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Bettwanzen: So erkennen und bekämpfen Sie die Parasiten

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Hartnäckige Insekten  

Bettwanzen: Wie Sie sie erkennen und bekämpfen

16.12.2017, 15:01 Uhr | nk (CF), anni, t-online.de

Bettwanzen: So erkennen und bekämpfen Sie die Parasiten. Bettwanzen – So erkennen und bekämpfen Sie die Parasiten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/sahilu)

Bettwanzen beißen sich in der Haut fest und saugen Blut. (Quelle: sahilu/Thinkstock by Getty-Images)

Bettwanzen können leicht als Souvenir aus dem Urlaub oder durch den Kauf gebrauchter Möbel oder Kleidung eingeschleppt werden. Die Parasiten nisten sich unter anderem im Bett ein und verursachen unangenehme Bisse auf der Haut. Wir erklären, wie Sie Bettwanzen erkennen und bekämpfen.

Hierzulande sind Bettwanzen kaum mehr verbreitet, tauchen aber hin und wieder in besonders unhygienischen Wohnverhältnissen auf oder werden per Koffer aus dem Urlaub eingeschleppt. Die gemeine Bettwanze kommt vor allem in gemäßigten Klimazonen in den USA und Teilen Europas vor. Auch durch alte Möbelstücke oder Kleidung, die Sie auf dem Flohmarkt oder im Internet kaufen, können Sie Bettwanzen oder deren Eier zu sich nach Hause holen. 

Zudem sind Vogelnester wahre Brutstätten von Bettwanzen. Da sie Häuserwände entlang krabbeln können, kann es geschehen, dass sie von einem Nest oder auch von einem von Haustauben bewohnten Dachboden aus in die Wohnung gelangen können.

Die Insekten verdanken ihren Namen ihrer bevorzugten Behausung: Betten und Matratzen. In der Nacht werden sie von Wärme, Geruch und Atem des menschlichen Körpers angelockt. Einen Befall erkennen die meisten Menschen erst dann, wenn sie von den Parasiten gebissen wurden. Neben Bettwanzenbissen gibt es aber noch weitere Anzeichen, an denen Sie einen Bettwanzenbefall erkennen können.

Bettwanzen erkennen: So sehen sie aus

Bevor Sie sich an die Bekämpfung von Bettwanzen machen, sollten Sie zunächst sicher gehen, dass es sich auch wirklich um Bettwanzen handelt. Ausgewachsene Bettwanzen erkennen Sie mit bloßem Auge. Sie erreichen eine Körperlänge von 4,5 bis 8,5 Millimeter, je nachdem ob sie nüchtern oder mit Blut vollgesorgen sind, so der Informationsdienst des Deutschen Umweltbundesamts.

Bettwanzen sind 4,5 bis 8,5 mm lang, sechsbeinig, behaart und rotbraun gefärbt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)Bettwanzen sind 4,5 bis 8,5 mm lang, sechsbeinig, behaart und rotbraun gefärbt.

Charakteristisch für die behaarten, sechsbeinigen Parasiten ist ihre rotbraune Färbung und die sehr flache Körperform, welcher die Quälgeister auch ihren umgangssprachlichen Namen "Tapetenflunder" zu verdanken haben.

Nicht nur im Bett: Verstecke von Bettwanzen aufspüren

Weil Bettwanzen nachtaktiv sind, bekommen Sie sie allerdings nur selten zu Gesicht. In ihren Ruhephasen verstecken sich die Blutsauger nicht nur in Betten und Sofas, sondern auch hinter Bildern, Tapeten, Fußleisten, Lichtschaltern sowie in Ritzen und Spalten von Möbeln.

Steckdosen, Elektrogeräte, Jalousien und Gardinen sind ebenfalls beliebte Aufenthaltsorte der Schädlinge, wie das Umweltbundesamt (UBA) erklärt. In diesen Verstecken legen die Bettwanzen auch ihre Eier ab. Wenn Sie einen Befall vermuten, sollten Sie die entsprechenden Stellen im Zimmer auf Bettwanzen untersuchen.

Zu einem Abwandern in andere Räume kommt es nur, wenn keine Nahrungsquelle mehr vorhanden ist. Doch das UBA warnt: Bettwanzen sind in der Lage mehrere Monate zu hungern. Deshalb können auch Räume, die längere Zeit unbewohnt waren und nicht fachgerecht saniert wurden, mit den Wanzen befallen sein.

Weitere Anzeichen für Bettwanzen

Es gibt zudem noch weitere Anzeichen, an denen Sie erkennen, ob es sich um einen Bettwanzenbefall handelt.

