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IGeL-Untersuchungen beim Gynäkologen oft nutzlos: Das sollten Sie wissen

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Ultraschall und Hormonanalysen  

IGeL-Leistungen beim Frauenarzt sind oft nutzlos

01.04.2015, 09:02 Uhr | Mareike Witte, dpa-tmn

IGeL-Untersuchungen beim Gynäkologen oft nutzlos: Das sollten Sie wissen. Für die Patienten sind IGeL-Leistungen teuer, aber selten hilfreich. (Quelle: dpa)

Für die Patienten sind IGeL-Untersuchungen teuer, aber selten hilfreich. (Quelle: dpa)

Ultraschalluntersuchung, Krebsvorsorge, Test auf sexuell übertragbare Krankheiten: Beim Gynäkologen wird Frauen oft eine lange Liste von kostenpflichtigen Extras angeboten. Die individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) müssen Patientinnen selbst zahlen - doch ein großer Teil davon ist nutzlos.

Die IGeL-Untersuchungen gehören nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen und müssen vom Patienten privat bezahlt werden. Häufig sind die Betroffenen aber verunsichert, insbesondere wenn der Arzt auf die Wichtigkeit der Untersuchung hinweist.

Bedenkzeit nehmen

Elisabeth Buchinger von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) rät, sich nicht zu einer Untersuchung überreden zu lassen und sich Bedenkzeit zu nehmen. "Es ist immer möglich, eine zweite Meinung von einem anderen Arzt einzuholen." Dringend sind IGeL nie.

Zudem sollten sich Patientinnen vorab informieren, was bei einer Untersuchung genau gemacht wird und welchen Nutzen die Untersuchung haben kann, rät Buchinger. Auch wie gut die Methode geprüft ist, welche Risiken möglich sind und welche Folgen sich aus dem Ergebnis ergeben, sollten sie in ihre Entscheidung einbeziehen.

IGeL-Monitor bietet Hilfe

Unbedingt sollte die Patientin vor der Behandlung nach den Kosten fragen und einen schriftlichen Behandlungsvertrag mit dem Arzt schließen, empfiehlt Buchinger.

Weitere Hilfe bietet der IGeL-Monitor: Dort werden auf Grundlage wissenschaftlicher Studien Nutzen und Schaden von Selbstzahlerleistungen bewertet.

Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke liefern oft falsche Befunde

So haben Frauen keinen Nutzen davon, wenn sie ihre Eierstöcke ohne konkreten Verdacht per Ultraschall untersuchen lassen, wie Christian Weymayr, Projektleiter des IGeL-Monitors vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS), sagt. Laut IGeL Monitor ist die Treffsicherheit des Ultraschalls ist gering.

Dagegen kann der Schaden massiv sein: Frauen werden durch falsche Befunde oft als Krebspatientinnen behandelt. Laut einer Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe sollten auch Frauen mit erhöhtem Risiko keine Untersuchungen zur Früherkennung von Eierstockkrebs durchführen.

Ultraschalluntersuchung der Brust nur bei manchen Frauen ratsam

Für Frauen mit hoher Gewebedichte ist es nach Angaben von Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte (BVF) sinnvoll, zusätzlich zur Mammografie eine Ultraschalluntersuchung machen zu lassen. Für Frauen mit durchschnittlicher Gewebedichte, die den Ultraschall außerhalb der Altersspanne des Mammografie-Programms oder zusätzlich zur Mammografie als eigenständige Früherkennungsmaßnahme einsetzen, kommt der IGeL-Monitor zu einem unklaren Ergebnis. Bei der Ultraschalluntersuchung würden zwar mehr Tumore gefunden, ein Teil davon müsste aber ohnehin nie behandelt werden, sagt Weymayr.

ThinPrep-Test: Kein Vorteil gegenüber normalem Abstrich

Vielen Frauen wird zur Krebsvorsorge auch der "ThinPrep-Test" (Dünnschichtzytologie) angeboten. "Der Test wird vom Berufsverband der Frauenärzte nicht empfohlen, da er keine besseren Resultate zeigt als die konventionelle zytologische Untersuchung," sagt Albring. Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs sei die Dünnschichtzytologie im Vergleich zum herkömmlichen Zellabstrich (Pap-Test) im Nutzen und Schaden gleich, sagt Weymayr.

Der Test auf humane Papillomviren (HPV), die sexuell übertragen werden und von denen einige Virentypen zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beitragen können, habe für Frauen ohne auffälligen Krebsabstrich keinerlei Aussagekraft, sagt Albring.

Hormonanalysen oft sinnlos

Hat die Patientin keine Beschwerden und mit keinen Veränderungen des Körpers wie Müdigkeit und sexueller Unlust zu kämpfen, sei ein Hormontest sinnlos, sagt Albring. Die Probleme, die durch einen solchen Test gefunden werden, seien nur behandlungsbedürftig, wenn die Patientin unter Beschwerden wie Blutungsstörungen und Hitzewallungen leidet.

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