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Schwangerschaft macht dick, Stillen macht schlank

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Studie  

Schwangerschaft macht dick, Stillen macht schlank

10.07.2012, 13:13 Uhr | dapd

Schwangerschaft macht dick, Stillen macht schlank. Wenn eine Frau stillt, wirkt sich das langfristig auf ihr Körpergewicht aus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn eine Frau stillt, wirkt sich das langfristig auf ihr Körpergewicht aus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Britische Forscher haben nachgewiesen, dass Schwangerschaft und Stillen sich noch Jahrzehnte später auf das Körpergewicht einer Frau auswirken. Das zeigt eine Studie mit fast 750.000 Teilnehmerinnen. Vereinfacht lässt sich sagen: Schwangerschaft macht dick, aber Stillen macht schlank.

Mit jedem Kind steigt der BMI

Der Studie zufolge steigt der Body-Mass-Index (BMI) von Frauen nach den Wechseljahren mit jedem Kind, das sie geboren haben. Jedes halbe Jahr des Stillens reduziert den BMI dagegen langfristig um ein Prozent. Diese Unterschiede im Körpergewicht seien bei über 50-Jährigen noch deutlich messbar. Sie seien zudem unabhängig von anderen Risikofaktoren, berichten die Forscher im Fachmagazin "International Journal of Obesity".

Gegensätzlicher Effekt von Geburtenzahl und Stillen

Die Forscher stellten fest, dass Geburtenzahl und Stillen das Körpergewicht der Frauen auf einander entgegengesetzte Weise beeinflussen. Mit jedem Kind stieg der BMI der Studienteilnehmerinnen leicht an. Frauen, die vier oder mehr Kinder geboren hatten, hatten nach den Wechseljahren einen im Durchschnitt um 1,7 Punkte höheren BMI als kinderlose Frauen.

Bei den Studienteilnehmerinnen, die mindestens sechs Monate lang gestillt hatten, lag der Body-Mass-Index nach den Wechseljahren um rund 0,22 Punkte niedriger als bei nicht stillenden Frauen, berichten Kirsty Bobrow von der University of Oxford und ihre Kollegen. Bei einem durchschnittlichen BMI der Studienteilnehmerinnen von 26,2 entspreche dies knapp einem Prozent. Hatten die Frauen insgesamt zehn Monate gestillt, erhöhte sich der Spareffekt beim BMI sogar auf 0,5 Punkte.

Je niedriger der BMI, desto besser fürs Herz

Dass der BMI allein durch Stillen um einen Punkt sinkt, klingt zunächst nicht viel. "Aber wenn der durchschnittliche Body-Mass-Index in der westlichen Welt nur ein Prozent geringer wäre, könnte dies die Häufigkeit der durch Übergewicht ausgelösten Krankheiten deutlich reduzieren", schreiben die Forscher. Denn Übergewicht gelte als entscheidender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und in geringerem Maße auch für Krebs. Jetzt zeige sich, dass eine solche Reduktion schon durch das Stillen erreicht werden könne.

Effekt unabhängig von anderen Risikofaktoren

Die Effekte von Stillen und Geburten seien voneinander unabhängig und auch nicht durch andere Faktoren wie Ernährung, Rauchen oder soziales Umfeld beeinflusst. Frauen mit höherem Einkommen hatten zwar im Durchschnitt einen niedrigeren BMI als Frauen aus weniger guten Verhältnissen. Dennoch sei der Einfluss der Geburten und des Stillens bei beiden Gruppen klar erkennbar und vergleichbar hoch. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese beiden Faktoren das Körpergewicht langfristig ähnlich stark beeinflussen wie die sozioökonomische Gruppe, das Rauchen oder andere bekannte Risikofaktoren", erklärt Bobrow.

Daten von fast 750.000 Frauen ausgewertet

Für ihre Studie hatten die Forscher Daten der sogenannten Million Women Study ausgewertet. Dafür hatte der britische National Health Service in den Jahren 1996 bis 2001 rund eine Million Frauen zwischen 50 und 64 Jahren befragt und untersucht. Sie wurden dabei unter anderem nach der Zahl ihrer Geburten und ihren Stillgewohnheiten gefragt, aber auch nach Ernährungsgewohnheiten, Einkommen, Bildung, Tabakkonsum und anderen gesundheitlich wichtigen Faktoren. Alle Teilnehmerinnen wurden zudem gewogen und medizinisch untersucht. Die Daten von 740.628 Frauen gingen in die Studie von Bobrow und ihren Kollegen ein.

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