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Kampf gegen Terror: Trump lässt das Militär von der Leine

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Kampf gegen Terror  

Trump lässt das Militär von der Leine

04.04.2017, 09:03 Uhr | Lolita Baldor, AP

Kampf gegen Terror: Trump lässt das Militär von der Leine. Unter Donald Trump bekommt das US-Militär deutlich mehr Freiheiten. (Quelle: imago)

Unter Donald Trump bekommt das US-Militär deutlich mehr Freiheiten. (Quelle: imago)

Wo Barack Obama genaue Abstimmung mit der politischen Führung forderte, räumt Nachfolger Trump den US-Truppen zunehmend Spielräume ein. Flexible und schnelle Vor-Ort-Entscheidungen sollen den Kampf gegen den Terror beflügeln.

Woche um Woche, Land um Land scheint das Pentagon mehr und mehr Kontrolle auf dem Terrain der Kriegsentscheidungen zu gewinnen. Leise und ohne große öffentliche Debatte werden Hunderte weitere US-Soldaten in die Krisenregionen entsandt oder Schläge gegen Extremisten in die Wege geleitet. Wo Barack Obama genaue Rücksprachen forderte, lässt Donald Trump dem Militär zunehmend freie Hand. Doch Experten warnen vor den Risiken.

Risiko steigender Opferzahlen

"Die politische Führung kann die Kontrolle über die Militäreinsätze verlieren", führt Alice Hunt Friend vom Zentrum für Strategische und Internationale Studien in Washington eine der Gefahren an. Die Einsätze könnten von der Gesamtaußenpolitik abgetrennt werden, Irrläufer wären wahrscheinlicher. Dass Verteidigungsministerium und Streitkräfte mehr Befugnisse bekommen, birgt zudem das Risiko steigender Opferzahlen - sowohl bei den Truppen als auch in der Bevölkerung der Einsatzländer. Bei der Bekämpfung von Aufständen und Terror etwa - sei es im Irak oder bei Geheimoperationen gegen Extremisten - steht immer auch das Leben der Soldaten auf dem Spiel. Zunehmendes Engagement des US-Militärs bedeutet eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass nicht alles ohne Verluste läuft.

In diesem Zuge würde die Öffentlichkeit in den USA wohl aufbegehren - und das ist vermutlich nicht im Sinne des neuen US-Präsidenten. Auch Zugeständnisse an Kommandeure in der zweiten Reihe, zeitnah Einsatzentscheidungen vor Ort zu treffen, lassen ein Ansteigen der Opferzahlen befürchten. Beispiel dafür sind Luftangriffe in bewohnten Gebieten. Schon jetzt muss die US-Luftwaffe Bombardements in der irakischen Stadt Mossul untersuchen, bei denen nach Augenzeugenberichten Mitte März mindestens 100 Menschen getötet wurden. Dafür soll die von ihr geführte Koalition zumindest mitverantwortlich sein.

Trump will schärferes Vorgehen gegen Extremisten

Doch in der Militärführung wird betont, wie wichtig schnelle Entscheidungen seien, um die Feinde der USA zu bekämpfen. Und beim neuen Präsidenten stoßen die Pentagon-Vertreter dabei auf offene Ohren. Trump, der sich ein schärferes Vorgehen gegen islamistische Extremisten auf die Fahnen geschrieben hat, bekräftigte die Einschätzung, dass Obamas kurze Zügel die Effektivität von Militäroperationen beschnitten hätten.

Dieser Tage war es Somalia, wo Trump den Truppen mehr Spielraum verschaffte. Er stellte sich damit hinter die Bitte von General Thomas Waldhauser, dem Chef des US-Afrikakommandos, der mehr Flexibilität und Schnelligkeit im Kampf gegen die Terrormiliz Al-Shabaab als entscheidend dargelegt hat.

Entscheidung ohne großes Aufheben 

Es war nicht die erste Ausweitung an Macht oder Personal: Das Verteidigungsministerium hat die Zahl der US-Soldaten in Syrien etwa verdoppelt und Militärberater näher an die Front im Irak geschickt. Mehr Truppen für Afghanistan werden gefordert - und für diese Woche stehen im Weißen Haus möglicherweise noch Gespräche über eine stärkere Unterstützung für die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz im Jemen auf dem Programm.

So manche Entscheidung wird ohne großes Aufheben gefällt. Ein spürbares Aufstocken der Truppen im Irak oder in Syrien findet in Amerika kein Gefallen, daher werden die Soldaten auch nicht zu Tausenden entsandt. Es bleibt bei Hunderten, schrittweise, und mit Verweis auf den temporären Charakter des Einsatzes. Die Truppenobergrenzen aus der Zeit Obamas hat Trump nicht aufgehoben: In Syrien liegt das Limit bei 503 Soldaten, im Irak bei 5262.

Schlupflöcher für die Streitkräfte

Doch mit Billigung des Weißen Hauses haben die Streitkräfte längst mehr geschickt und dabei ein Schlupfloch genutzt, indem sie die Entsendung als nur zeitweilig deklarieren. So wurden erst kürzlich mehrere Hundert Soldaten nach Syrien beordert, ohne dass damit die Obergrenze gesprengt wurde. Und Ende vergangener Woche gab das Pentagon die offizielle Zahl der US-Truppen im Irak mit exakt 5262 an. Hinter vorgehaltener Hand verlautet aus Ministeriumskreisen, es seien mindestens 2000 mehr.

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