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Trump droht an Afghanistan zu scheitern wie Bush oder Obama

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Aussichtsloser Krieg?  

Trump in der Afghanistan-Falle

22.08.2017, 22:30 Uhr | Natalie Schupp, AP

Trump droht an Afghanistan zu scheitern wie Bush oder Obama. US-Präsident Donald Trump hat in Fort Myer in Arlington seine neue Afghanistan-Strategie verkündet. (Quelle: AP/dpa/Carolyn Kaster)

US-Präsident Donald Trump hat in Fort Myer in Arlington seine neue Afghanistan-Strategie verkündet. (Quelle: Carolyn Kaster/AP/dpa)

Donald Trump hat die Afghanistan-Strategie seines Landes erneut geändert. Von Rückzug ist keine Rede mehr, ganz im Gegenteil. Viele seiner Anhänger stößt der Republikaner damit vor den Kopf. Am Ende könnte Trump am Hindukusch ähnlich scheitern wie zuvor schon Bush und Obama.

In seiner 26-minütigen Ansprache an die Nation am Montag strahlte Trump eine Haltung aus, die ein Markenzeichen seiner Präsidentschaft geworden ist: die Einstellung, etwas im Griff zu haben. Wie Trump den Krieg in Afghanistan entscheiden will, ist noch unklar. Er spielte in seiner Rede darauf an, dass weitere US-Soldaten in das Land entsandt würden, wollte aber nicht sagen, wie viele.

Der Sieg werde klar definiert sein, sagte Trump. Er nannte aber nur vage Vorgaben dazu, wie ein Erfolg auszusehen hat. Dazu gehöre es, das Terrornetzwerk Al-Kaida auseinanderzunehmen und die Taliban daran zu hindern, die Kontrolle über Afghanistan zu übernehmen. Die USA würden Afghanistan keinen "Blankoscheck" ausstellen, sagte Trump. Doch bot er keinen konkreten Zeitrahmen für ein Ende des US-Einsatzes an, der bereits seit 16 Jahren andauert.

Trumps Vorgängern war ein Sieg in Afghanistan nicht gelungen. Ex-Präsident George W. Bush hatte den Krieg nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 angefangen. Ex-Präsident Barack Obama hob die Zahl der US-Soldaten auf 100.000 an, scheiterte aber letztlich mit seinem Versprechen, den Konflikt vor seinem Ausscheiden aus dem Amt zu einem Ende zu bringen.

Ähnliche Rezepte wie Obama

Jetzt hat Trump das Sagen und hat es mit vielen der gleichen Herausforderungen zu tun, die Bush und Obama plagten und manche US-Beamte zutiefst unsicher werden ließen, ob ein Sieg in Afghanistan überhaupt möglich sei. Afghanistan ist weiterhin eines der ärmsten Länder der Welt, und in der Politik gibt es Korruption. Die Taliban werden wieder mächtiger, und afghanische Soldaten sind noch immer zu schwach, um das Land ohne die Hilfe der Amerikaner zu sichern.

Trump brachte viele der gleichen Lösungen ins Spiel, die seine Vorgänger versucht hatten. Er versprach, hart mit Afghanistans Nachbarland Pakistan umzugehen, auf Reformen in Afghanistan zu dringen und die Ziele einzuschränken. Die USA würden nicht in den Sumpf eines Demokratie-Aufbaus im Ausland geraten, sagte Trump. Er versprach, dass ein nur auf US-Interessen konzentrierter "prinzipientreuer Realismus" seine Entscheidungen leiten werde. Vieles davon hatte auch Obama versprochen.

US-Soldaten patrouillieren im Jahr 2003 in der Nähe der US-Militärbasis Bagram (Afghanistan). (Quelle: AP/dpa/Aaron Favila)US-Soldaten patrouillieren im Jahr 2003 in der Nähe der US-Militärbasis Bagram (Afghanistan). (Quelle: Aaron Favila/AP/dpa)

Militär siegt über Nationalisten

Trumps Plan, am Afghanistan-Einsatz festzuhalten, ist ein Sieg der Militärmänner, die zunehmend den inneren Zirkel von Trump ausmachen. Für seine nationalistischen Anhänger, die in Trump einen weiteren Skeptiker einer US-Einmischung in lange und kostspielige Konflikte im Ausland sahen, ist das Vorhaben eine Niederlage. Dazu zählt vor allem Trumps ehemaliger Berater Stephen Bannon, dessen Webseite Breitbart News den Ansatz Washingtons zum Afghanistan-Krieg kritisiert. Nach Trumps Rede lautete eine Schlagzeile auf der Webseite "UNBEGRENZTER KRIEG".

Eine weitere lautete "Wie sieht Sieg in Afghanistan aus? Washington weiß es nicht." Diese Frage muss Trump beantworten. Als Präsidentschaftskandidat hatte er Millionen von kriegsmüden Wählern mit einem "Amerika zuerst"-Mantra überzeugt. Doch steht er jetzt vor der Herausforderung zu erklären, wie diese Botschaft mit einem US-Einsatz in einem Krieg im Ausland zusammenpasse, der voraussichtlich noch Jahre dauern wird.

Trump gibt sich einsichtig

In einem für ihn seltenen Moment der öffentlichen Selbstreflexion räumte Trump ein, dass sich seine Haltung zu Afghanistan seit seinem Amtsantritt geändert habe. "Mein ursprünglicher Instinkt war es, sich zurückzuziehen", sagte er. "Aber mein ganzes Leben habe ich gehört, dass Entscheidungen sehr anders sind, wenn Du hinter dem Schreibtisch im Oval Office sitzt, in anderen Worten, wenn Du Präsident der Vereinigten Staaten bist."

Trump verwies auf "drei grundsätzliche Schlussfolgerungen" zu den US-Interessen in Afghanistan. Die USA müssten "ein ehrenvolles und nachhaltiges Ergebnis" anstreben, "das der gewaltigen Opfer würdig" sei. Trump warnte auch, dass ein schneller Rückzug ein Vakuum schaffen würde, das Terroristen wie die Gruppe Islamischer Staat und Al-Kaida füllen würden. Dies würde zu Umständen führen, die denen vor den Anschlägen vom 11. September 2001 ähnelten. Trump sagte auch, dass die Sicherheitsbedrohungen in Afghanistan "immens" seien.

Die USA haben derzeit etwa 8400 Soldaten in Afghanistan. Pentagon-Beamte schlugen vor, knapp 4000 weitere in das Land zu entsenden, um die Ausbildung und Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte zu verstärken und Anti-Terror-Operationen gegen die Taliban und den Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat in Afghanistan zu stützen.

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