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Blut im Urin: Ursachen für Hämaturie bei Frauen, Männern und Kindern

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Hämaturie  

Blut im Urin: Das sind die häufigsten Ursachen

12.02.2018, 13:56 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, fsch, t-online.de

Blut im Urin: Ursachen für Hämaturie bei Frauen, Männern und Kindern. Blut im Urin: Eine Urinprobe beim Arzt kann Aufschluss über die Ursache geben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Blut im Urin: Eine Urinprobe beim Arzt kann Aufschluss über die Ursache geben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hat der Urin plötzlich eine rote Färbung, ist die Sorge erstmal groß. Manchmal stecken Nahrungsmittel wie Rote Beete oder Medikamente dahinter. Befindet sich aber Blut im Urin, kann das auf eine ernsthafte Erkrankung der Nieren, Blase oder Prostata hinweisen. Wir klären über die häufigsten Ursachen für eine so genannte Hämaturie auf.

Ursachen für Blut im Urin

Hat der Urin nicht mehr seine gewohnte hell- bis dunkelgelbe Farbe, sondern ist eher rötlich, liegt das häufig an Lebensmitteln wie Rote Beete, Heidelbeeren, Brombeeren oder Rhabarber. In diesem Fall gibt es keinen Grund zur Beunruhigung; nach ein bis zwei Toilettengängen sieht der Harn wieder normal aus.

Die Verfärbung kann aber auch eine Folge von Blut im Urin sein. Bei der so genannten Hämaturie sammeln sich vermehrt rote Blutkörperchen (Erythrozyten) im Harn an. Es gibt zwei Formen von Hämaturie:

  • Mikrohämaturie: Tückisch ist, wenn der Urin ganz normal aussieht, obwohl der Anteil roter Blutkörperchen bedenklich hoch ist. Diese sogenannte Mikrohämaturie kommt meist nur über eine Laboruntersuchung oder einen Teststreifen ans Licht.
  • Makrohämaturie: Bei deutlich sichtbaren Blutbeimengungen im Urin sprechen Mediziner von einer Makrohämaturie. Je nachdem wie viel Blut sich im Urin befindet, kann die Färbung rosa, rot, dunkelrot oder braun sein.

Egal wie groß die Menge Blut im Urin ist – Hämaturie muss immer von einem Arzt abgeklärt werden. Meist haben die Blutungen in den Nieren, den Harnleitern, der Harnblase oder der Harnröhre ihren Ursprung. Die häufigste Ursache ist ein Harnwegsinfekt, bei dem sich Bakterien in Harnwegen oder Blase ansiedeln. Lassen sich bei der Diagnose vermehrte Blutkörperchen im Urin, aber keine Bakterien nachweisen, kann aber auch eine ernsthafte Erkrankung, wie Nierensteine oder Blasenkrebs, dahinter stecken. Taucht Blut im Urin ohne weitere Schmerzen auf, kann die Einnahme blutverdünnender Medikamente Ursache sein.

Mögliche Ursachen für Blut im Urin (Hämaturie) im Überblick:

  • Harnwegsinfekt (Blasenentzündung, Harnröhrenentzündung)
  • Nierenentzündung
  • Nierenbeckenentzündung
  • Harnsteine
  • Blasensteine
  • Nierensteine
  • Polypen oder Zysten an Nieren, Harnröhre oder Blase
  • Tumorerkrankungen (Blasenkrebs, Nierenkrebs, Harnröhrenkrebs, Prostatakrebs)
  • Medikamente (Gerinnungshemmer, Blutverdünner, Antibiotika)

Blut im Urin bei der Frau

Blut im Urin tritt bei Frauen oft während der Periode auf, nämlich dann wenn Menstruationsblut beim Urinieren mitgespült wird. Im Zusammenhang mit starken Unterleibsschmerzen und Zwischenblutungen kann Blut im Urin aber auch Zeichen für Endometriose sein – einer chronischen Erkrankung, bei der sich Gebärmutterschleimheit außerhalb der Gebärmutter sammelt. Dann sollten sich Frauen an ihren Gynäkologen wenden. 

Schwangere lassen blutigen Urin besser sofort von einem Arzt untersuchen, um sicherzustellen, dass das Kind nicht gefährdet ist. Häufig sind aber auch hier die Ursachen harmlos: Bewegen sich Schwangere zu viel, können kleine Blutgefäße platzen.

Bei Frauen in den Wechseljahren werden die Schleimhäute in der Blase und Harnröhre aufgrund der Hormonumstellung trockener und anfälliger für das Eindringen von Keimen. Das Senken der Harnblase in den Wechseljahren begünstigt einen Harnwegsinfekt zusätzlich. Dadurch kommt es auch häufiger zu Blut im Urin.

Blut im Urin beim Mann

Blut im Urin ist auch ein Männerthema. Neben Blasenkrebs kommen bei Männern Entzündungen der Prostata, Samenblasen sowie der Harnröhre als Auslöser des blutigen Harns in Betracht. Auch bei einer gutartigen Prostatavergrößerung kann es vermehrt zu Harnwegsinfekten kommen, die sich unter anderem durch verfärbten Urin bemerkbar machen. 

