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Gartenarbeit im Frühjahr: Gartenbeet und Rasen richtig düngen

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Gartenarbeit  

Was der Garten im Frühjahr braucht

20.03.2017, 08:25 Uhr | dpa-tmn

Gartenarbeit im Frühjahr: Gartenbeet und Rasen richtig düngen. Der Boden braucht im Frühjahr besondere Pflege. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Boden braucht im Frühjahr besondere Pflege. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer sich im Sommer über einen prächtigen Garten freuen will, muss im Frühjahr die richtigen Vorkehrungen treffen. Grundlage für alle Pflanzen ist natürlich die Erde: Stimmen hier die Bedingungen nicht, wächst auch nichts grün und saftig. Im vorherigen Sommer haben die Pflanzen die notwendigen Nährstoffe aus dem Boden gezogen. Wichtigste Regel für den Gärtner im Frühjahr ist daher: Den Boden für die kommende Saison vorbereiten. An frostfreien Tagen lassen sich die Arbeiten bereits gut durchführen. Was Gartenbeet und Rasen jetzt brauchen.

Wann man mit der Gartenarbeit beginnen kann, hängt vom Wetter ab. "Als Faustregel kann man sagen: Der Boden sollte soweit abgetrocknet sein, dass er nicht mehr an den Geräten hängen bleibt", sagt Gottfried Röll, Gartenbautechniker an der Bayerischen Gartenakademie in Veitshöchheim. Vorher müssen die Beete abgeräumt werden. Der Hobbygärtner entfernt die letzten alten Stängel, die ersten Unkräuter und die Laubschicht auf dem Boden. Unter den Blättern sammelt sich Feuchtigkeit an, die neue Triebspitzen faulen lässt.

Boden belüften, aber nicht umgraben

"Im Frühjahr sollte man nicht mehr umgraben, weil dadurch das Bodenleben in der obersten Schicht des Erdreiches stark gestört wird", sagt Angelika Feiner, Fachberaterin beim Landesverband Bayerischer Kleingärtner in München. Damit der Boden jedoch belüftet wird und Niederschläge aufnehmen kann, muss er mit einem Kultivator oder einer Grabgabel gelockert werden.

Lehmiger Boden braucht Sand

Dabei kann der Hobbygärtner gleich eine weitere Arbeit mit erledigen: Er bringt Dünger in den Boden ein. "Mit einer Fingerprobe kann man testen, ob der Boden eher schwer, also lehmig und tonhaltig, oder sandig und leicht ist", erläutert Gartenbauer Röll. Ist der Boden etwa lehmig, sollte man ihn mit Sand versetzen. Und sandiger Boden braucht ein Substrat, das gut Wasser speichert, wie Humus oder Mulch.

Bodenproben ins Labor schicken

Aber das reicht nicht immer: "Wenn man vernünftige Anhaltspunkte zum pH-Gehalt, zum Phosphor- und Kali-Anteil haben will, dann kommt man nicht darum herum, alle paar Jahre eine Bodenprobe durchführen zu lassen", erklärt Röll. Dazu werden von jeder einheitlich genutzten Fläche – also Gemüsebeeten, Ziergarten und Rasen – jeweils an 10 bis 15 Stellen Proben entnommen und gut durchmischt in eine landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt oder in ein privates Labor geschickt. Mit dem Ergebnis bekommt der Hobbygärtner üblicherweise eine Empfehlung, wie und mit was er düngen muss.

Es gibt verschiedene staatlich überwachte und private Labore, die solche Untersuchungen vornehmen. Sie kosten je nach Umfang und Institut zwischen 10 und 30 Euro. Bei der landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt Nordrhein-Westfalen (LUFA NRW) kostet etwa die Standard-Untersuchung 22 Euro.

