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Bewusste Kinderlosigkeit: Was steckt dahinter?

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Bewusste Kinderlosigkeit  

Ich will kein Baby - und das sind die Gründe

10.11.2013, 12:58 Uhr | Maria M. Held, t-online.de

Bewusste Kinderlosigkeit: Was steckt dahinter? . Kinderlos und trotzdem glücklich - warum nicht jede Frau Mutter werden will. (Symbolfoto) (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kinderlos und trotzdem glücklich - warum nicht jede Frau Mutter werden will. (Symbolfoto) (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jede fünfte Frau bleibt kinderlos - das ist nicht nur pure Statistik. Hinter den demographischen Zahlen stecken enttäuschte Erwartungen, unerfüllter Kinderwunsch, zerbrochene Partnerschaften oder bewusste Entscheidungen.

Es wird in Deutschland immer weniger Babys geben. Statistiker glauben nicht, dass selbst die ohnehin niedrige Geburtenrate zu halten ist. Das verändert unsere Gesellschaft, unsere Arbeitswelt, unser Rentengefüge. Die Politik ist gefragt, die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen müssen überdacht werden.

Warum bleiben Frauen kinderlos? Zwölf Begründungen

Doch woran liegt es denn eigentlich, dass immer mehr Frauen kinderlos bleiben? Trotz des Reichtums in Deutschland klafft die soziale Schere immer weiter auseinander: Immer mehr der wenigen Kinder leben in Armut und das macht vielen Menschen Angst. Trotzdem bleibt die bewusste Kinderlosigkeit eine unpopuläre Entscheidung. Die Autorinnen Sonja Siegert und Anja Uhling sind in ihrem Buch "Ich will kein Kind" diesen Lebenswegen gefolgt.

Das sind Aussagen zu einer bewussten Entscheidung gegen ein Kind:

  • Hannah (35): "Mein Leben ist schon komplett"
  • Axel (45): "Ich leb mein Leben anständig, aber ich dreh nicht am großen Rad"
  • Dorothea (61): "Die Arbeit war meine große Leidenschaft"
  • Claudia (48): "Ich habe mir ein Kind nie zugetraut"
  • Luise (51): "Mit Kindern fühle ich mich einsam"
  • Chris (40): "Ich mag Kinder, aber ich will meine Freiheit"
  • Eva (78): "Ich liebe mein Leben, so wie es ist"
  • Martin (39): "Kümmert euch um die Kinder, die es schon gibt!"
  • Tanja (35): "Familie schadet Kindern ganz oft"
  • Thomas (36): "Babygeschichten interessieren mich nicht"
  • Ilu (45): "Ich wollte neue Erfahrungen machen"
  • Meike (36): "Ich fühle mich Kindern nicht so nahe"

Nicht immer liegt es an Unfruchtbarkeit oder fehlendem Partner

Die Zahl der jährlichen Geburten in Deutschland verharrt weiter auf niedrigem Niveau. 673.500 Kinder wurden 2012 geboren, das ist ein Viertel weniger als im Jahr der deutschen Vereinigung 1990. Das Statistische Bundesamt geht aufgrund der Zahlen davon aus, dass sich diese Entwicklung der Geburtenzahlen bis 2020 fortsetzt. Danach, wenn die geburtenschwächeren Jahrgänge kommen, könnte die Zahl nur konstant bleiben, wenn die Geburtenrate anstiege. Es wird deshalb sogar ein weiterer Geburtenrückgang erwartet.

Nicht immer ist Unfruchtbarkeit oder der fehlende Partner die Ursache. Frauen wie jene, die Siegert und Uhling in ihrem Buch vorstellen, haben sich bewusst für ein anderes Leben entschieden, auch mit festem Partner wollen sie nicht die klassische Mutterrolle ausfüllen.

Bilderbuchfamilie ist nicht Traum aller Frauen

Mama, Papa, Tochter, Sohn - und Hund im freundlichen Eigenheim mit Garten: das ist die Bilderbuch-Familie. Ein Leben wie aus dem Möbelhauskatalog. Das ist längst nicht mehr der Traum aller Frauen. Genau daran orientiert sich jedoch die Familienpolitik genauso wie die Werbung.

Heutzutage leben viele Menschen alleine - und sind trotzdem glücklich, machen Karriere, haben statt Familie und großer Verwandtschaft ein enges Netz an Freunden und Bekannten. Events lassen keine Langeweile aufkommen, die gewachsene Toleranz in der Gesellschaft gibt auch gleichgeschlechtlichen Partnerschaften Raum. Die Lebensentwürfe sind vielfältig.

Unsere Gesellschaft muss auch Kinderlosigkeit tolerieren

Kinderwunsch - das erwartet man, bewusste Kinderlosigkeit jedoch muss immer wieder gerechtfertigt werden. Viel zu oft fühlen sich Frauen und Paare ohne Kinder dazu gedrängt, ihre Entscheidung zu begründen. Die Lebenswelten von Menschen mit Kindern und Kinderlosen entfernen sich, statt sich zu ergänzen. Das jedoch würde die Gesellschaft bereichern und könnte der Politik Impulse geben.

Eine Entscheidung gegen Kinder ist für Frauen und Paare mit Kinderwunsch nur schwer nachzuvollziehen, aber es ist ebenso ein Lebensstil wie der in einer Familie - beides ist gegenseitig zu akzeptieren.

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