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Hohe Beteiligung bei Präsidentenwahl im Iran

19.05.2017, 17:48 Uhr | lc, t-online.de

Hohe Beteiligung bei Präsidentenwahl im Iran. Der iranische Spitzenkandidat des erzkonservativen Klerus, Ebrahim Raeissi, gibt in einem Wahllokal seine Stimme ab. (Quelle: dpa)

Der iranische Spitzenkandidat des erzkonservativen Klerus, Ebrahim Raeissi, gibt in einem Wahllokal seine Stimme ab. (Quelle: dpa)

Erstmals seit der Einigung auf ein Atomabkommen mit den Weltmächten 2015 hat der Iran einen neuen Präsidenten gewählt. Wegen des großen Andrangs blieben die Wahllokale am Freitag länger geöffnet. Mit Ergebnissen wird aber nicht vor Samstag gerechnet.

Wie das Innenministerium mitteilte, gaben mehr als 40 Millionen Wähler ihre Stimme ab. Dies bedeutete eine Wahlbeteiligung von rund 70 Prozent. Die Auszählung habe begonnen. Die Wahlberechtigten hatten zu entscheiden, ob sie den gemäßigten Präsidenten Hassan Ruhani vier weitere Jahre im Amt haben oder wieder einen Hardliner an die Macht hieven wollen. Am Morgen gab der Oberste Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, symbolisch die erste Stimme ab.

Viele Warteschlangen vor den Wahlurnen in Teheran und auch in anderen Städten waren deutlich länger als bei der vergangenen Präsidentenwahl im Jahr 2013, wie Reporter der Nachrichtenagentur AP beobachteten. Mindestens drei Mal wurden die Öffnungszeiten an den mehr als 63 000 Wahllokalen verlängert, damit alle die Chance hatten, ihre Stimmen abzugeben.

Hohe Beteiligung in Teheran

Dass besonders in Teheran eine hohe Wahlbeteiligung herrschte, dürfte Ruhani in die Karten spielen. Die liberalen und wohlhabenden Einwohner der Stadt gelten als Basis seiner Anhängerschaft. Der stärkste Gegner des 68-Jährigen ist der konservative Geistliche Ebrahim Raissi. Der 56 Jahre alte Juraprofessor und ehemalige Staatsanwalt leitet eine einflussreiche religiöse Stiftung. Er soll Chamenei nahestehen, der ihn schon einmal als "vertrauenswürdig und sehr erfahren" bezeichnet hatte. Öffentlich unterstützt hat Chamenei aber keinen der Kandidaten.

Raissis Lager reichte noch vor Schließung der Wahllokale eine Beschwerde wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei der Wahl ein, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Sollte kein Kandidat eine Mehrheit bekommen, würden die beiden Erstplatzierten eine Woche später in eine Stichwahl gehen. Seit 1981 ist kein amtierender Präsident im Iran damit gescheitert, eine Wiederwahl zu gewinnen.

Iraner zu Stimmabgabe aufgerufen

Chamenei rief die Iraner bei seiner Stimmabgabe zu einer regen Beteiligung auf. "Das Schicksal des Landes liegt in der Hand aller Menschen", sagte er. Auch Ruhani gab früh seine Stimme ab. Er mahnte an, dass derjenige Kandidat die gesamte Unterstützung des Landes bekommen solle, der gewählt werde. "Jedem, der gewählt wird, muss von morgen an mit Einheit, Glück und Freude geholfen werden", sagte er.

Raissi wies darauf hin, dass jeder das Wahlresultat akzeptieren solle. "Sollte ich zum Beispiel das Ergebnis für unerwünscht halten, sollte das nicht zu einer Störung der Wahl führen", sagte er. Auch im Ausland stimmen iranische Bürger an mehr als 300 Orten ab, darunter zahlreiche in den USA, wo mehr als eine Million Iraner leben. In Thailand zündete sich ein iranischer Mann aus Protest gegen die Wahl vor der Botschaft seines Landes in Bangkok an. Er erlitt Verbrennungen am ganzen Körper und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Wahl gilt als Referendum

Die Wahl gilt als eine Art Referendum über Ruhanis moderate Politik, die trotz des Widerstands von Hardlinern den Weg zu einem internationalen Atomabkommen geebnet hatte. Viele Bewohner des Landes haben von Vorteilen des Atomdeals allerdings noch wenig gespürt. Im Zuge des Abkommens hatte sich der Iran bereiterklärt, sein Atomprogramm zu beschränken - im Gegenzug wurden Sanktionen abgebaut.

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