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Prostataentzündung betrifft fast jeden zweiten Mann

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Fast jeder zweite Mann kann eine Prostataentzündung bekommen

19.10.2010, 13:41 Uhr | jlu

Prostataentzündung betrifft fast jeden zweiten Mann. Die Prostatitis trifft jeden zweiten Mann.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Prostatitis trifft jeden zweiten Mann. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die meisten Männer wissen gar nicht, dass sie betroffen sind. Die Rede ist von einer Entzündung der Prostata, auch Prostatitis genannt. Mediziner schätzen, dass hierzulande etwa jeder zweite Mann mindestens einmal im Leben darunter leidet. Das Gefährliche: Nicht bei allen Betroffenen zeigen sich Symptome, beispielsweise starke Schmerzen beim Wasserlassen. Die meisten haben keine Beschwerden, die Krankheit wird deshalb oft nicht erkannt. Doch das kann schlimme Folgen haben.

Keine eindeutigen Symptome bei einer Prostataentzündung

"Die Prostatitis tritt vor allem zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf, sie kann aber auch ältere Männer betreffen", sagt der Urologe Dr. Axel Schroeder. Je nach Verlauf unterscheidet man zwischen einer akuten und einer chronischen Prostataentzündung. Unter letzterer leidet fast jeder zweite Mann. Damit ist der chronische Verlauf die häufigste Erkrankungsform. Doch viele Betroffene wissen nichts von ihrer Krankheit, da es keine eindeutigen Symptome gibt. Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Brennen und Jucken in der Harnröhre, Schmerzen in der Dammgegend oder Sexualstörungen könnten allerdings auf eine Entzündung hindeuten.

Verkrampfte Beckenbodenmuskulatur löst Schmerzen aus

Auslöser für eine chronische Entzündung sind zum Teil Bakterien, die über die Harnröhre oder die Blutbahnen in die Prostata gelangen. Bei den meisten Patienten ist allerdings unklar, woher die Entzündung kommt. "Bei der so genannten Prostatodynie haben die Schmerzen weder organische Ursachen, noch werden sie von Bakterien ausgelöst. Wahrscheinlich ist eine Überreaktion der Beckenbodenmuskeln, die zu Krämpfen führt", erklärt Schroeder. Eine Therapie, die die Ursachen bekämpft, gibt es nicht. Die Behandlung zielt vielmehr darauf ab, mit Sitzbädern oder Medikamenten die Schmerzen zu lindern. Auch bei der bakteriellen Entzündung ist die Behandlung schwierig. "Damit alle Erreger vernichtet werden, müssen die Betroffenen bis zu sechs Monate lang Antibiotika nehmen", sagt der Urologe.

Eitriger Urin ist typisch für eine akute Prostataentzündung

Seltener, aber leichter zu behandeln und zu erkennen, ist die akute Prostatitis. "Pro Jahr klagen etwa 40.000 Männer über akute Beschwerden", sagt Schroeder. Krankheitsursache sind Bakterien, die Schmerzen in der Dammgegend, Fieber, Schüttelfrost, eitrigen Urin oder Schmerzen beim Stuhlgang und beim Wasserlassen hervorrufen. Typisch ist zudem eine vergrößerte Prostata, die der Arzt durch Abtasten nachweisen kann. Zudem bildet sich oft ein Prostataabszess, der in der Regel operativ entfernt werden muss. Unabhängig davon müssen die Betroffenen mindestens vier Wochen lang Antibiotika nehmen, um alle Erreger abzutöten. Wichtig sind außerdem Bettruhe und eine Schmerztherapie.

Erhöhter PSA-Wert: Hinter Prostatitis kann Krebs stecken

Wer glaubt, an einer Prostatistis zu leiden, sollte so schnell wie möglich zum Arzt gehen. Denn wenn die Entzündung nicht erkannt und behandelt wird, kann eine akute Prostatitis einen chronischen Verlauf nehmen, ebenso kann eine chronische Entzündung akut werden. Besonders gefährlich ist eine nicht erkannte chronische Prostata-Entzündung. "Es gibt Beobachtungen, dass ein chronischer Verlauf mit einem erhöhtem PSA-Wert einhergeht. PSA steht für prostataspezifische Antigen. Hinter einer chronischen Prostatitis kann also auch Prostatakrebs stecken", erklärt Schroeder.

Wasser schwemmt Bakterien rechtzeitig aus der Harnröhre

Wer einige Verhaltensweisen befolgt, kann einer Entzündung vorbeugen. Wichtig ist zum Beispiel, genug zu trinken. So lassen sich die Bakterien aus der Harnröhre spülen. Neben Wasser eignen sich dafür vor allem Saftschorlen, Kräuter- und Früchtetees. Auch mit ausreichender Körperhygiene kann man verhindern, dass Erreger in die Prostata gelangen.

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