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Isoliertes Katar wird zum diplomatischen Brandherd

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„Blockade wie in Berlin“  

Isoliertes Katar wird zum diplomatischen Brandherd

08.06.2017, 19:06 Uhr | Wal, rtr, dpa

Isoliertes Katar wird zum diplomatischen Brandherd.  Katars Emir Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani sieht sich mit der Isolation seines Landes konfrontiert. (Archiv) (Quelle: AP/dpa/Osama Faisal)

Katars Emir Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani sieht sich mit der Isolation seines Landes konfrontiert. (Archiv) (Quelle: Osama Faisal/AP/dpa)

Katar bekommt die Folgen der Isolation durch andere Golf-Staaten immer stärker zu spüren. In den Konflikt mischen sich durch die Notlage des arabischen Staates weitere Nationen ein. Nach der Türkei meldet sich nun auch der Iran zu Wort.

Die Post der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) stellte bis auf weiteres sämtliche Sendungen in das Scheichtum ein. Nachdem bereits Lebensmittellieferungen in das stark von Importen abhängige Land unterbrochen wurden, wuchs dort der Unmut. "Das ist eine Blockade wie in Berlin, eine Kriegserklärung", sagte ein Diplomat. Die Regierung des Landes suchte den Dialog, um die Krise beizulegen.

Die VAE verboten sämtlichen Öltankern auf dem Weg von oder nach Katar die Einfahrt in ihre Häfen. Der Post- und Schiffsboykott folgt auf eine Reihe von Einschränkungen in Handel und Verkehr auch anderer Länder, die sich über das tägliche Leben hinaus in der Wirtschaft niederschlagen. So wies die Notenbank Insidern zufolge aus Furcht vor Geldabflüssen sämtliche Banken an, sie täglich über Devisengeschäfte, größere Abhebungen sowie Bargeld-Transfers zu unterrichten.

Unterstützung von Trump und dem Iran

US-Präsident Donald Trump bot dabei Unterstützung an, nachdem er sich zunächst hinter den von Saudi-Arabien angeführten Abbruch der Beziehungen gestellt hatte.
Trump betonte laut seinem Präsidialamt in einem Telefonat mit dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad al-Thani, dass die Zusammenarbeit aller Staaten in der Region im Kampf gegen Terror wichtig sei.

Trump habe ein Treffen im Weißen Haus angeregt, um die Krise zu lösen. Der US-Präsident schlug damit einen moderateren Kurs gegenüber Katar ein, nachdem Vertreter des US-Verteidigungsministeriums auf die Bedeutung des dortigen US-Militärstützpunkts im Kampf gegen den IS hingewiesen hatten.

Auch der Iran hat nach Angaben der katarischen Regierung angeboten, das isolierte arabische Land zu unterstützen und mit Lebensmitteln zu versorgen. Dafür seien drei iranische Seehäfen vorgesehen, sagte Außenminister Mohammed bin Abdulrahman al-Thani. Man habe das Angebot aber noch nicht angenommen. Al-Thani bekräftigte, sein Staat werde nicht aufgeben und beharre auf einer eigenständigen Außenpolitik.

Zwischen russischen Hackern und diplomatischer Lösung

Unterdessen nahm die Pendeldiplomatie zur Lösung der Krise Fahrt auf: Der Emir von Kuwait traf zu Vermittlungsgesprächen in Doha ein, nachdem er zuvor die VAE und Saudi-Arabien besucht hatte. Aus Katar selbst reist Außenminister Mohammed bin Abdulrahman al-Thani russischen Nachrichtenagenturen zufolge nach Moskau, wo er am Samstag mit seinem Kollegen Sergej Lawrow zusammenkommen soll.

Russische Hacker waren Medienberichten zufolge in den Verdacht der Angriffe auf die staatliche Nachrichtenagentur von Katar geraten. Die Moskauer Regierung weist dies zurück. Durch die Attacke sollen Falschmeldungen mit iranfreundlichem Inhalt verbreitet worden sein, die mit als Ursache der jüngsten Krise gelten. Am Donnerstag erklärte das Außenministerium von Katar, erste Ermittlungen hätten einen Hackerangriff bestätigt. Wer dahinter steckt, wurde nicht bekannt.

Katar verbittet sich diplomatische Einmischung

Kurz vor seinem Besuch in Deutschland hat sich der katarische Außenminister Mohammad Abdulrahman al-Thani jegliche Einmischung in die Außenpolitik seines Landes verbeten. Sein Land werde dem diplomatischen Druck standhalten. Katar könne trotz der von Saudi-Arabien und anderen Staaten der Region verhängten Strafmaßnahmen "ewig" überleben.

Al-Thani sagte zugleich, für die gegenwärtige Krise auf der Arabischen Halbinsel gebe es "keine militärische Lösung". Sein Land werde weiterhin alle internationalen Verpflichtungen erfüllen und werde auch weiterhin Erdgas an die Vereinigten Arabischen Emirate liefern, die sich den Sanktionen angeschlossen hatten.

Isolation Katars unter saudi-arabischer Führung

Saudi-Arabien und seine Verbündeten Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten die diplomatischen Beziehungen zu Katar am Montag überraschend abgebrochen. Katarische Bürger müssen diese Länder binnen 14 Tagen verlassen. Außerdem stellten die Länder den Flugverkehr von und nach Katar ein. Saudi-Arabien schloss auch Katars einzige Landgrenze.

Hintergrund sind Vorwürfe an Katar, das Land unterstütze Terroristen. Eine Rolle spielt allerdings offensichtlich auch das relativ gute Verhältnis Katars zu Iran.

 

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