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Zeckenbiss erkennen: Das sind mögliche Folgen

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Lyme-Borreliose  

Wie Sie Ihr Kind vor gefährlichen Zeckenbissen schützen

12.06.2015, 14:46 Uhr | t-online.de

Zeckenbiss erkennen: Das sind mögliche Folgen. Zeckenbisse können schwerwiegende Folgen haben. (Quelle: dpa)

Zeckenbisse können schwerwiegende Folgen haben. (Quelle: dpa)

Schönes Wetter lockt nicht nur Kinder in die Natur - auch Zecken fühlen sich jetzt besonders wohl. Zeckenbisse werden dabei oft spät oder gar nicht entdeckt, was die gefährliche Infektion mit der Lyme-Borreliose zur Folge haben kann. Wie Sie Ihr Kind schützen und erste Symptome erkennen.

Rund  60.000 bis 100.000 Neuerkrankungen werden in Deutschland pro Jahr erfasst, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mitteilt. Kinder und ältere Menschen mit einem schwachen Organismus zeigen meist schnell typische Lyme-Borreliose-Symptome.

Wanderröte ist Borreliose-Symptom

Typisches Symptom einer Borreliose-Infektion ist die sogenannte Wanderröte. Damit ist die kreisförmige Hautrötung um den Stich herum gemeint, die bereits fünf Tage nach dem Stich auftreten und sich vergrößern kann. Etwas seltener ist das Lymphozytom zu beobachten, eine gerötete Hautverdickung zum Beispiel am Ohrläppchen, am Hodensack oder an den Brustwarzen. Diese Hautveränderungen werden häufig als Insektenstich fehlgedeutet.

Grippeähnliche Symptome ärztlich abklären

Eine bis mehrere Wochen nach dem Biss können grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen hinzukommen. Auch anhaltende Müdigkeit und Schwäche sind bei einer Borreliose-Infektion möglich. Sogar die Psyche kann unter den fiesen Erregern leiden, wodurch es zu abrupten Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit kommt.

In der Zeckensaison sollten Eltern dementsprechende Beschwerden ihres Kindes schnellstmöglich vom Arzt untersuchen lassen, denn es könnte eine unerkannte Borreliose-Infektion dahinter stecken. Auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird von Zecken übertragen und äußert sich durch ähnliche Symptome.

Bleibt die Borreliose unbehandelt, können zudem Monate bis Jahre später Gelenkentzündungen beim Kind auftreten. Auch die Hirnhäute, die Augen, das Herz oder die Muskeln werden hin und wieder von den Bakterien befallen, wodurch Lähmungen drohen.

Borreliose-Infektion schützt nicht vor erneuter Ansteckung

Schätzungen zufolge kann jede vierte bis fünfte Zecke Borrelien übertragen, doch nur in ein bis zwei Prozent dieser Fälle bricht die Krankheit auch wirklich aus.

Grundsätzlich ist das Risiko einer Borreliose-Infektion größer, je länger die Zecke in der Haut steckt: Erreger werden bis zu zwölf Stunden nach dem Biss übertragen. Finden sich kleine Krümel um die Einstichstelle herum, kann das ebenfalls ein Anzeichen dafür sein, dass es sich um eine krankmachende Zecke handelt. Hat das Kind bereits eine Borreliose-Infektion durchgemacht, schützt das nach Angaben des Robert-Koch-Instituts nicht vor einer weiteren Borreliose-Erkrankung.

Zecken niemals vorm Ziehen abtöten

Doch auch, wenn Eltern die Zecke sofort entdecken und entfernen, kann das Kind im ungünstigen Fall mit Borrelien infiziert werden. Häufig verwenden Eltern Alkohol, Kleber und Öl, um den Parasiten vor dem Herausziehen abzutöten. Das hat allerdings auch zur Folge, dass sich die Zecke übergibt und damit möglicherweise erst recht Borrelien überträgt, bevor sie verendet. Öl und Co sollten daher niemals zum Einsatz kommen.

Zecke behutsam und hautnah entfernen

Eltern verwenden daher besser eine spezielle Pinzette oder Zange aus der Apotheke oder dem Reformhaus, mit der sie die Zecke vorsichtig heraushebeln - so lösen sich die Widerhaken des Saugrüssels am besten. Wer nur die Dreh-Technik beherrscht, sollte aufpassen, dass das Instrument die Zecke nicht am Körper greift und diese quetscht. Nach dem Entfernen muss die Einstichstelle unbedingt desinfiziert und beobachtet werden.

Dennoch kann es passieren, dass der Rüssel der Zecke abbricht und in der Haut stecken bleibt. Das ist nicht so tragisch, wie oft erzählt wird - der Rüssel kann ohne den Zeckenkörper keine Borrelien mehr übertragen. Trotzdem sollten die Überreste entfernt werden, da die Haut sich sonst wegen des Fremdkörpers entzündet und juckt.

Feste Wege und regelmäßiges Absuchen schützen

Im Gegensatz zur FSME schützt vor der Lyme-Borreliose bisher keine Impfung. Damit es erst gar nicht zu einem Zeckenstich kommt, sollten Kinder möglichst auf festen Wegen spielen. Zecken fallen nicht von Bäumen, sondern halten sich gerne in hohem Gras, im Gebüsch oder am Übergang zu Wald und Wiese auf.

Hat der Parasit es einmal auf den Körper geschafft, sucht er sich eine möglichst geschützte, warme Stelle. Suchen Sie daher immer Kopf, Hals, Achseln, Ellen- und Kniebeuge, Bauchnabel und Genitalbereich gründlich ab - ganz besonders, wenn ihr Kind zuvor längere Zeit im Freien war.

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