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Knollenblätterpilz erkennen: Verwechslungsgefahr ist hoch

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Sammler aufgepasst  

Knollenblätterpilz: Dieser Pilz führt zu Leberversagen

07.08.2017, 15:49 Uhr | dpa

Knollenblätterpilz erkennen: Verwechslungsgefahr ist hoch. Knollenblätterpilz kann schon in kleinen Mengen tödlich sein (Quelle: dpa/tmn/Klaus-Dietmar Gabbert)

Der Grüne Knollenblätterpliz sieht harmlos aus – schon kleine Mengen können jedoch eine lebensbedrohliche Vergiftung auslösen. (Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/tmn)

Wegen des vielen Regens sprießen die Pilze in diesem Jahr schon früh. Wenn Sie gerne Pilze sammeln möchten, sollten Sie sich vorab gut informieren. Es gibt einige Sorten, darunter der Knollenblätterpilz, die hochgiftig sind. Die meisten Giftpilze erkennen Sie an bestimmten Merkmalen. Falls Sie sich unsicher sind, fragen Sie unbedingt einen Experten. 

Weißer und Grüner Knollenblätterpilz: Verzehr ist tödlich

Der Knollenblätterpilz gehört zu den giftigsten Pilzen in Deutschland. Der zitronengelbe Knollenblätterpilz ist absolut ungenießbar. Die weiße und die grüne Variante des Knollenblätterpilzes dagegen können einen Menschen sogar töten – lassen Sie diese Arten unbedingt stehen. Sie enthalten das stark wirkende Gift Amanitin, das eine organschädigende Wirkung hat. Schon der Verzehr von 50 Gramm des Knollenblätterpilzes kann zum Tode führen.

Das Tückische: Die Pilze schmecken nicht unangenehm, und erste Symptome wie Durchfall oder Erbrechen zeigen sich erst nach mehreren Stunden. Danach scheint es dem Betroffenen zunächst besser zu gehen. Nach einem bis vier Tagen beginnt jedoch eine Schädigung der Leber.

In letzter Zeit vergiften sich vor allem Asylsuchende immer wieder an Grünen Knollenblätterpilzen, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Diese Pilze ähneln ungiftigen Arten aus anderen Teilen der Welt, können aber schon in kleinen Mengen tödlich sein.

Wie Sie die giftigen Pilze erkennen können

Sie erkennen den jungen grünen Knollenblätterpilz an seinem halbkugelförmigen Hut. Später wird er bis zu 15 Zentimeter breit und hat eine olivgrüne beziehungsweise gelb-grüne Farbe. Die Farbe ist am Rand meist ein wenig heller. Die Oberfläche ist bei feuchtem Wetter schmierig, sonst eher matt. Die Lamellen sind lang und weiß, später werden diese grünlich. Der Stiel ist grün oder gelb, sehr lang und zylindrisch geformt.

Der artverwandte Kegelhütige Knollenblätterpilz, auch als Weißer Knollenblätterpilz bezeichnet, kann in junger Form mit dem Champignon verwechselt werden. Die jungen Pilze sind breit und eichelförmig, später nimmt der Hut eine konvexe Form an, wird jedoch niemals flach. Die Lamellen sind weiß und dichtstehend. Der Stiel ist lang und weiß.

Verführerischer Knollenblätterpilz: Auf Fleischfarbe und Geruch achten

Beim Grünen Knollenblätterpilz ist das Fleisch innen weiß und riecht teilweise nach Honig. Dieser Duft ist zwar sehr anregend, darf aber nicht als Anreiz genommen werden, den Pilz zu verspeisen: Die Gifte, die darin enthalten sind, Phallotoxine und Amatoxine, befallen rasch die Leberzellen und verlangsamen den Zellstoffwechsel. Das in den Pilzen enthaltene Toxin Amanitin ist der giftigste Vertreter der Amatoxine. Weder Phallotoxine noch Amatoxine können durch Erhitzen zerstört werden.

UMFRAGE
Gehen Sie Pilze sammeln?

Der gelbe Knollenblätterpilz riecht hingegen nach Kartoffeln. Er ist nicht tödlich giftig, aber dennoch gefährlich. Da man die beiden Arten kaum voneinander unterscheiden kann, wird davon abgeraten, die Pilze überhaupt erst zu sammeln. Sie finden den Pilz in Laubwäldern und Parkanlagen, meistens unter Buchen oder Eichen. Der Knollenblätterpilz hat zwischen Juli und Oktober Saison.

Der grüne & gelbe Knollenblätterpilz sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Verzehren sollten Sie beide nicht. (Quelle: imago/blickwinkel)Der grüne & gelbe Knollenblätterpilz sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Verzehren sollten Sie beide nicht.

Körperliche Beschwerden: Das passiert bei einer Knollenblätterpilzvergiftung

Nach einer Latenzzeit von einer Stunde nach dem Verzehr können die Phallotoxine in die Blutbahn gelangen. Nach acht bis zwölf Stunden treten die ersten Symptome auf. Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall sind die Folge. Für ein Auspumpen des Magens ist es dann bereits zu spät.

Nach etwa drei bis vier Tagen scheinen sich Patienten zu erholen, doch nach etwa zwei weiteren Tage kommt es zu Leberversagen. Nach einer Latenzzeit von etwa vier bis sechs Tagen tritt nämlich die Wirkung der tödlichen Amatoxine ein. Die Symptome in dieser zweiten Vergiftungsphase sind neben Leber- auch Nierenversagen, sowie innere Blutungen und Gelbsucht. Dann ist die einzige Rettung die Lebertransplantation.

Etwa zehn Tage nach dem Verzehr tritt der Tod ein, wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wurde. Rund 90 Prozent der Pilzvergiftungen mit Todesfolge sind auf den Grünen Knollenblätterpilz zurückzuführen.

Essen Sie im Zweifelsfall nur Pilze, die von Experten geprüft wurden

Generell gilt laut der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM): "Sammeln Sie nur Pilze, die Sie sicher kennen. Erst wenn Sie sich nach wiederholter Bestimmung der Kenntnis sicher sind, denken Sie an die Bratpfanne." Essen Sie also am besten nur Pilze, die von Experten geprüft werden.

Wer nicht auf frische Pilze aus dem Wald verzichten will, sollte unbedingt folgenden Hinweis der DGfM beachten: "Lassen Sie sich Ihre Pilze nur von geprüften Pilzsachverständigen auf Essbarkeit hin überprüfen und fragen Sie ihn nach seinem Ausweis der DGfM". Grundsätzlich gilt: Lassen Sie im Zweifelsfall einen Pilz lieber stehen und gehen Sie kein Risiko ein.

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