Wie die Deutsche Krebshilfe mitteilt, gehört die Rotfärbung des Harns auch zu den Warnzeichen für fortgeschrittenen Prostatakrebs. Bei 80 Prozent aller Patienten mit Blasenkrebs oder anderen bösartigen Tumoren der ableitenden Harnwege trete dieses Symptom auf, so die Krebshilfe. An Prostatakrebs erkranken jedes Jahr etwa 70.000 Männer. Bemerken Männer Blut im Urin ist daher dringend eine Untersuchung beim Urologen nötig.

Ursache: Blasenentzündung

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Urologie ist eine Blasenentzündung der häufigste Grund für Blut im Urin. Schätzungen zufolge leidet jede zweite Frau mindestens ein Mal in ihrem Leben unter einer solchen Infektion. Das liegt vor allem daran, dass die weibliche Harnröhre kürzer ist als die der Männer. Bakterien gelangen so schneller an die Blase. Bei einer Blasenentzündung sind Schmerzen beim Wasserlassen, verstärkter Harndrang und Unterleibsschmerzen ebenfalls typische Symptome.

Bleibt Besserung aus und bemerken Betroffene Blut im Urin, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei der Behandlung kommen meist Antibiotika zum Einsatz und die Entzündung heilt in der Regel schnell und folgenlos ab.

Ursache: Erkrankungen der Niere

Blasenentzündungen können dazu führen, dass Bakterien bis zum Nierenbecken wandern und dort Entzündungen verursachen. Neben Blut im Urin, Schmerzen beim Wasserlassen und häufigem Harndrang ist bei einer Nierenbeckenentzündung auch hohes Fieber möglich. Die gleichen Symptome stellen sich auch bei einer Nierenentzündung ein, allerdings ist die bakterielle Infektion dann in den meisten Fällen bereits deutlich fortgeschritten. Kopf- und Gliederschmerzen, erhöhter Blutdruck und Müdigkeit sind erste Anzeichen und treten in der Regel auf, bevor sich Blutbeimengungen im Urin finden. Auch ein Blutgerinnsel kann hinter dem gefärbten Urin stecken und etwa auf eine Nierenvenenthrombose oder einen Niereninfarkt hindeuten. 

Ursache: Harnsteine, Blasensteine, Nierensteine

Ein weiterer Auslöser für Blut im Urin sind Steine in Nieren, Harnleiter oder Blase. Setzen sich die kleinen, spitzen Kristalle fest, reizen sie die Schleimhäute und verursachen häufig auch Verletzungen. Etwa 1,2 Millionen Patienten werden jährlich wegen Erkrankungen dieser Art behandelt, wie die Deutsche Gesellschaft für Urologie erklärt. Heute ist fast jeder 20. Deutsche ein Mal oder mehrfach im Leben von Harnsteinen betroffen. 

Die Harnsteine können unter anderem entstehen, wenn die tägliche Trinkmenge zu gering ist, um die ableitenden Organe ausreichend zu spülen. Auch Übergewicht, Stoffwechselstörungen sowie Harnwegsentzündungen zählen zu den Ursachen. Je nachdem wo sich der Harnstein festgesetzt hat, klagen Betroffene über Rücken- und Unterleibsschmerzen. Auch in den Genitalien schmerzt es gelegentlich. Bei Blasensteinen muss man öfter Wasserlassen, doch meist geht wenig Urin ab.

Ursache: Zysten und Polypen

Auch gutartige Tumoren wie Schleimhautausstülpungen, sogenannte Polypen, sowie Zysten, also kleine mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, können zu blutigem Urin führen. Zum Beispiel, wenn diese verletzt werden oder aufplatzen. Meist sind Nieren, Harnröhre und Blase betroffen. Doch auch wenn die Geschwülste harmlos sind, müssen Ärzte wachsam bleiben. Denn die Polypen können mutieren. Daher werden sie entweder unter Beobachtung behalten oder vorsichtshalber entfernt.

Ursache: Blasenkrebs

Es kann auch vorkommen, dass bösartige Tumoren hinter dem Symptom stecken. So tritt laut der Deutschen Krebsgesellschaft Blut im Urin als frühestes Warnzeichen von Blasenkrebs auf. Einer der Hauptrisikofaktoren für Blasenkrebs ist das Rauchen.

Ohne Fieber und eindeutige Hinweise auf eine Harnwegsinfektion sei Blut immer verdächtig, warnen die Krebsexperten und empfehlen, Blut im Urin von einem Arzt abklären zu lassen. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts erkranken jedes Jahr 29.000 Deutsche an Blasenkrebs – die Mehrheit davon sind Männer.

Blut im Urin: Welcher Arzt?

