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Neue Kommandozentren: So will die Nato Russland abschrecken

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Neue Hauptquartiere  

So will die Nato Russland abschrecken

08.11.2017, 21:37 Uhr | Ansgar Haase, Nico Pointner, dpa

Neue Kommandozentren: So will die Nato Russland abschrecken. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg: Das Verteidigungsbündnis wappnet sich gegen eine mögliche russische Aggression. (Quelle: dpa/Virginia Mayo)

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg: Das Verteidigungsbündnis wappnet sich gegen eine mögliche russische Aggression. (Quelle: Virginia Mayo/dpa)

Erstmals seit Ende des Kalten Krieges verstärkt die Nato ihre Kommandostrukturen. Die Verteidigungsminister der Allianz einigten sich in Brüssel auf den Aufbau zweier neuer Planungs- und Führungszentren.

Zuvor hatte bereits der Nordatlantikrat, das wichtigste Entscheidungsgremium der Nato, den Ausbau der Kommandostrukturen beschlossen. Die Pläne sind eine Reaktion auf die als aggressiv wahrgenommene Politik Russlands.

Was genau hat die Nato vor?

Die Allianz will zwei neue Planungs- und Führungszentren aufbauen. Ein Hauptquartier soll Truppenverlegungen innerhalb Europas führen. Das zweite soll Marineeinsätze im Atlantik steuern können, um im Kriegsfall den Seeweg zwischen den USA und Europa freizuhalten.

Wieso will die Nato ihre Strukturen aufrüsten?

Besonders die östlichen Bündnisstaaten fühlen sich seit Beginn der Ukraine-Krise verstärkt bedroht von Russland. In einem internen Papier wurde vor Kurzem die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses offen angezweifelt - etwa, ob die schnelle Eingreiftruppe der Allianz zügig und effektiv im Krisenfall reagieren könnte. Zudem gibt es dem Dokument zufolge gerade im östlichen Bündnisteil Defizite bei der Logistik.

Ist das ein Schritt zurück zum Kalten Krieg?

Die neuen Strukturen sind jedenfalls Teil einer drastischen Kehrtwende zu der Politik nach dem Ende des Kalten Krieges. Damals hatte die Nato gedacht, sich von der extrem teuren Abschreckungspolitik ein Stück weit verabschieden zu können. Die Kommandostrukturen wurden eingestampft. Von 33 Hauptquartieren sind nach Nato-Angaben heute nur noch 7 übrig.

Die Personalstärke sank von 22.000 auf 6800. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg will aber nicht von Fehlern sprechen. "Ich bereue es nicht, dass wir nach dem Ende des Kalten Krieges die Größe der Kommandostruktur reduziert haben", sagte er am Mittwoch und ergänzte: "So lange wir in der Lage sind, uns anzupassen, wenn es wieder mehr Spannungen gibt."

Die Bündnisverteidigung ist nun wieder in den Fokus gerückt. Mehrere Tausend Nato-Soldaten wurden bereits im Baltikum und in Polen stationiert. Die Pläne zum Ausbau der sogenannten Kommandostruktur sind eine weitere Reaktion auf die Politik Moskaus.

Beteiligt sich Deutschland daran?

Finanziell und personell auf jeden Fall. Deutschland finanziert rund elf Prozent der gemeinschaftlichen Militärausgaben und stellt auch rund elf Prozent des Personals in den militärischen Strukturen. Rüstet die Nato auf, muss sich Deutschland nach diesem Ausgabenschlüssel beteiligen. Nach Angaben aus Bündniskreisen würde Deutschland auch gerne Standort für das neue Logistik-Hauptquartier werden. Die Entscheidung wird allerdings erst Anfang des neuen Jahres fallen.

Wie funktioniert die Kommandostruktur der Nato eigentlich?

Das Bündnis verfügt derzeit über sieben Hauptquartiere: Die beiden "Strategischen Kommandos" stehen ganz oben. Das Allied Command Operations (ACO) in Belgien ist für die Führung von Einsätzen verantwortlich, das Allied Command Transformation (ACT) in den USA soll das Bündnis strategisch an neue Erfordernisse anpassen.

Dem ACO unterstehen die beiden "Joint Force Headquarters" im niederländischen Brunssum und in Neapel. Sie steuern Operationen wie den Einsatz in Afghanistan. Dann gibt es noch Hauptquartiere für das Luftstreitkräftekommando AIRCOM in Ramstein, das Kommando der Seestreitkräfte MARCOM im englischen Northwood und das Landstreitkräftekommando LANDCOM im türkischen Izmir.

Ist die Nato mit den neuen Strukturen für einen Konflikt mit Russland gerüstet?

Vermutlich nicht. Für Panzertransporte nicht geeignete Straßen, Brücken und Gleiswege erschweren derzeit schnelle Truppenverlegungen ins östliche Bündnisgebiet. Die Nato fordert deswegen auch von der EU und der Privatwirtschaft eine stärkere Beteiligung an den Bemühungen um eine verstärkte Abschreckung gegenüber Russland.

Die Mobilität des Militärs sei maßgeblich für die Verteidigung des Bündnisses, sagte Stoltenberg. Die zivile Infrastruktur, Straßen, Schienennetze und Flughäfen, müsse militärischen Anforderungen entsprechen.

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