Kompost vor dem Düngen sieben

Sind Phosphor und Kali in ausreichendem Maße vorhanden, dann ist Kompost ein idealer Dünger. Gartentechniker Röll empfiehlt als Faustformel für die Dosierung drei Liter Kompost pro Quadratmeter. Damit nur das wirklich zersetzte Material zum Einsatz kommt, wird die Masse vor dem Verteilen am besten gesiebt. Was im Sieb hängen bleibt, kann auf dem Komposthaufen weiter verrotten. Hat die Bodenprobe ergeben, dass die Erde schon viel zu gut mit Nährstoffen versorgt ist, sollte der Hobbygärtner erst mal auf Kompostgaben verzichten.

Hornspäne sind fast immer sinnvoll

Fast allen Böden mangelt es an Stickstoff. "Er wird am besten in Form von Hornprodukten zugeführt", sagt die Fachberaterin Feiner. Das Material wird um Pflanzen herum gestreut und leicht mit der Harke in den Boden eingearbeitet. "Ein gutes Maß sind 100 Gramm Hornspäne pro Quadratmeter." Aber Hobbygärtner müssen aufpassen, denn gerade im Gemüsebeet benötigen Pflanzen unterschiedlich viel Stickstoff. Und Starkzehrer wie Tomaten, Gurken und Kürbisse brauchen mehr, Schwachzehrer wie Erbsen, Bohnen und Zwiebeln weniger Nährstoffe im Boden.

Eine Woche vor dem Pflanzen düngen

Die Düngung im Frühjahr gibt den Pflanzen im Beet alles, was sie zum Start in die Gartensaison brauchen. "Ich würde sie etwa eine Woche vor der Pflanzung durchführen", sagt Feiner. Im Jahresverlauf wird dann abhängig von den einzelnen Kulturen erneut Dünger gegeben.

Rasen zunächst mit Rechen säubern

Ein Sonderfall ist die Bodenvorbereitung von Rasenflächen. Als Frühjahrspflege für den Rasen sollten Hobbygärtner zunächst die Laubreste aus dem Herbst und Winter sowie groben Filz mit einem Rechen entfernen. Mit einem Teststreifen aus dem Handel lässt sich der pH-Wert ermitteln. "Liegt der pH-Wert unter 5,5, sollte der Rasen schnellstmöglich gekalkt werden", empfiehlt Klaus Müller-Beck von der Deutschen Rasengesellschaft in Bonn. 150 Gramm pro Quadratmeter seien ein guter Richtwert. Selten seien die pH-Werte mit über 8,5 so hoch, dass ein saurer Dünger notwendig ist.

Nach dem Kalken wird gedüngt

Etwa drei bis vier Wochen nachdem der Kalk verteilt wurde, wird gedüngt. "Ein guter Zeitpunkt dafür ist der Vorfrühling, etwa wenn die Forsythien blühen", erläutert Müller-Beck. Sind die Halme bereits höher als fünf Zentimeter, müssen sie vor der Düngung zum ersten Mal geschnitten werden. Ein stickstoffbetonter Rasenvolldünger sei für die meisten Rasensorten ideal, sagt der Experte. Auf jeden Quadratmeter kommen 25 bis 30 Gramm.

Am besten geeignet ist der Schleuderstreuer

Müller-Beck rät davon ab, Dünger mit einem Kastenstreuer, einer Art kleiner Schubkarre, zu verteilen. Das Problem ist, dass man hiermit leicht einzelne Stellen doppelt düngt oder andere auslässt. "Das passiert mit Schleuder- oder Kreiselstreuern nicht", sagt der Rasenexperte. "Sie werden mit Batterie betrieben und sind mittlerweile auch für den Hausgebrauch erhältlich."

Anschließend ist es Zeit für den Vertikutierer

Weitere zehn Tage später wird der Rasen vertikutiert. Der Dünger hat die Gräser so gestärkt, dass sie die Verletzung durch die Vertikutiermesser gut verkraften. Allerdings: "Die Messer dürfen nicht in den Boden eindringen, sondern nur die verfilzte Rasenschicht aufreißen", erklärt Röll. Sonst werden die Wurzeln stark beschädigt. Die Abfälle werden weggerecht und gewaschener Sand auf die Fläche ausgebracht. Das verbessert die Durchlüftung des Bodens.

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