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Renaissance alter Autokennzeichen rückt näher

16.02.2012, 11:01 Uhr | AFP

Renaissance alter Autokennzeichen rückt näher. HU statt MKK - Bürger wünschen sich die alten Kennzeichen wieder. (Quelle: dpa)

HU statt MKK - Bürger wünschen sich die alten Kennzeichen wieder. (Quelle: dpa)

Für viele Menschen in Deutschland symbolisiert das Nummernschild ihres Autos vor allem ein Stück Heimatgefühl, das sich auch in der Buchstabenkombination widerspiegeln sollte. Doch viele können sich mit den aktuellen Kennzeichen kaum identifizieren. Deshalb fordern bundesweit Städte nun ihre alten Autokennzeichen zurück, die mit den Gebietsreformen verschwunden sind. Bis zum Frühjahr soll der Bundesrat über eine entsprechende Verordnung entscheiden.

Mehrheit will alte Kennzeichen wieder

Durch das Zusammenlegen von Kreisen zu Großkreisen wurden in Ostdeutschland seit den neunziger Jahren zahlreiche alte Kennzeichen abgeschafft. Im Westen wurden viele Autokennzeichen bereits vor Jahrzehnten mit den Gebietsreformen der siebziger Jahre ausgetauscht. Doch der Kreis derer, die sich eine Renaissance wünschen, wurde von Jahr zu Jahr größer.

Fast 200 Städte sprechen sich dafür aus

Mittlerweile hätten sich mehr als 190 deutsche Städte durch Stadtratsbeschlüsse, gemeinsame Erklärungen oder Anträge an die Landesministerien für die Wiedereinführung ihrer alten Kennzeichen ausgesprochen, sagt Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn. Der Volkswirtschaftler hat in einer Studie mehr als 30.000 Menschen in 144 Städten befragen lassen - mit eindeutigem Ergebnis. Die große Mehrheit von 73 Prozent wünscht sich die abgeschafften Kennzeichen zurück.

Bürgernähe durch alte Kennzeichen

Eine Vorreiterrolle übernahm der Main-Kinzing-Kreis (MKK) in Hessen, wo der Stadt Hanau ein eigenes Kennzeichen (HU) zugestanden wurde. Auch die Insel Rügen durfte trotz der Kreisgebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern das Kennzeichen RÜG behalten, was für die Tourismusregion nicht unerheblich ist. Bochert hält die alten Kfz-Kennzeichen nicht nur für identitätsstiftend und einen Ausdruck von Bürgernähe. Sie seien vielmehr auch eine "kostenlose Marketingchance". "Städte mit eigenem Kennzeichen werden als größer wahrgenommen als sie tatsächlich sind und ziehen Leute an", berichtet der Tourismusmarketing-Experte. All dies funktioniere ohne zusätzliche Verwaltungskosten.

"Wiederentdeckung eines neuen Heimatgefühls"

Im vergangenen Dezember unterzeichneten 19 Städte in Nordrhein-Westfalen eine gemeinsame Resolution an den Landesverkehrsminister. Darin fordern sie die Rückkehr der in den 1970er Jahren abgeschafften Kennzeichen und preisen die "Wiederentdeckung eines neuen Heimatgefühls". Autofahrern etwa in Bocholt, die derzeit mit BOR fahren für Kreis Borken, sollen sich künftig wahlweise auch wieder ein BOH ans Auto schrauben dürfen.

Keine Identifikation mit bürokratischem Gebilde

Thomas Hilsberg aus Schwäbisch Gmünd kämpft mit der "Initiative pro GD" für das Altkennzeichen, dass die Stadt mit der Gebietsreform 1973 verlor. Autofahrer müssen sich seither mit "AA" für Ostalbkreis begnügen. Als Lokalpatriot könne er sich mit dem "bürokratischen Gebilde", das der Ostalbkreis nun mal sei, nicht identifizieren. Mit seinem Mitstreiter sammelte Hilsberg Unterschriften und verteilte trotzig "GD"-Autoaufkleber. Jetzt sieht er sich "ganz dicht vor dem Ziel".

Ministerium legt Entwurf für Verordnung vor

Das Bundesverkehrsministerium legte inzwischen den Entwurf einer Verordnung vor, die es erlauben soll, dass die Altkennzeichen auf Wunsch der Länder wieder zugeteilt werden können. Die Zulassungsstellen der Kreise und Städte könnten dann neue und alte Kennzeichen parallel ausgeben. Der Bundesrat wird voraussichtlich im Frühjahr über eine entsprechende Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung entscheiden.

Kritiker sprechen von Kleinstaaterei

Doch nicht bei allen ruft die geplante Renaissance der Altkennzeichen Jubel hervor. Den Präsidenten des Landkreistages, Hans Jörg Duppré, erinnert es an "nostalgische Kleinstaaterei, wenn entgegen dem Trend zu den derzeit 383 Autokennzeichen mehr als 300 hinzukommen würden". Es gebe wichtigere Themen für die Kommunen, kritisierte er im vergangenen Jahr.

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