel nicht nötig. "Zuhause in Ihren Räumen können Sie ja auch mehrere Stunden ohne die Versorgung mit Frischluft verbringen", so der Sicherheitsexperte.

Tresor und Panikraum in einem

Es gibt zudem Möglichkeiten, die Funktionen eines Tresors mit denen eines Panikraums zu verbinden. Die Firma Gümbel Tresorbau im hessischen Siegbach bietet zum Beispiel einen Tresorraum an, dessen Tür nicht nur von außen sicher verschlossen werden kann, sondern auch von innen. So kann man seine Wertsachen sicher verschließen, aber sich im Gefahrenfall eben auch in den Tresorraum zurückziehen, ihn von innen verschließen und ihn somit als Panikraum nutzen.

Kosten für den Panikraum

Bleiben noch die Kosten zu klären: Dank der Paneel-Bauweise können Panikräume heute deutlich günstiger angeboten werden als früher, doch mit Ausgaben von mindestens 20.000 Euro müssen Interessierte noch immer rechnen. Die Klientel, die als Kundschaft für Panikräume in Frage kommt, betrachtet Fachmann Olaf Vogel deshalb auch als relativ klein.

Eine Alarmanlage hingegen lohne sich in jedem privaten Wohnraum. "In benachbarten Ländern sind bis zu 75 Prozent aller Haushalte mit Alarmanlagen ausgerüstet, in Deutschland hingegen zählt man gerade einmal zwei Prozent“, beklagt Vogel. Dabei gebe es bereits ab 1200 Euro solide Schutzsysteme.

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