  • Wanzenstraße: Die Bisse von Bettwanzen verlaufen oft in einer reihenartigen Anordnung, auch Wanzenstraße genannt.
  • Blutspuren: Beißt eine Wanze zu, tritt in der Regel Blut aus. Ein paar Tropfen gelangen dabei stets auch auf das Bettlacken oder den Bettbezug.
  • Kotspuren: Bei kleinen schwarzen Punkten im Bett kann es sich um Kot von Bettwanzen handeln.
  • Süßlicher Geruch: Bettwanzen sondern über ihre Drüsen einen unangenehmen süßlichen Geruch ab. Riechen am Bettzeug kann Aufschluss geben.
  • Tote Wanzen oder Nymphenhäute: Neben lebenden Bettwanzen können auch tote Tiere – Bettwanzen leben zwischen sechs und zwölf Monaten – oder abgestorbene Nymphenhäute auf einen Befall hinweisen.

Bettwanzenbisse erkennen: So unterscheiden Sie sich von Flohbissen

Im Volksmund heißt es irrtümlich, dass Bettwanzen Stiche verursachen. Tatsächlich handelt es sich jedoch um Bisse, denn die Wanzen ernähren sich ausschließlich von Blut. Der nächtliche Akt des Blutsaugens dauert fünf bis zehn Minuten. Bettwanzenstiche bleiben zunächst oft unbemerkt, da die Tiere mit dem Stich ein betäubendes Sekret absondern. 

Laut UBA reagiert die menschliche Haut nach einem Bettwanzenbiss ähnlich, wie bei anderen blutsaugenden Insekten: Der "blutgerinnungshemmende Speichel" löst bei vielen Personen kleine bis große "stark juckende Quaddeln" aus. Es lässt sich zudem ein ganz typisches Muster erkennen: Die geröteten Stellen sind in einer Reihe – in so genannten Wanzenstraßen – angeordnet, denn die Parasiten stechen ihren Stechrüssel häufig mehrmals ein, ziehen diesen heraus, bewegen sich ein paar Millimeter und stechen erneut zu. Vor allem in der Nacht unbedeckte Körperbereiche. wie Arme, Beine, Füße, Schultern, Nacken, Hals und Gesicht, werden von den Tierchen heimgesucht.

Es ist gar nicht so einfach, Bettwanzenbisse von Flohbissen zu unterscheiden: Beide Insekten zählen zu den Blutsaugern und hinterlassen Gruppen beziehungsweise Straßen von Bissen. Während Wanzenbisse häufig gar nicht bemerkt werden, jucken Flohbisse in der Regel stärker und verursachen teilweise Papeln – erbsengroße Verdickungen – auf der Haut.

Tipp: Wenn Sie keine Haustiere besitzen, liegt es nahe, dass Bettwanzen am Werk waren – Flöhe werden hierzulande größtenteils durch Hunde und Katzen übertragen.

Behandlung von Bettwanzenbissen

Eine beruhigende Nachricht: Die Übertragung von Krankheiten konnte den Parasiten bisher noch nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden. Dennoch sollten Sie Wanzenbisse behandeln. In den meisten Fällen lassen sich die Bisse mit rezeptfreien Salben oder Medikamenten behandeln, die als Wirkstoffe Antihistaminika, Cortison oder Hydrocortison enthalten. Bis die Stellen abgeheilt sind, vergehen meist mehrere Wochen.

Wenn die betroffenen Stellen geschwollen sind, starken Juckreiz auslösen und sich Quaddeln bilden, könnte eine allergische Reaktion dahinter stecken: Die Inhaltsstoffe aus dem abgegebenen Speichel führen zu der Reaktion. Kontaktieren Sie in diesem Fall einen Arzt. In seltenen Fällen ist sogar ein lebensgefährlicher anaphylaktischer Schock möglich, bei dem es zu starkem Blutdruckabfall kommt.

Hinweis: Auch wenn es sehr unangenehm ist, sollten Sie die juckenden Stellen nicht aufkratzen. Denn im schlimmsten Fall könnte eine kleine Wunde entstehen, in der Bakterien eine Entzündung verursachen.  

Bettwanzen bekämpfen: Wie werden Sie sie los?

Wenn Sie Bettwanzen in Ihrer Wohnung – zum Beispiel im Bett – aufgespürt haben, sollten Sie dringend einen Kammerjäger rufen. Haben Sie den Verdacht auf Bettwanzen in der Wohnung, kommt das örtliche Gesundheitsamt auf Anfrage kostenlos vorbei, um einen Befallsaufnahme zu machen. Gemeinsam mit dem Kammerjäger wird dann beratschlagt, welche Maßnahme sinnvoll ist. 

