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Ambrosia-Pflanze erkennen und bekämpfen: Tipps

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Unkraut  

Unkraut Ambrosia erkennen und bekämpfen

07.07.2016, 08:26 Uhr | rw, zuhause.de, dpa-tmn

Ambrosia-Pflanze erkennen und bekämpfen: Tipps. Die Ambrosia ist ein ungeheuer aggressives Unkraut. Sogar der Staat greift in die Bekämpfung ein. (Quelle: imago/Rech)

Die Ambrosia ist ein ungeheuer aggressives Unkraut. Sogar der Staat greift in die Bekämpfung ein. (Quelle: Rech/imago)

Die Pflanze Ambrosia (auch als Beifußblättriges Traubenkraut bekannt) verbreitet sich überall in Europa immer stärker. Schon wenige Pollen können eine Allergie auslösen. Von Juli bis Oktober blüht die Ambrosia in unseren Breiten. Doch woran erkennt man die Pflanze? Und wie kann man die Ambrosia bekämpfen?

Ein wesentlicher Grund für die immer stärkere Verbreitung von Ambrosia artemisiifolia ist die Tierliebe der Menschen. In der kalten Jahreszeit richten viele Menschen Futterstellen für die überwinternden Vögel ein. "Rund um das Vogelhäuschen und unter Sträuchern, in die man im Winter Meisenknödel gehängt hat, finden Hobbygärtner im Frühsommer Sämlinge der beifußblättrigen Ambrosia", sagt Beate Alberternst von der Projektgruppe Biodiversität und Landschaftsökologie in Friedberg. "Mehrere Jahre können die Samen keimfähig im Boden schlummern, so dass man die Plätze über Jahre kontrollieren muss." 

Die etwa fünf Millimeter großen Ambrosia-Samen findet man im Vogelfutter, weil die Fruchtstände des einjährigen Ackerunkrauts zusammen mit Sonnenblumen reifen und geerntet werden. Eine Vermischung ist dabei kaum zu verhindern. "Das Vogelfutter ist in den letzten Jahren schon deutlich sauberer geworden", sagt Alberternst. Aber selbst bei Produkten im Handel, die als "frei von Ambrosia-Samen" gekennzeichnet seien, würden bei Stichproben immer wieder Verunreinigungen gefunden. Daneben wirbeln landwirtschaftliche Maschinen die Ambrosia-Samen durch die Luft und sorgen so für die Verbreitung.

Ambrosia zuverlässig erkennen

Die Ambrosia hat keine auffälligen Merkmale, an denen sie leicht auszumachen wäre. Sie hat sogar Doppelgänger und wird häufig mit dem gewöhnlichen Beifuß, Wermut und der wilden Möhre verwechselt, die allesamt harmlos sind. "Sind die Blätter unterseits grün und der Stängel deutlich abstehend behaart, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es sich um eine Ambrosia handelt", erklärt Alberternst die Unterschiede. Auch unsere Foto-Show hilft Ihnen dabei, Ambrosia als solche zu identifizieren.

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft zählt als Unterschiede zwischen Ambrosia und Gemeinem Beifuß folgendes auf:

  • Die Blätter sind beim Gemeinen Beifuß heller und silbrig, bei der Ambrosia ganz grün.
  • Die Stängel sind beim Beifuß unbehaart, bei der Ambrosia behaart.
  • Die Entwicklung verläuft beim Gemeinen Beifuß schneller.
  • Blühbeginn ist beim Gemeinen Beifuß ab Juni, bei der Ambrosia ab Juli.
  • Der Blütenstand ist beim Beifuß pyramidenförmig, bei Ambrosia länglich.

Foto von Pflanze machen und bei Meldestelle einreichen

Wer sich nicht sicher ist, ob es sich bei einer Pflanze tatsächlich um Ambrosia handelt, kann sich mit einem Digitalfoto an eine der zentralen Meldestellen wenden, die viele Bundesländer inzwischen eingerichtet haben. Dort werden Datenbanken über die Ausbreitung des Unkrauts geführt und Hobbygärtner beraten, wie sie am besten gegen die hartnäckigen Pflanzen vorgehen können.

Inzwischen hat auch der Bund reagiert. Das zum Landwirtschaftsministerium gehörende JKI hat eine Online-Meldestelle für Ambrosia-Funde eingerichtet. Durch die verbesserte Dokumentation soll der staatliche Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Unkrauts besser organisiert und effizienter gestaltet werden. Zur Meldestelle des JKI geht es hier.

Ambrosia im Garten bekämpfen

"Um die Ambrosia im Garten zu vernichten, reißt man sie mit der Wurzel vor der Blüte aus", rät Pflanzenexpertin Alberternst. "Hat sich bereits der kandelaberartig verzweigte Blütenstand gebildet, muss man zunächst den Blütenstiel abschneiden. Nach diesem Rückschnitt wird dann auch die Wurzel ausgerissen, denn die Pflanzen regenerieren sich sonst schnell." Entsorgen sollte man den pflanzlichen Abfall über den Restmüll und keinesfalls im Biomüll. Dieser wird nämlich der Kompostierung zugeführt. Hier entsorgte Ambrosiapflanzen würden nur zur weiteren Verbreitung des Unkrauts beitragen.

Ambrosia ist einer der stärksten Auslöser für Allergien

Allerdings müssen Gartenfreunde Vorsicht walten lassen, wenn sie den Kampf mit Ambrosia aufnehmen. Handschuhe sind in jedem Fall empfehlenswert, um Hautausschläge zu vermeiden. Allergiker sollten am besten ganz die Finger von dem Unkraut lassen und lieber weniger empfindliche Familienmitglieder die Bekämpfung übernehmen lassen. Die gesundheitliche Belastung durch die Pollen ist erheblich. Ambrosia ist ein so starker Allergieauslöser wie kaum eine andere Pflanze. "Schon eine geringe Konzentration von fünf bis zehn Körnern pro Kubikmeter Luft reicht aus, um allergische Reaktionen auszulösen", veranschaulicht Uwe Starfinger, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Julius-Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig.

Normalerweise nehme die allgemeine Pollenbelastung der Luft spätestens im August ab, so dass Heuschnupfen-Allergiker ab dann wieder frei aufatmen könnten, so Starfinger. Doch die Ambrosia bilde von Juli bis September große Mengen an Pollen, die durch den Wind über weite Entfernungen transportiert würden. "Man kann also von den Symptomen der Allergie geplagt werden und 200 Kilometer von der nächsten Pflanze entfernt sein."

Symptome einer Ambrosia-Allergie

Die Pollen können Heuschnupfen-Symptome auslösen, bis hin zum Asthma bronchiale. Möglich sind ebenfalls allergische Hautreaktionen bei Kontakt mit der Pflanze. Durch eine Kreuzallergie können auch Beschwerden beim Essen von Sellerie oder Karotten, aber auch Bananen oder Melonen auftreten. Die Kreuzallergie kann sich auf Gewürze wie Paprika oder Petersilie ausweiten.

Auch Beifuß ist bei Ambrosia-Allergie gefährlich

Menschen, die gegen Ambrosia allergisch sind, reagieren häufig auch auf Beifuß-Pollen mit körperlichen Beschwerden. "Beide Pflanzen sind botanisch nah verwandt", erklärt Professor Karl-Christian Bergmann von der an der Charité in Berlin angesiedelten Europäischen Stiftung für Allergieforschung gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

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