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Triumph TR2: Britischer Klassiker mit deutscher Vergangenheit

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Triumph TR2: Britischer Klassiker mit deutscher Vergangenheit

26.03.2013, 17:27 Uhr | Ulrich Feld

Triumph TR2: Britischer Klassiker mit deutscher Vergangenheit. Triumph TR3 (Quelle: Ulrich Feld)

Triumph TR3 (Quelle: Ulrich Feld)

Der Triumph TR2 wurde wie sein Nachfolger TR3 zum Welterfolg und begründete eine Sportwagen-Legende: die Triumph TR-Reihe. Er brachte England in der Nachkriegszeit dringend benötigte Devisen und wurde wie sonst nur der MGB, der Jaguar E-Type oder der Austin Healey zum Inbegriff des britischen Sportwagens. Er machte mit seiner Leistung sogar Porsche Konkurrenz. Und er hatte deutsche Wurzeln.

Es war nämlich ein Deutscher, der die Firma Triumph gegründet hatte. Er hieß Siegfried Bettmann (1863-1951) und war der Sohn des jüdischen Holzhändlers Meier Bettmann. In den 1880er Jahren ging Siegfried Bettmann nach England und exportierte und produzierte Fahrräder. Den Namen Triumph für sein Unternehmen wählte er aus, weil dieses Wort in allen Sprachen verstanden wurde. Ab 1902 stellte Triumph erstmals Motorräder und ab 1919 auch Automobile her. 

Vom Prototyp zum Triumph TR2

Im Oktober 1952 präsentierte Triumph einen kleinen Sportwagen auf der Earls Court Motor Show in London. Der Prototyp war hastig zusammengezimmert und fuhr sich entsprechend. Nach der Londoner Automobilausstellung wurde das Auto umfangreich überarbeitet. Triumph erhöhte insbesondere die Motorleistung von 70 auf satte 90 PS. Die stärksten Porsche des Modelljahres 1953 kamen auf 70 PS. Auf dem Genfer Salon des Jahres 1953 debütierte der kleine Roadster unter dem Namen Triumph TR2.

Triumph TR2 als Kröte mit Kindchen-Schema

Eine berauschende Schönheit war der Triumph TR2 nicht, vielmehr erinnerte er mit seinem abfallenden Heck und den Scheinwerfern auf dem vergleichsweise wuchtigen Vorderbau an eine sitzende Kröte. Aber die Scheinwerfer verliehen dem Auto auch jenes Aussehen nach Kindchen-Schema, das beim Betrachter unwillkürlich Sympathie und Beschützer-Instinkt weckt. Und Kröten passen hervorragend nach England. Diese Tiere lieben es feucht, und mit Feuchtgebieten und Niederschlag ist England bekanntermaßen reichlich gesegnet. Auch richtig nasskaltes Wetter konnte indessen dem Triumph TR2 nicht allzu viel anhaben, wenn er richtig ausgerüstet war: Triumph bot ab 1954 gegen Aufpreis ein Hardtop an. Damit wurde der offene Triumph zu einem schicken Coupé.

Triumph TR2: schnell und preiswert

Die optischen Voraussetzungen für einen Verkaufserfolg brachte der Triumph TR2 also mit. Und er überzeugte mit für damalige Verhältnisse ausgezeichneten Fahrleistungen. Nur die wenigsten Autos schafften 1953 eine Beschleunigung in 12 Sekunden von Null auf Hundert und eine Höchstgeschwindigkeit von fast 170 km/h. Triumph pries den TR2 als billigsten Wagen für 100 mph (miles per hour, dt. Meilen pro Stunde), was 160 km/h entspricht. Mit einem Preis von 555 Pfund war der Triumph TR2 in der Tat das billigste Auto weltweit, das über 160 km/h schnell war.

Halb so teuer wie ein Jaguar

In Deutschland kostete der Triumph TR2 mit einem Neupreis von 11000 Mark damals mehr als doppelt so viel wie ein VW Käfer. Aber gleichzeitig war er nur halb so teuer wie der Jaguar XK 120, bei durchaus ebenbürtiger Beschleunigung. Der Jaguar hatte zwar eine stärkere Maschine, wog aber auch mehr und konnte sein Mehr an Kraft erst bei höheren Geschwindigkeiten ausspielen. 

Schwachpunkt des Triumph TR2: die Bremsen

Die direkte Lenkung und die satte Durchzugskraft des Motors in Verbindung mit dem exakt abgestimmten Getriebe verleiten auch heute noch zu einem zügigen Fahrstil, der mit beschaulicher Oldtimer-Fortbewegung nicht mehr viel gemein hat. Nur die Trommelbremsen verhindern allzu übermütige Eskapaden am Steuer: Sie erfordern einen vorausschauenden Fahrstil mit rechtzeitigem und vor allem kräftigem Tritt aufs Bremspedal.

Triumph TR3 mit Scheibenbremsen

Rennversionen des TR2 für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans oder die Mille Miglia verfügten darum oft schon über Scheibenbremsen. Was auch nötig war, die kleinen Flitzer gingen auf der Piste an die 210 km/h. Der 1955 vorgestellte Nachfolger Triumph TR3 mit geringfügig geänderter Karosserie fuhr dagegen kaum schneller als sein Vorgänger, kam aber schneller wieder zum Stillstand: Ab 1956 hatten alle Triumph Scheibenbremsen.

Neuer Triumph TR3 A für Amerika

Im Jahr darauf stattete Triumph den TR3 mit einer neuen Front aus. Der Chromgrill zog sich nun fast über die ganze Fahrzeugbreite, was vor allem die chromverliebten Amerikaner noch stärker an die Marke binden sollte: Tatsächlich gingen die meisten der neuen Triumph TR3 in den US-Export. Weswegen dieses Modell schnell den Beinamen TR3A erhielt, obwohl Triumph selbst diese Bezeichnung nie verwendete: Das "A" stand für Amerika.

Krönender Abschluss: Triumph TR3 B

Aber wer A sagt, muss auch "B" sagen. Und als Triumph 1962 schon den Nachfolger TR4 vorgestellt hatte, verlangte in Amerika eine lautstarke Minderheit weiterhin nach dem rustikaler geformten Vorgänger. Triumph baute daraufhin noch etwa 2000 Triumph TR3 B mit dem vollsynchronisierten Getriebe des Nachfolge-Modells. 500 Modelle des TR3 B hatten noch die alte Maschine mit zwei Litern Hubraum. In den anderen Triumph TR3 werkelte bereits der auf 2,2 Liter Hubraum gewachsene Motor des TR4 mit mittlerweile 104 PS. Ein würdiger Abschluss einer glanzvollen Karriere: Über 80.000 TR2 und TR3 hatte Triumph verkaufen können. Schade nur, dass Siegfried Bettmann diesen Triumph nicht mehr erlebte.

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