Erste Maßnahmen können Sie auch selbst vornehmen:

  1. Matratze entsorgen: Entsorgen Sie schnellstmöglich Ihre Matratze. Wer ganz sicher gehen will, ersetzt auch das Bettgestell, denn die Tierchen wohnen überwiegend in den Zwischenräumen zwischen Gestell und Matratze.
  2. Hitze und Kälte: Frieren Sie kleinere befallene Gegenstände für drei Tage bei -18 Grad ein. Wer eine Sauna hat, kann die Gegenstände auch für eine Stunde in die Sauna bei 50 Grad stellen.
  3. Staubsauger: Saugen Sie die Schädlinge auf und verschließen Sie den Staubsaugerbeutel in einen Plastikbeutel und frieren Sie das ganze wie oben beschrieben ein.
  4. Klebefallen: Ein Trick, auch um bei einem allgemeinen Verdacht einen möglichen Befund festzustellen, sind einfache Klebefallen aus doppelseitigem Klebeband. Damit beklebt man zum Beispiel den Türrahmen eines "verdächtigen" Zimmers oder Lattenrost und Bettgestell. Die Tiere bleiben daran haften.
  5. Bohnenblätter: Bohnenblätter sind mit einer besonderen Oberfläche versehen. Die mikroskopisch kleinen Härchen durchstechen die millimetergroßen Beine der Parasiten und halten das ganze Insekt auf dem Blatt fest. Werden Bohnenblätter um das Bett oder die befallene Stelle verstreut, werden einige der nachtaktiven Tiere während ihrer Wachphase darauf gefangen. Am nächsten Tag müssen die Blätter dann sofort entsorgt werden. 

Auch wenn Sie mit dem bloßen Auge keine Wanzen mehr erkennen können, kommen Sie um einen professionellen Schädlingsbekämpfer nicht herum. Nur so können Sie sicher gehen, dass sich auch keine Eier mehr verstecken. Diese sind nur etwa 1 Millimeter groß und milchig-weiß. Die Weibchen legen pro Tag etwa 12 Eier und in ihrem ganzen Leben bis zu 200 Eier. 

Da Wanzen, wie andere Schädlinge auch, zunehmend resistent gegen Pestizide werden, setzen Schädlingsbekämpfer mittlerweile die Hitzemethode als zuverlässiges Mittel gegen die Insekten ein. Dabei wird der befallene Raum mit circa 50 Grad heißer Luft befüllt. Im Laborversuch des Berliner Umweltbundesamts hat sich gezeigt, dass Bettwanzen bei 45 Grad schon nach 20 Minuten absterben. Grund dafür ist, dass die Eiweißverbindungen ab dieser Temperatur in den Enzymen denaturieren und die Stoffwechselvorgänge stoppen. Auch Temperaturen unter -18 Grad überleben die Tiere nicht.

Die Kosten hängen von der Art und Anzahl der Behandlungen ab: In der Regel verlangen Kammerjäger für die Bekämpfung durch Insektizide 300 bis 500 Euro und für die Behandlung mit Wärme und Kälte 1.600 Euro und mehr. Meist sind mehrere Behandlungen der befallenen Räume notwendig. Schädlingsbekämpfer in der Nähe finden Betroffene zum Beispiel auf den Internetseiten des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbands. Fragen Sie auch den Eigentümer von Haus oder Wohnung, ob er eventuell für die Kosten aufkommt.

Bettwanzen fernhalten: So können Sie vorbeugen

Vermeiden Sie einen Bettwanzenbefall am besten im Voraus. Wir haben einige Tipps für Sie:

  1. Tauschen Sie Matratzen nach fünf bis acht Jahren aus, da sich auch Milben darin tummeln. Wählen Sie eine Matratze mit abnehmbarem Bezug, den Sie alle ein bis zwei Jahre waschen können.
  2. Waschen Sie regelmäßig Ihre Bettwäsche und lüften Sie täglich das Schlafzimmer.
  3. Schaffen Sie gebrauchte Möbel erst dann an, wenn Sie durch eine gründliche Inspektion ausschließen können, dass Bettwanzen darin am Werk sind. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie die Möbelstücke im Winter bei Frost auch für zwei Tage nach draußen stellen.
  4. Um zu verhindern, Bettwanzen aus dem Ausland einzuschleppen, sollten Sie Ihren Koffer im Hotelzimmer nicht auf den Boden oder in die Nähe des Bettes stellen und stets verschlossen halten. Der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband empfiehlt außerdem, das Hotelzimmer bei Urlaubsbeginn genau abzusuchen. Wer Bettwanzen entdeckt, sollte darauf bestehen, in ein anderes Zimmer oder Hotel umzuziehen. 
  5. Waschen Sie Ihre Kleidung nach dem Urlaub außerdem bei mindestens 60 Grad. Ebenso gehen Sie vor, wenn Sie gebrauchte Kleidung im Internet oder auf dem Flohmarkt erstehen. Alles, was in der Waschmaschine nicht bei 60 Grad gewaschen werden kann, kann man alternativ auch 48 Stunden lang einfrieren. 

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