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Schwangeren bloß keine Horrorgeschichten erzählen

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"Bei der Geburt meines Sohnes hatte ich..."  

Schwangere wollen keine Horrorgeschichten erzählt bekommen

11.07.2017, 10:04 Uhr | dpa-tmn

Schwangeren bloß keine Horrorgeschichten erzählen. Horrorgeschichten über Schwangerschaften will keine werdende Mutter hören. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Symbolbild/Nick Daly)

Horrorgeschichten über Schwangerschaften will keine werdende Mutter hören. (Quelle: Symbolbild/Nick Daly/Thinkstock by Getty-Images)

"Eine Freundin von mir hatte im sechsten Monat einen Blasensprung und hat das Kind dann überraschend verloren". Oder: "Ziehen im Unterleib? Das würde ich mal abchecken lassen. Manchmal stimmt mit der Plazenta was nicht." Viele Frauen kennen solche Horrorgeschichten. Eine Psychologin erklärt das Phänomen, und wie Schwangere sich zur Wehr setzen können.

In Internetforen werdender Mütter überbieten sich Schwangere regelrecht mit Horrormeldungen. Noch delikater wird die Sache, wenn man selbst schwanger ist und mit solchen Geschichten konfrontiert wird – häufig ungefragt. Warum erzählen Frauen Schwangeren solche Dinge? "Oft, um ihren eigenen Ängsten ein Ventil zu verschaffen", sagt Bettina Strehlau, Diplom-Psychologin in Berlin.

Der Körper entzieht sich der Kontrolle

Die Schwangerschaft sei heute in weiten Teilen etwas sehr Planbares geworden: Kinder entstehen seltener durch Zufall und eher nach einem optimierten und mit dem Partner abgestimmten Zeitplan. Zumindest versuchen viele Paare, den Zeitpunkt des Kinderkriegens so genau wie möglich zu bestimmen.

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Dem steht aber die Biologie entgegen: Hat es geklappt, verändert sich der Körper – und das ohne eigenes Zutun oder Kontrolle. "Viele Frauen wirft das aus der Bahn", erklärt Strehlau. Häufig seien sie daran gewöhnt, an ihrem Körper zu arbeiten, ihn zu optimieren. Schwangerschaftshormone scheren sich aber selten um Idealmaße.

"Es wird geredet, gegoogelt, verglichen"

Als Kompensation für den Kontrollverlust fangen viele Schwangere an, nach Informationen zu suchen: "Es wird geredet, gegoogelt, verglichen." Hinzu kommt, dass die Diagnostik immer exakter und das Vorsorgeangebot immer größer werden.

Mehr Wissen kann aber mehr Ängste schüren und die eigene Paranoia erst richtig befeuern. Als eine Art Spannungsabbau versuchen dann manche Frauen, schlimme Schwangerschafts- oder Geburtsgeschichten auszupacken. "Erstgebärende sprechen allerdings viel mehr darüber als Mütter mit mehreren Kindern", ist Strehlaus Erfahrung.

Keine Zeit für Höflichkeit

Doch wie reagiert man, wenn man ungefragt Schauergeschichten über Früh- und Fehlgeburten erzählt bekommt? Am besten so direkt wie möglich. "Man muss sagen: 'Du machst mir damit Angst, ich will das nicht hören'", rät die Psychologin.

Aus Höflichkeit darauf zu warten, dass der andere sein unsensibles Verhalten vielleicht von selbst bemerkt, sei meist vergebens. Jede Frau habe das Recht, sich vor belastenden Informationen zu schützen – gerade in der Schwangerschaft.

Schwangerschaftskalender: So entwickelt sich das Ungeborene von der 1. bis 40. SSW

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