12.03.2013, 09:48 Uhr | t-online, dpa
Vitaminpräparate sind für gesunde Erwachsene überflüssig. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Wer regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel mit hoch dosiertem Vitamin C einnimmt, riskiert seine Gesundheit. Denn zu viel Vitamin C im Körper kann zu Nierensteinen führen. Davor warnt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) in Wiesbaden. Wer besonders gefährdet ist und wie zu viel Vitamin C noch schaden kann.
Besonders gefährdet, Nierensteine zu bekommen, sind Patienten mit Bluthochdruck oder Diabetes. Auch wer sich nicht bewegt oder zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt, neigt besonders dazu, Nierensteine zu bilden. Der BDI weist auf eine aktuelle Studie zur Einnahme von Vitamin C hin. Demnach haben Männer, die zehn Jahre lang täglich 1000 Milligramm Vitamin C einnehmen, ein doppelt so hohes Risiko Nierensteine zu bekommen, als Männer, die keine solchen Pillen schlucken. Der Grund ist, dass ein Teil des überschüssigen Vitamin C nicht über den Urin ausgeschieden, sondern im Körper zu Oxalsäure umgewandelt wird. Daraus bestehen die meisten Nierensteine. Darüber hinaus sei bislang nicht erwiesen, dass die Einnahme von Vitamin-C-Präparaten - anders als oft behauptet - tatsächlich vor Erkältungen, Krebs und Herz-Gefäß-Erkrankungen schützt.
Wer zu viel Vitamin C zu sich nimmt, kann auch unter Verdauungsbeschwerden leiden. Ab einer Menge von fünf bis 15 Gramm (ein bis drei Teelöffel) wird es kritisch, denn der Darm kann solch große Mengen des Vitamins nicht aufnehmen. Der Körper gibt dann Wasser in den Darm ab, um dort die Ascorbinsäure zu verdünnen. Dann kommt es zu unangenehmem Durchfall. Bei empfindlichen Menschen kann Ascorbinsäure auch Sodbrennen auslösen. Besonders vorsichtig sollte man bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen sein: Ein angeborener Glucose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel kann vor allem bei intravenöser Vitamin-C-Zufuhr dazu führen, dass die lebenswichtigen roten Blutkörperchen zerfallen.
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Wissenschaftler weisen immer wieder darauf hin: Für gesunde Erwachsene sind Vitaminpräparate überflüssig. "Untersuchungen in Deutschland zeigen, dass die meisten Altersgruppen die Referenzwerte für die Vitaminzufuhr im Durchschnitt erreichen", so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Auch der Mythos, dass in Obst und Gemüse heutzutage kaum noch Vitamine enthalten seien, wird von den DGE-Experten ins Reich der Märchen verwiesen. Nur Risikogruppen wie Schwangere, Stillende oder ältere Menschen mit einem schlechten Ernährungszustand brauchen eventuell zusätzliche Nährstoffe. Diese sollten dann aber gezielt verordnet werden und nicht willkürlich durch Multivitaminpräparate bekämpft werden, rät die Verbraucherzentrale Hamburg.
Quelle: t-online, dpa
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