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Pflanzenschutzmittel im Garten richtig anwenden

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Pflanzenschutzmittel richtig anwenden

05.07.2016, 09:37 Uhr | rw, dpa, t-online.de

Pflanzenschutzmittel im Garten richtig anwenden. Pflanzenschutzmittel darf man nur streng nach Zulassung verwenden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Pflanzenschutzmittel darf man nur streng nach Zulassung verwenden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Von den Einen verdammt, von den Anderen als wirksames Hilfsmittel gegen Unkraut, Schädlinge und Pilzkrankheiten sehr geschätzt: Bei Pflanzenschutzmitteln treffen zwei Denkschulen aufeinander, die sich oft unversöhnlich gegenüber stehen. Doch wie sieht es der Gesetzgeber? Darf ich in meinem Garten spritzen, was und so viel ich will?

Geregelt ist der Einsatz im Pflanzenschutzgesetz. Verstöße können mit Geldbußen von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Das Gesetz soll Gefahren abwenden, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln für Mensch und Umwelt entstehen könnten. 

Verboten ist alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist

"Dabei wurde eine Regelung gewählt, die grundsätzlich alles verbietet, was nicht ausdrücklich erlaubt ist", informiert die Gartenakademie Rheinland-Pfalz. Das gilt auch für vermeintlich harmlose Hausmittel wie Kochsalz oder Essigessenz, die manche Gartenliebhaber als Mittel gegen Unkraut einsetzen.

"Im Sinne des Pflanzenschutzgesetzes ist dies ein Einsatz eines nicht zugelassenen Pflanzenschutzmittels und damit verboten", stellen die Experten der Gartenakademie klar. Ein generelles Anwendungsverbot für alle Pflanzenschutzmittel gilt auf allen versiegelten Flächen wie gepflasterte Auffahrten, Wegen oder Terrassen.

Pflanzenschutzmittel nicht bei großer Hitze verwenden

Außerdem solle man Pflanzenschutzmittel nie bei großer Hitze ausbringen. Bei über 22 Grad wirkten Insektizide deutlich schlechter, so die Experten. Die Wirkstoffe könnten schnell antrocknen oder die hohe UV-Strahlung verringere den Wirkstoffabbau auf der Pflanze. Durch manche Mittel könnten bei direkter Sonneneinstrahlung sogar Pflanzenteile verbrennen.

Wenn sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln während einer Hitzeperiode gar nicht vermeiden lässt, sollte man seine Pflanzen abends behandeln. Die Experten betonen: Bei Hitze über 25 Grad sollte grundsätzlich auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verzichtet werden.

Auf die Zulassung kommt es an

Grundsätzlich darf man Pflanzenschutzmittel nur streng gemäß ihrer Zulassung einsetzen. Hobby-Gärtner müssen darauf achten, dass auf der Verpackung steht: "Anwendung durch nicht berufliche Anwender zulässig." Nur dann darf man das Mittel zuhause verwenden. "Auf älteren Verpackungen ist auch die Angabe 'Anwendung im Haus- und Kleingarten zulässig' zu finden", ergänzt die Gartenakademie. 

Ob ein Mittel nur im Freiland oder zum Beispiel auch in Gewächshäusern oder an Zimmerpflanzen angewendet werden darf, wird in der Zulassung ebenfalls genau festgelegt. 

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit führt auf seinen Webseiten eine "Online-Datenbank Pflanzenschutzmittel". Darin finden sich alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel samt Anwendungsregeln.

Auch zugelassene Pflanzenschutzmittel darf man nicht beliebig verwenden

Denn auch zugelassene Pflanzenschutzmittel darf man nicht nach Belieben einsetzen. Sowohl der Schadorganismus, der mit dem Mittel bekämpft wird, als auch die Pflanze beziehungsweise die Pflanzengruppe, die mit dem Mittel behandelt werden darf, sind festgelegt. 

"Dies kann sehr weit gefasst sein wie zum Beispiel 'saugende Insekten an Kernobst' oder sehr eng wie 'Rosenrost an Rosen'", gibt die Gartenakademie zwei Beispiele für die sogenannte Indikationszulassung.

Sieben goldene Regeln für den Pflanzenschutz

Pflanzenschutz dürfe generell nur "nach guter fachlicher Praxis" erfolgen, mahnen die Experten. Was darunter genau zu verstehen ist, fasst die Gartenakademie in sieben Regeln zusammen:

  1. So wenig Pflanzenschutzmittel wie möglich einsetzen: Schon bei der Pflanzenauswahl sollte man auf möglichst robuste Sorten achten. Gute Pflege (gute Nährstoff- und Wasserversorgung, richtiger Standort, fachgerechter Schnitt) mindert das Risiko von Erkrankungen und Schädlingsbefall. Mechanische Bekämpfungsmaßnahmen (Netze, Leimringe, Rückschnitt befallener Pflanzenteile) reduzieren den Bedarf an Pflanzenschutzmitteln.
  2. Pflanzenschutzmittel nur, falls wirklich notwendig: Geringfügige Schäden sind zu tolerieren. Pflanzenschutzmittel nicht mehr einsetzen, wenn sie ohnehin nicht mehr wirken. Die Monilia-Spitzendürre an Kirschbäumen lässt sich beispielsweise nach Ausbruch der Krankheit nur noch durch einen großzügigen Rückschnitt behandeln. Pflanzenschutzmittel wirken allenfalls vorbeugend.
  3. Möglichst unbedenkliche Mittel wählen: Sofern sie für den jeweiligen Anwendungsfall infrage kommen, sind nützlingsschonende, selektive und bienenungefährliche Mittel zu bevorzugen.
  4. Verwendung exakt nach Gebrauchsanweisung: Anwendungsbereich, Indikation und Dosierung beachten - ebenso Sicherheitsauflagen, Verbote und Beschränkungen. Zum Beispiel dürfen manche Mittel nicht in Wasserschutzgebieten ausgebracht werden oder bienengefährliche Mittel nicht auf blühende Kulturpflanzen und Unkräuter gespritzt werden, solange ihre Blüte offen ist.
  5. Kontakt mit Nachbarkulturen vermeiden: Spritzen nur bei Windstille. Benachbarte Pflanzen, für die das Mittel nicht zugelassen ist, sind bei Bedarf abzudecken.
  6. Dokumentation: Um die geforderten Wartezeiten zwischen mehreren Behandlungen einhalten zu können, sollte man sich genau notieren, wann man welche Pflanzen mit welchem Pflanzenschutzmittel behandelt hat.
  7. Die Lagerung und Entsorgung der Pflanzenschutzmittel muss sachgerecht erfolgen.

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