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Die Rolle des Vaters bei der Geburt

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Die Rolle des werdenden Vaters bei der Geburt

25.07.2017, 11:40 Uhr | lm (CF), t-online.de

Die Rolle des Vaters bei der Geburt. Bei der Geburt kann der Mann der werdenden Mutter die Hand halten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Trish233)

Bei der Geburt kann der Mann der werdenden Mutter die Hand halten. (Quelle: Trish233/Thinkstock by Getty-Images)

Die Präsenz des Vaters bei der Geburt des Kindes hat Vor- und Nachteile. Viele werdende Väter sind dem Druck als tapferer Mann an der Seite der Partnerin nicht gewachsen. Um bei der Geburt nicht vollkommen überfordert zu sein, sollten Sie von vornherein einige Punkte bedenken.

Geburtsvorbereitung bereitet nicht auf alles vor

Für eine harmonische Schwangerschaft und besonders für die Zeit im Kreißsaal empfiehlt es sich, dass der werdende Vater aus freien Stücken an der Seite seiner Partnerin sitzt – und nicht aus gesellschaftlichem Zwang. Denn Männer haben oft verschiedene Gründe, nicht bei der Geburt präsent zu sein. Dazu zählen Ekel vor Blut oder eine zu große Sensibilität, wenn sie ihre Partnerin leiden sehen.

In Geburtsvorbereitungskursen soll diesen Situationen entgegengewirkt und auf eine erfolgreiche Geburt hingearbeitet werden. Dennoch wissen Männer leider auch nach solchen Kursen oft recht wenig über die essenziellen Dinge, die sie bei der Geburt des Kindes erwarten. Der werdende Vater wird beispielsweise in der Regel nicht darauf vorbereitet, dass es von Nachteil sein kann, wenn er seiner Partnerin bei der Geburt frontal gegenübersitzt und den ganzen Vorgang aus nächster Nähe mitansehen kann.

Präsenz von vornherein mit Partnerin klären

Der Gynäkologe Klaus Vetter sagte einmal gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Stern": "Wenn die Sexualität ein Jahr pausiert, nur weil der Mann genauer hingeschaut hat bei der Geburt, ist das sicher nicht sinnvoll." Ein Nachteil der Präsenz des Vaters im Kreißsaal kann auch sein, wenn er sich nicht für die Geburt und seine Partnerin zu interessieren scheint – auf einem Stuhl weit weg vom eigentlichen Geschehen. Dies kann zum Streit mit der werdenden Mutter und somit zu Stress führen, was sehr schädlich für Frau und Neugeborenes sein kann.

Der Mann sollte bei der Geburt vielmehr in der Nähe der werdenden Mutter sein. Ihr Beizustehen und einfach da zu sein, wenn sie Hilfe benötigt, ist sehr wichtig – vorausgesetzt die werdende Mutter wünscht sich eine Geburtsbegleitung durch den Mann. Eine solche Unterstützung bedeutet auch, Ruhe zu bewahren und sich auf die Geburtssituation voll und ganz einzulassen. Manchmal können ermutigende Worte helfen, manchmal ist es besser, als Partner den Mund zu halten. Sollten Sie zwischendurch eine Pause brauchen, sprechen Sie dies mit ihrer Frau ab und ziehen sich dann kurzzeitig zurück. Manchmal kann dann ein Telefonat mit einem Freund helfen, der bereits Kinder hat und somit Ihre Situation nur zu gut kennt.

Grundsätzlich kann der werdende Vater zum Beispiel folgendes für die werdende Mutter kurz vor und während der Geburt tun:

  • beim Aufbruch ins Krankenhaus die Kliniktasche, etwas zu essen und zu trinken und eventuell entspannende Musik einpacken
  • Mut zusprechen und beruhigen
  • Händchen halten und streicheln
  • massieren
  • wenn die Schwangere herumläuft, um die Wehen zu fördern: als Stütze dienen
  • kleine Scherze machen, um die Situation aufzulockern
  • als Puffer dienen, damit die werdende Mutter ihren Stress ablassen kann
  • zwischen werdender Mutter und Krankenhauspersonal vermitteln

Als werdender Vater im Kreißsaal

Als werdender Vater sollten Sie sich darauf einstellen, dass Ihnen beim Anblick und in der Vorbereitung auf die Geburt einiges abverlangt wird, was Sie im Geburtsvorbereitungskurs möglicherweise nicht gelernt haben: Das Durchtrennen der Nabelschnur wird frischgebackenen Vätern gerne mal von den Hebammen übertragen. Auch die Frage nach dem Wunsch, ob die Plazenta mit nach Hause genommen werden soll, um im Garten traditionell einen Baum auf ihr zu pflanzen, wird öfters gestellt. Da gilt es, Ruhe zu bewahren, wenn Sie es nicht so mit Blut haben.

Dennoch kann es natürlich auch sehr viele Vorteile haben, wenn Sie als Vater während der gesamten Schwangerschaft bis hin zur Entbindung im Kreißsaal an der Seite Ihrer Partnerin bleiben. Stehen Mann und Frau die Geburt mit vereinten Kräften durch, so haben beide eine gute Basis gebildet für eine harmonische Zeit danach. Ganz nach dem Motto: "Gemeinsam durch dick und dünn." Als Vater fühlen Sie sich dann als fester Bestandteil der jungen Familie und können durch das Erlebte auch eine besonders intensive Beziehung zu Ihrem Kind aufbauen.

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