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Dank des feuchten Sommers kann sich der Pilzsammler in diesem Herbst auf eine reiche Ernte freuen. Doch Achtung: Es gibt giftige Pilze, die sogar lebensgefährlich sein können und den genießbaren Pilzen sehr ähneln! Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten sollten und welche Pilze Sie auf keinen Fall verzehren sollten.
Die "Deutsche Angestellten Krankenkasse" (DAK) rechnet dieses Jahr mit einem Anstieg der Pilzvergiftungen. Grund dafür ist der regnerische Sommer, der auch aus diesem Jahr ein gutes Pilzjahr gemacht hat. Im Jahr 2010 erkrankten insgesamt 267 Menschen an einer Pilzvergiftung. Für 192 Menschen war die Pilzvergiftung sogar lebensgefährlich - sie mussten in ein Krankhaus eingeliefert werden. Der DAK-Ärztin Elisabeth Thomas zufolge stieg die Anzahl im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent an. (Bovist: Nur manche Sorten sind essbar)
Der Knollenblätterpilz ist einer der gefährlichsten Pilze (Quelle: imago)
Beim Sammeln geht die größte Gefahr von den Doppelgängern aus: Das sind giftige Pilze, die genießbaren Exemplaren zum Verwechseln ähnlich sehen. Der Bekannteste unter ihnen ist der Grüne Knollenblätterpilz, der besonders giftig ist. Das ungeschulte Auge verwechselt ihn schnell mit einem herkömmlichen Champignon. Dem Portal gesundheit.de zufolge sei der Knollenblätterpilz für 90 Prozent der Vergiftungen mit Todesfolge verantwortlich. Bereits 60 Gramm des frischen Pilzes können für einen Erwachsenen tödlich sein.
Der Perlpilz wird oft mit dem Pantherpilz verwechselt, der Nervengift erhält. Zu Beginn der Vergiftung kommt es zu einem Gefühl der Trunkenheit, in schweren Fällen zu Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen, Muskelzuckungen und Krampfanfällen. Manchmal tritt im weiteren Verlauf eine länger anhaltende Bewusstlosigkeit auf. Beim übermäßigen Verzehr ist er tödlich, ebenso wie der bekannte Fliegenpilz. (Satanspilz: So erkennen Sie den Giftpilz)
Der Spitzbuckelige und der Orangefuchsige Schleierling – auch Orangefuchsiger Raukopf genannt – haben zwar keine direkten Doppelgänger, können aber desgleichen tödlich sein. Sie sind mit Abstand die gefährlichsten Giftpilze in Europa. Sie schädigen die Nieren, und der Tod tritt erst nach mehreren Tagen durch Nierenversagen auf.
Giftige Pilze aus dem Supermarkt?
Ein prominenter Fall ist auch der Pfifferling und sein Doppelgänger, der Falsche Pfifferling, der aufgrund seiner Farbe auch Orangegelber Gabelblättling genannt wird. Letzterer ist zwar nicht lebensgefährlich, jedoch wenig schmackhaft, und er kann Verdauungsstörungen verursachen, sofern er in großen Mengen verzehrt wird.
Der zuhauf verzehrte Steinpilz hingegen wird oft mit dem Gemeinen Gallenröhrling, auch Bitterling genannt, verwechselt. Der Bitterling ist laut „Informationszentrale gegen Vergiftungen“ der Uni Bonn zwar nicht wirklich giftig, allerdings ungenießbar: Schon ein einziges Exemplar verderbe das gesamte Essen. Und: Bei empfindlichen Menschen kann er Magen- und Darmbeschwerden hervorrufen. (Steinpilz und Grünling - Freund oder Feind?)
Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) warnt auf ihrer Homepage nachdrücklich: "Sammeln Sie nur Pilze, die Sie sicher kennen. Pilze, die Sie bestimmen, essen Sie bestimmt nicht! Erst wenn Sie sich nach wiederholter Bestimmung der Kenntnis sicher sind, denken Sie an die Bratpfanne." Wer nicht auf frische Pilze aus dem Wald verzichten will, sollte unbedingt folgenden Hinweis der DGfM beachten: "Lassen Sie sich Ihre Pilze nur von geprüften Pilzsachverständigen DGfM auf Essbarkeit hin überprüfen und fragen Sie ihn nach seinem Ausweis der DGfM". Grundsätzlich gilt: Lassen Sie im Zweifelsfall einen Pilz lieber stehen und gehen Sie kein Risiko ein.
In unserem Special erfahren Sie alles rund um das Thema Pilze.
Quelle: lm (CF)
Pilzsuche in der aktuellen Saison: Alles rund um das Thema. Pilze