Wenn Sie Blut im Urin bemerken, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Erster Ansprechpartner ist Ihr Hausarzt, der auf Grundlage der Anamnese und einer Urinprobe einschätzen kann, was die Ursache der Hämaturie ist und ob eine ernsthafte Erkrankung vorliegt. Beim Verdacht auf Entzündungen der Harnwege oder Geschlechtsorgane wird er Sie zum Gynäkologen bzw. Urologen schicken. Ist eine systemische Erkrankung die Ursache, sollte ein Internist, ein Facharzt für Innere Medizin, zu Rate gezogen werden. Bei Erkrankungen der Niere, wie Nierensteine, wäre ein sogenannter Nephrologe zuständig.

Achtung: Auch wer ohne eine rötliche Verfärbung des Urins unter Schmerzen beim Wasserlassen leidet, lässt sich besser untersuchen. Ärzte finden dann möglicherweise vermehrt weiße Blutkörperchen im Harn und diagnostizieren eine Leukozyturie. Weiße Blutkörperchen können – genau wie rote Blutkörperchen – ab einer bestimmten Anzahl auf andere Erkrankungen hindeuten. Harnwegsinfekte, Nierenbeckenentzündungen, Tumore in den Harnwegen, aber auch andere Infektions- und Geschlechtskrankheiten sind mögliche Auslöser. Rheuma oder eine Entzündung der Prostata lassen sich ebenfalls anhand der Zahl der weißen Blutkörperchen im Urin erkennen.

Diagnose: Teststreifen geben ersten Hinweis

Bei der Anamnese interessiert sich der Arzt vor allem für den Grad der Verfärbung des Urins, Vorerkrankungen, weitere Symptome, wie Schmerzen beim Wasserlassen oder Blut im Stuhl, sowie Medikamente, die derzeit eingenommen werden. In der Regel wird auch eine Urinprobe genommen.

Eine erste Untersuchung des Urins ist mittels Teststreifen möglich. Dabei lassen sich sowohl rote Blutkörperchen (Erythrozyten) und weiße Blutkörperchen (Leukozyten) als auch Glukose, Eiweiß und Nitrit im Urin nachweisen. Der Teststreifen ist in verschiedene Felder unterteilt, die auf die genannten Stoffe reagieren. Sind sie vermehrt im Urin enthalten, verfärbt sich der entsprechende Bereich des Teststreifens.

Der Schnelltest per Teststreifen liefert erste Anhaltspunkte für eine eventuelle Erkrankung. Eine sichere Diagnose kann jedoch nur durch eine mikroskopische Untersuchung der Urinprobe im Labor erfolgen. Mithilfe eines Ultraschalls können zudem Blase, Nieren, Harnwege und bei Männern die Prostata auf Entzündungen untersucht werden. Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) sind darüber hinaus sinnvoll, um Tumorerkrankungen ausschließen zu können. 

Bei immer wiederkehrenden Beschwerden, ohne dass Bakterien im Urin nachweisbar sind, kann eine Blasenspiegelung Aufschluss geben. Dabei werden die unteren Harnwege mithilfe eines Zystoskops untersucht, wodurch sich Erkrankungen in diesem Bereich diagnostizieren lassen. Eine Blasenspiegelung kann aber auch selbst zu vorübergehenden Beschwerden, wie Blut im Urin und Schmerzen beim Wasserlassen, führen. 

Therapie: Was tun bei Hämaturie?

Die Therapie bei Hämaturie richtet sich nach der Ursache. So werden bei bakteriellen Infektionen, wie einer Blasenentzündung, in der Regel Antibiotika verschrieben. Harnsteine, Blasensteine und Nierensteine können mithilfe von Medikamenten aufgelöst, per Stoßwellentherapie zertrümmert oder minimal-invasiv per Endoskop entfernt werden. Eine Tumorerkrankung erfordert eine Chemotherapie, Operation oder Bestrahlung. 

Um einer erneuten Hämaturie durch eine Harnwegsinfektion vorzubeugen, sind eine ausreichende Intimhygiene und ein starkes Immunsystem das A und O. Zur Vorbeugung von Nierenerkrankungen sollten Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes vermieden werden. Dabei sind vor allem eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung entscheidende Faktoren. Besonders wichtig ist es außerdem, ausreichend zu trinken, um die Nieren zu entlasten. Rauchen ist ein weiterer Risikofaktor für Blut im Urin, da es die Entstehung von Entzündungen und Tumoren in den Harnwegen begünstigt.

Blut im Urin bei Kindern

Bemerken Eltern Blut im Urin ihres Kindes, sollten sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Neben Entzündungen können auch Zystennieren der Auslöser sein. Bei dieser Nierenerkrankung bilden sich viele Zysten, die das Organ in seiner Funktion stark einschränken. Im schlimmsten Fall ist der bösartige Wilms-Tumor die Ursache. Symptome wie Gewichtszunahme, Appetitlosigkeit und Fieber deuten jedoch weitaus häufiger auf diese Krebserkrankung hin.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.


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