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Gebärmutter: Eine Totaloperation muss oft nicht sein

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Totaloperation  

Gebärmutterentfernung muss oft nicht sein

14.04.2014, 12:07 Uhr | ag

Gebärmutter: Eine Totaloperation muss oft nicht sein. Bevor sich eine Frau zu einer Entfernung der Gebärmutter entschließt, sollte sie die Zweitmeinung eines Arztes einholen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bevor sich eine Frau zu einer Entfernung der Gebärmutter entschließt, sollte sie die Zweitmeinung eines Arztes einholen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Starke Regelblutungen und Myome sind häufige Gründe für eine Entfernung der Gebärmutter. Mehr als 130.000 Frauen pro Jahr unterziehen sich in Deutschland einer so genannten Totaloperation (Hysterektomie). Schon seit langem kritisieren Experten die hohen OP-Zahlen. Denn wenn kein Krebsverdacht vorliegt, gibt es oft sanftere Alternativen. Allerdings sind viele Frauen hierüber nicht ausreichend informiert.

Das trifft besonders auf diejenigen Frauen zu, die aus einfachen sozialen Verhältnissen kommen. Das ergab eine Studie des Robert Koch Instituts (RKI) in Berlin, an der 3.500 Frauen zwischen 18 und 79 Jahren teilnahmen.

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Mit zunehmender Bildung sinkt die Zahl der Total-OPs

Bei der Auswertung stellten die Forscher fest, dass es Zusammenhänge zwischen Bildung und der Häufigkeit der Gebärmutterentfernungen gibt. Während 31 Prozent der Frauen aus der niedrigen Bildungsgruppe die Gebärmutter entfernt wurde, betraf dies nur 15,6 Prozent der Frauen aus der mittleren und sechs Prozent aus der hohen Bildungsgruppe. Dabei gab es bei den unter 40-Jährigen keine einzige Hysterektomie in dieser Gruppe, während vier Prozent der Frauen mit niedrigem sozialen Status bereits ohne das Organ lebten.

Aus diesen Zahlen schließen die Forscher, dass gebildete Patientinnen mehr Aufklärung von ihrem behandelnden Arzt fordern. Zudem informieren sie sich öfter über Alternativen zur Radikal-OP.

Alternativen werden oft nicht ausgeschöpft

Etwa 85 Prozent aller Gebärmutterentfernungen in Deutschland erfolgen aufgrund gutartiger Erkrankungen und sind damit zumindest prinzipiell vermeidbar. Hier lohnt es sich durchaus, auch einmal eine Zweitmeinung einzuholen. Inzwischen gibt es nämlich viele Alternativen, um die Gebärmutter zu erhalten. Vor allem Frauen, die unter sehr starken oder lang anhaltenden Monatsblutungen (Menorrhagie) leiden, sollten erst einmal andere Therapiemöglichkeiten ausschöpfen, bevor sie sich unters Messer begeben. Darauf weist die Initiative "Rettet die Gebärmutter" in Marburg hin.

Nach Ansicht der Experten ließen sich bis zu 50 Prozent der Gebärmutterentfernungen bei Frauen mit Menorrhagie vermeiden. Jede fünfte Frau in Deutschland zwischen 30 und 50 Jahren leidet darunter.

SchonendeTherapien helfen, die Gebärmutter zu erhalten

Zu den sanften Verfahren der Menorrhagie-Therapie gehört die sogenannte globale Endometrium-Ablation (Verödung) der Gebärmutterschleimhaut. Die Patientinnen können sehr schnell nach Hause und innerhalb kürzester Zeit wieder ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen. Das Verfahren stellt nicht nur eine schonende und sichere Therapie dar, es kann darüber hinaus auch helfen, Kosten einzusparen. Allerdings muss die Kostenübernahme für die schonende Therapiemethode bei der Krankenkasse in jedem Einzelfall beantragt werden.

Doch dieser Aufwand kann sich für die betroffenen Frauen lohnen. Nach Angaben der Initiative können durch eine Verödung bis zu 50 Prozent der Gebärmutterentfernungen bei gutartigen Erkrankungen vermieden werden.

Bei Myomen besteht kein Grund zur Panik

Ein weiterer häufiger Grund für eine Totaloperation sind Myome. Es handelt sich hierbei um gutartige Muskelknoten, die überall in der Gebärmutter auftreten können und zum Teil starke Blutungen verursachen. Da Myome gelegentlich auch einen größeren Umfang erreichen, können auch Druckgefühle im Bauchraum auftreten, die sich auf Nachbarorgane übertragen, also auf Blase und Darm. Da die Knoten grundsätzlich gutartig sind und nur in seltenen Fällen zu Krebs entarten, reicht es meistens aus, sie regelmäßig zu beobachten. Erst wenn sie Beschwerden verursachen und die Lebensqualität zunehmend einschränken, sollte über eine OP nachgedacht werden.

In vielen Fällen lassen sich Myome organerhaltend entfernen und das oftmals sogar minimal invasiv, also per Bauchspiegelung oder Gebärmutterspiegelung. Auch Mithilfe eines fokussiertem Ultraschalls lassen sich einige Myome zum Schrumpfen bringen. Welches Verfahren zur Anwendung kommt, hängt hauptsächlich davon ab, wo die Knoten sitzen und wie groß sie sind.

Totaloperation: Schwerer Eingriff für Körper und Psyche

Eine Entfernung der Gebärmutter sollte grundsätzlich immer gut überdacht werden. "Es handelt sich um einen einschneidenden Eingriff für Frauen - psychisch wie körperlich", erklärt der Mainzer Gynäkologe Dr. Rüdiger Söder, der die Initiative "Rettet die Gebärmutter" unterstützt. Die Hysterektomie sei zudem verbunden mit Risiken für Folgeerkrankungen wie Harninkontinenz und Scheidensenkung. "Sie sollte deshalb nur dann vorgenommen werden, wenn es keine andere Option gibt." Außerdem ist eine Schwangerschaft nach dem Eingriff nicht mehr möglich. Werden während der Operation Nerven verletzt oder Darmanteile entfernt, kann es außerdem zu Entleerungsstörungen der Blase oder des Darms kommen. Eine weitere mögliche Folge sind Verwachsungen im Operationsbereich, die Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Wasserlassen verursachen können.

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