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Scheidenpilz  

Scheidenpilz: Was Frauen wissen sollten

14.09.2011, 10:34 Uhr | dpa-tmn

Scheidenpilz: Was Frauen wissen sollten. Scheidenpilz: lästig, aber gut behandelbar. (Quelle: dpa/tmn)

Scheidenpilz: lästig, aber gut behandelbar. (Quelle: dpa/tmn)

Das kennt fast jede Frau: Es juckt und brennt im Intimbereich, dazu kommt ein unangenehmer Ausfluss. Diese Symptome können auf eine Vaginalkandidose, umgangssprachlich Scheidenpilzinfektion genannt, hinweisen. "Man schätzt, dass drei von vier Frauen wenigstens einmal im Leben eine Hefepilzinfektion der Scheide bekommen", sagt Professor Werner Mendling, Direktor der Vivantes Kliniken für Gynäkologie und Geburtshilfe in Berlin. Dennoch ist der Scheidenpilz ein Tabuthema und der Kenntnisstand bei den meisten Frauen recht gering.

Hefepilz kommt "nicht von der Bahnhofstoilette"

Auslöser des lästigen Übels sind Hefepilze der Gattung Candida, in mehr als 90 Prozent der Fälle Candida albicans. "Es gibt insgesamt über 100 Candida-Arten, von denen etwa zehn verschiedene Arten in der Scheide vorkommen und auch Infektionszeichen verursachen können", erläutert Mendling. "Solche Candida-Arten haben ihre natürliche Umgebung im Mund und im Magen-Darm-Trakt des Menschen. Sie werden also nicht auf Bahnhofstoiletten oder Türklinken erworben."

Geschlechtsverkehr und Whirlpool als Infektionsquelle

Die Hefepilze gelangen auf unterschiedlichen Wegen in die Scheide. "Beim Geschlechtsverkehr kann es zur Eintragung von etwas Candida aus der Stuhlflora der Frau in die Vagina kommen", erklärt Werner Harlfinger, Landesvorsitzender des Berufsverbands der Frauenärzte Rheinland-Pfalz in Mainz. Auch Schmierinfektionen sind häufig. Um diese zu vermeiden, sollten sich Frauen nach dem Stuhlgang immer von vorn nach hinten abwischen. Beim Saunagang sitzt eine Frau am besten auf dem eigenen Handtuch. Auch Whirlpools sind eine Infektionsquelle.

Stress und falsche Kleidung als Ursachen

Nicht immer bereiten die Pilze Probleme. Erst wenn das Gleichgewicht in der Scheide gestört ist, zum Beispiel durch Veränderungen im Hormonhaushalt, Grunderkrankungen wie Diabetes oder falsche Intimhygiene, vermehren sich die Pilze. Erkrankungen oder Arzneimittel wie Antibiotika können das Immunsystem schwächen. "Auch psychosozialer Stress ist ein Risikofaktor, vermutlich dadurch, dass er sich ebenfalls auf das Immunsystem schwächend auswirken kann", sagt Mendling. In solchen Fällen finden die Hefepilze im feucht-warmen Klima der Scheide optimale Vermehrungsbedingungen und können Infektionen auslösen. Luftundurchlässige Kleidung und kunststoffbeschichtete Slip-Einlagen begünstigen diese Entwicklung.

Lästig, aber gut behandelbar

"Die typischen Symptome einer Pilzinfektion sind krümeliger, gelblich-weißer Ausfluss mit Juckreiz, später eitriger Ausfluss und heftiges Brennen zwischen den kleinen Schamlippen", erläutert Harlfinger. Hinzu kommen oft Rötungen oder Schwellungen in der Vagina und im äußeren Genitalbereich sowie Brennen beim Intimverkehr. Solche Beschwerden sind lästig, doch meist leicht behandelbar."Alle auf dem Weltmarkt befindlichen Medikamente sind gleich gut wirksam", sagt Mendling. "Es handelt sich meist um sogenannte Imidazolpräparate, die als Cremes für die Vulva, als Vaginalcreme oder als Vaginalzäpfchen vorhanden sind." Je nach Dosierung gibt es die einwöchige, die dreitägige oder die eintägige Therapie.

Wann man zum Arzt gehen sollte

Die meisten Präparate sind nicht verschreibungspflichtig, viele Frauen gehen daher direkt in die Apotheke. Das ist jedoch problematisch, denn Juckreiz und Brennen werden nicht immer von Hefepilzen verursacht. Und eine falsche Therapie kann fatale Folgen haben. "Es kann durch ständige Reizung mit solchen Medikamenten und Störung der gesunden Vaginalflora zu erneutem Brennen kommen, die erheblich belastender sind als die vermutete Pilzinfektion", warnt Mendling. Welcher Erreger die Infektion verursacht hat, kann nur der Arzt zweifelsfrei klären - mit Hilfe eines Abstrichs. Deshalb raten beide Gynäkologen nachdrücklich zum Arztbesuch. Bei grünlichem oder unangenehm riechendem Ausfluss, bei Begleitbeschwerden wie Blutungen, Durchfall oder Schmerzen beim Wasserlassen und bei gehäuftem Auftreten ist dieser ohnehin ein Muss. 

So beugen Sie vor

Nach einer Pilzinfektion lässt sich das gesunde Gleichgewicht in der Scheide stärken. "Sie können zum Beispiel mit Milchsäurebakterien das gesunde, saure Milieu der Vagina wieder herstellen. Dies kann in Form von lokal wirkenden Zäpfchen oder Cremes geschehen", sagt der Gynäkologe Werner Harlfinger. Die Produkte können auch vorbeugend zur Stabilisierung der Scheidenflora eingesetzt werden.

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