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Das machen die U17-Europameister von 2009

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Zwischen Königsklasse und Regionalliga  

Das machen die U17-Europameister von 2009

28.03.2014, 08:06 Uhr | t-online.de

Das machen die U17-Europameister von 2009. Niko Opper (Quelle: imago/Revierfoto)

Niko Opper steht bei Alemannia Aachen unter Vertrag. (Quelle: Revierfoto/imago)

Von Michael Glang

Vor fünf Jahren wurde die deutsche U17-Nationalmannschaft Europameister. Die entscheidende Szene haben viele Fußball-Fans noch vor Augen. Im Endspiel besiegte die DFB-Auswahl damals die Niederlande durch einen herrlichen Freistoßtreffer von Florian Trinks in der Nachspielzeit. Während einige Spieler des Teams, wie Mario Götze oder Marc-Andre ter Stegen, seitdem eine steile Karriere hingelegt haben, ist es um andere ruhig geworden.

Einer von ihnen ist Niko Opper. Der heute 22-Jährige stand 2009 in Diensten von Bayer Leverkusen und kam bei der EM in der Gruppenphase drei Mal zum Einsatz. Heute spielt er in der Regionalliga West bei Alemannia Aachen und ist zufrieden mit seiner Rolle. "Ich habe die komplette Hinrunde gespielt, sportlich läuft es super", sagt Opper im Gespräch mit T-Online.de.

Es ist ein Beispiel, wie steinig der Weg im Profifußball sein kann und wie groß die Konkurrenz mittlerweile unter deutschen Talenten ist. Opper kam 2009 vom SV Darmstadt 98 zu Bayer und erkämpfte sich einen Stammplatz im Team der Leverkusener. 2010 wurde er mit den A-Junioren deutscher Vizemeister. Anschließend lief er für die U23 des Bundesligisten auf, absolvierte dort bis 2012 insgesamt 26 Spiele. Er trainierte regelmäßig mit den Profis, lernte "unheimlich viel", vermisste aber eine Perspektive für die Zukunft. "Im Endeffekt habe ich die Chance nach oben in die Bundesliga-Mannschaft nicht gesehen. Deshalb habe ich den Umweg über die 3. Liga gesucht", so Opper.

Babelsberg als "verlorenes Jahr"

Nach der Saison wechselte er zum SV Babelsberg. "Um die jungen Spieler zu behalten und nicht an einen Zweit- oder Drittligisten zu verlieren, wird die Perspektive Profifußball oftmals allzu freizügig aufgezeigt, obwohl eigentlich keine wirkliche Chance besteht", schreiben Jörg Runde und Thomas Tamberg in ihrem Buch "Traumberuf Fußballprofi". Opper wollte sich dieser Gefahr nicht aussetzen und probierte sein Glück in Babelsberg.

"Persönlich hat es mit dort sehr gut gefallen. Auch Potsdam, wo ich gewohnt habe, war toll. Aber sportlich war es ein absolut verlorenes Jahr", erinnert sich Opper an eine Spielzeit mit nur fünf Einsätzen. "Aber nachher ist man immer schlauer".  Der 22-Jährige schaut nicht zurück, sondern richtet den Blick in die Zukunft. Aufgegeben hat er den Profifußball jedenfalls noch nicht. Das könne er sich sogar mit der Alemannia vorstellen. "Die Voraussetzungen dafür sind da".

Stammspieler bei der Alemannia

Nun also Aachen: Hier gehört Opper zum Stammpersonal, bei dem Traditionsverein fühlt er sich gut aufgehoben. "Seitdem die Insolvenz abgewendet ist, merkt man förmlich wie hier Ruhe eingekehrt ist", sagt Opper, der dem Klub in der Zukunft wieder positive Schlagzeilen zutraut.

Sein Vertrag läuft nach der Spielzeit aus. Wenn er noch ein Spiel über die komplette Distanz absolviert, verlängert sich der Kontrakt automatisch um ein Jahr. Erster Ansprechpartner sei ohnehin die Alemannia. Allerdings müsse man auch immer alle Optionen im Blick behalten, Opper hat den Traum von den großen Ligen noch nicht aufgegeben.

Vielen bleibt das Ziel versagt

Trotzdem zeigt seine Karriere vorerst, dass eine gute Ausbildung keine Garantie für eine Bundesliga-Laufbahn ist. Zu groß ist die Konkurrenz, die unter jungen deutschen Talenten mittlerweile herrscht. Jedes Jahr drängen qualitativ hochwertige Akteure aus den Junioren-Teams in den Profifußball. Doch längst nicht für alle gibt es einen Platz. "55 Prozent der U18-Nationalspieler schaffen nicht den Sprung in die Bundesliga", sagte Ulf Schott den Autoren von "Traumberuf Fußballprofi". Von den U16-Nationalspielern gelingt es sogar nur jedem Vierten. Insgesamt kommen nur fünf Prozent aller Spieler, die irgendwann einem der Nachwuchsleistungszentren angehören, zu einem Lizenzspielervertrag, so der für den Nachwuchs zuständige DFB-Direktor. 

Neben Götze, ter Stegen und Bernd Leno ist zuletzt eine weiterer U17-Champion von damals in den Fokus gerückt. Der bis dahin nur Experten bekannte Shkodran Mustafi von Sampdoria Genua ist von Bundestrainer Joachim Löw in den Kader der Nationalmannschaft für das Testspiel gegen Chile berufen worden. "Ich kenne Shkodran schon seit der Jugend und habe mit ihm gemeinsam in der Hessenauswahl gespielt. Ich habe vor ein paar Wochen mit gesprochen, da hatte er das schon einmal erwähnt. Ich freue mich riesig für ihn, weil er ein super Typ ist", so Opper.

Opper macht "sich keinen Kopf"

Wehmut überkommt ihn nicht, wenn er die Kollegen von früher glänzen sieht. "Ich freue mich für jeden Einzelnen. Ich habe mich mit allen gut verstanden, das war eine super Zeit. So ist es eben im Fußball: Der Eine schafft’s, der Andere nicht", sieht Opper das Geschäft ganz pragmatisch: "Damit muss man auch klarkommen. Da mache ich mir gar keinen Kopf". Und wer weiß, ob ihm der Sprung nach oben nicht doch noch gelingt.

Hier spielen die U17-Europameister von 2009 

Name

Position

Verein

Marc-Andre ter Stegen

Torwart

Borussia M‘gladbach

Bernd Leno

Torwart

Bayer Leverkusen

Marvin Plattenhardt

Abwehr

1. FC Nürnberg

Shkodran Mustafi

Abwehr

Sampdoria Genua

Bienvenue Basala-Mazana

Abwehr

1. FC Köln II

Robert Labus

Abwehr

vereinslos

Niko Opper

Abwehr

Alemannia Aachen

Gerrit Nauber

Abwehr

Sportfreunde Lotte

Manuel Janzer

Mittelfeld

VfB Stuttgart

Mario Götze

Mittelfeld

FC Bayern München

Yunus Malli

Mittelfeld

FSV Mainz 05

Matthias Zimmermann

Mittelfeld

SV Sandhausen

Reinhold Yabo

Mittelfeld

Karlsruher SC

Christopher Buchtmann

Mittelfeld

FC St. Pauli

Florian Trinks

Mittelfeld

SpVgg Greuther Fürth

Lennart Thy

Angriff

FC St. Pauli

Abu-Bakarr Kargbo

Angriff

Austria Lustenau

Kevin Scheidhauer

Angriff

VfL Wolfsburg II

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